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Als der Tag begann von Murray, Liz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2011
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Als der Tag begann

Oft traurig und doch voller Witz und Lebensmut - eine wahre Geschichte vom Erwachsenwerden und Überleben
Liz Murray, aufgewachsen in der Bronx, Eltern drogensüchtig, mit 15 obdachlos, ohne Schulausbildung. Wie schafft sie den Absprung in ein Leben mit Zukunft? Liz Murray erzählt vom Erwachsenwerden, davon, wie sie ihre Eltern verliert und sich mühevoll ein Harvard-Stipendium erarbeitet, mit einer Sprache, die - anrührend und humorvoll zugleich - alles lebendig werden lässt.
Schon als kleines Kind weiß Liz Murray, was es heißt, am Existenzminimum zu leben. Armut und Hunger bestimmen den Alltag ihrer Familie. Doch obwohl die Hippie-Eltern drogenabhängig sind, erleben Liz und ihre Schwester Lisa nicht nur Elend und Leid. Im Gegenteil, ihr Vater ist ein schräger, aber liebevoller Mensch, und er bringt seinen Töchtern bei, nicht auf das Geschwätz der Leute zu hören, sondern der Welt kritisch zu begegnen. Die Momente des Glücks sind dennoch kurz. Mit 15 ist Liz obdachlos, schwänzt die Schule und zieht mit anderen Kindern, die auch nirgends hingehören, durch die Straßen. Erst als ihre Mutter an Aids stirbt, wird Liz klar, dass sie so nicht enden will. Mit großer Willenskraft und einem Durchhaltevermögen, das sie selbst erstaunt, schafft sie mit 19 ihren Highschool-Abschluss und macht ihren Weg bis an die Eliteuniversität Harvard.

Liz Murray wird 1980 in der Bronx geboren. Mit fünfzehn Jahren ist sie obdachlos, mit sechzehn Halbwaise. Nach dem Tod ihrer Mutter wird ihr klar, dass sie nur dieses eine Leben hat, und sie beschließt, endlich wieder zur Schule. Mit neunzehn schafft sie ihren Highschoolabschluss, wird unter vielen Mitbewebern für ein Harvard-Stipendium der New York Times ausgewählt und absolviert die Universität 2009 erfolgreich. Sie gewinnt mehrere Preise, darunter den Chutzpah Award, der ihr von Oprah Winfrey verliehen wird. In den USA wurde ihre Lebensgeschichte bereits verfilmt (Homeless to Harvard: The Liz Murray Story). Liz Murray leitet heute eine Coaching-Agentur in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 31.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641055479
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Breaking Night
    Größe: 476kBytes
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Als der Tag begann

8 Die Motels (S. 236-237)

Wir bezogen ein Zimmer in einem Motel, gleich neben der Ausfahrt Nr. 11 des Major Deegan Expressway, wo wir so ausgiebig duschten wie nie zuvor in unserem Leben. Ich drehte das Wasser heiß auf, kochend heiß, bis meine Haut brannte und rosarot leuchtete. R. Kelly sang I believe I can fly aus Carlos' brandneuem Walkman. Meine Klamotten waren so widerlich und standen vor Dreck, dass es mir schwerfiel, sie wieder anzuziehen.

Ich schlang mir ein Motelhandtuch wie einen Turban um den Kopf und trat ins Zimmer. Es war überraschend kalt. Ein Luftzug traf kühl auf meine nasse Haut, und ich bekam an Armen und Beinen eine Gänsehaut. "Ist die Heizung an?", fragte ich Sam, die sich bereits in Decken eingemummelt hatte und mit Kissen im Rücken auf einem der Queen-Size-Betten lag. "Nein", sagte sie, "aber wenn du unter die Decken kriechst, ist es auszuhalten."

Sie blickte in Richtung des zweiten Betts. Der Teppich war aus grober Wolle, sandfarben und fühlte sich beruhigend weich unter meinen nackten Füßen an. Die Wandverkleidung war übersät mit eingeritzten Schmierereien, eine Hinterlassenschaft vorheriger Mieter: Jason liebt Maria 4ever! Rocky und Jessica, für immer und ewig, 20.2.89. In der Luft hing beißender alter Zigarettenrauch, und alles Tragbare war fest am Boden verschraubt worden.

Auf einem Büfett lagen Fünfziger und Hunderter wie ein verstreutes Kartenspiel herum. Der erste Schnee klopfte leise ans Fenster. Gleich draußen hinter dem Glas, auf einem kleinen Balkon, stand Carlos und telefonierte mit einem Handy, das etwas so Fremdes für mich war wie unsere neue Bleibe hier. In Anbetracht der vielen Schneeflocken auf seinem Haar fragte ich mich mit einem unguten Gefühl, ob er wohl die ganze Zeit, während ich unter der Dusche stand, gequatscht hatte.

Sein Lachen, das gedämpft von draußen hereindrang, klang nach einem Flirt, als würde er mit einem beliebigen Mädchen auf der Straße reden. Irgendetwas daran hatte einen trügerischen Beigeschmack und ließ alles in dem Motel seltsam wirken. Ich sah zu Sam hinüber, die an einem Cheeseburger von McDonald's kaute, den wir im Drive-in erstanden hatten. Trotz meines Unbehagens fühlte es sich gut an, sie beim Essen zu beobachten, sicher eingepackt unter warmen Decken. Wir waren in letzter Zeit so viel herumgezogen, wir mussten uns einfach mal irgendwo ausruhen.

"Sam." "Ich weiß, Mädel, sag einfach nichts", bat sie mich. "Er ist wieder da, und das ist cool." "Sam", wiederholte ich und stellte mich vor sie hin. "Wir müssen vorsichtig sein." Ich blickte zu ihm hinüber, um sicherzugehen, dass er noch beschäftigt war. "Wir müssen uns Wohnungen anschauen. Wir müssen eine Unterkunft für uns finden. Danach können wir uns Arbeit suchen und uns dann eventuell wieder an die Highschool ranwagen, aber erst, nachdem wir einen festen Wohnsitz haben."

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