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Bambini sind Balsamico für die Seele Geheimnisse italienischer Kindererziehung von Limoncini, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2012
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Bambini sind Balsamico für die Seele

In Italien gibt es eine Art Gesetz, das lautet: "Meine Kinder sind besten!" Für Antonio, bekannt aus Maria, ihm schmeckt's nicht, gibt es daran nichts zu rütteln. Und für seine Tochter Sandra Limoncini auch nicht. Warum sollte man so vollkommene Geschöpfe also mit Golfkursen oder musikalischer Früherziehung quälen? So werden die Kleinen lieber beschmust als an der Geige festgebunden und bekommen auch nach neun Uhr abends noch ein Gelato ins Händchen gedrückt. Fröhliche Geschichten vom Kindererziehen all'Italiana - für mehr Remmidemmi in deutschen Familien! Sandra Limoncini ist eine deutsche Italienerin mit einer Schwäche für rheinischen Sauerbraten. Sie schummelt beim Spielen, fährt heimlich über rote Ampeln und heult vor Rührung bei Siegerehrungen. Die zweifache Mutter und Journalistin findet, dass wir Deutschen ruhig eine Portion Dolce Vita in unser Leben lassen könnten. Vor allem, wenn es um unsere Kinder geht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 20.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492958363
    Verlag: Piper
    Größe: 2475 kBytes
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Bambini sind Balsamico für die Seele

VORWORT von Jan Weiler In schweren Stunden träume ich von einem Leben als preußischer Vater ganz alter Schule. Ich möchte dann natürlich keine Schlägertype mit Rohrstock und Uniform sein, aber schon eine Respektsperson. Dann salutieren die Kinder, singen morgens ein munteres Lied und reden mich mit "Herr Papa" an. Sie gehorchen mit einer geradezu dämlichen Fröhlichkeit. Und auch meine Gattin hat keinen Anlass für trüben Revanchismus gegenüber ihrem Mann, denn ich bin gerecht und freundlich, da alle machen, was ich sage. Ich bin der Boss. Und ja: Ich gebe zu, dass die Emanzipation der Frau in diesen Träumen keine Rolle spielt. Aber alternative Schulformen spielen auch keine Rolle. Und Elektromobilität ebenfalls nicht, obwohl ich diese drei Errungenschaften normalerweise für epochal halte und mit Löwenmut für sie eintrete. Wie kann es also zu dieser erschreckenden Regression meiner Persönlichkeit kommen, die ich übrigens bedauere und für die ich mich bei sämtlichen modernen Frauen, Müttern und Preußen mit aufrichtigem Bedauern entschuldige? Es ist ganz einfach: Manchmal wird mir das hier alles zu viel. Zu bunt, zu laut. Dann quatschen alle durcheinander, die Kinder bleiben länger auf als ich, und es werden zu viele Kohlehydrate verzehrt. Die letzten drei Ereignisse haben allesamt damit zu tun, dass meine Gattin - deren Buch Sie gerade in den Händen halten - Italienerin ist. Sie ist auch eine halbe Deutsche, besitzt beide Pässe, und in ihrem Genpool planschen alle Eigenschaften herum, die man den beiden Nationen als identitätsbildend zuschreibt. Das ist faszinierend, auch weil man nie genau weiß, welche Seite in meiner Frau im nächsten Moment die Oberhand erhält. Sie findet es richtig, dass wir den Müll trennen. Aber diese bürgerliche und sehr deutsche Einsicht hält sie nicht davon ab, im Stau auf dem Standstreifen zu überholen. Sie isst für ihr Leben gerne Pasta, bereitet aber auch ausgezeichnete Rinderrouladen zu. Sie möchte, dass im Kino alle außer George Clooney die Klappe halten, weil es unhöflich ist, wenn Zuschauer die ganze Zeit quatschen. Aber wenn George Clooney einmal in die Verlegenheit geriete, mit ihr kontrovers zu diskutieren, käme er sicher nicht zu Wort. Genau wie ich. Diese Unwägbarkeiten machen meinen Alltag sehr spannend. Und die Kindererziehung auch. Mir kommt es manchmal so vor, als gäbe es bei uns keine Regeln. Aber das stimmt nicht. Natürlich gibt es die: Die Kinder sollen anständig sein - und ordentlich über die Stränge schlagen. Sie möchten bitte fleißig üben - aber nur, wenn sie Lust dazu haben. Sie müssen ihr Geld beisammenhalten, damit sie es anschließend für völligen Unsinn ausgeben dürfen. Sie sollen gefälligst freundlich mit anderen Kindern umgehen, sich aber nichts gefallen lassen. Wir erwarten von ihnen, dass sie auf uns hören, aber Duckmäuser sollen sie nicht werden. Das klingt furchtbar anstrengend, und das ist es manchmal auch, denn natürlich ergeben sich im Alltag haufenweise Widersprüche. Bei uns wird deshalb mehr geredet und verhandelt und diskutiert als in der UNO-Vollversammlung. Dabei hätte ich oft gerne einfach Ruhe. Stille. Totale Abwesenheit von Geräuschen jeglicher Art. Aber dafür hätte ich vielleicht eine Pfarrerstochter aus dem Sauerland heiraten müssen. Ich lebe also in Anbetracht dieser Alternative damit, dass die beiden einzigen kontemplativ orientierten Bewohner unseres Hauses - außer mir zählt in dieser Kategorie noch ein eingestaubter Kaktus von zwergenhafter Gestalt - wenig Aussicht haben, Ruhe oder wenigstens Bedachtsamkeit als Kulturtechniken des Zusammenlebens durchzusetzen. Und weil das so ist und mir ohnehin niemand zuhört (außer, ich kaufe mir ein Megafon), hat meine Frau weite Teile der Kindererziehung übernommen. Sie rührt dabei die besten Zutaten ihrer deutschen Sozialisation mit den allerbesten italienischen Glücks-Ingredienzen zu einer faszinierenden Minestrone-Pädagogik zusammen. Davon und von d

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