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Briefe der Freundschaft Johannes Brahms - Klaus Groth. von Brahms, Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2013
  • Verlag: Boyens Buchverlag
eBook (ePUB)
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Briefe der Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Johannes Brahms und Klaus Groth umfaßt über 80 Briefe und Postkarten. Auf den ersten Blick ist sowohl der Umfang des Briefwechsels wie das Zustandekommen dieser Freundschaft verwunderlich - auf der einen Seite der bedeutende Komponist, auf der anderen der Schriftsteller aus der Provinz. Doch die gemeinsame familiäre Herkunft aus Dithmarschen ist Bindeglied und atmosphärische Basis zugleich für diese sich mit zunehmender Dauer intensivierende Freundschaft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 312
    Erscheinungsdatum: 01.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783804230057
    Verlag: Boyens Buchverlag
    Größe: 9670kBytes
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Briefe der Freundschaft

1. Groth an Brahms
Kiel, 27. Febr. 1868
Mein lieber Brahms!
Wir freuen uns sehr, daß Sie mit Freund Stockhausen 1 am 13. März hieher kommen und ein Konzert geben wollen. 2 Obgleich Kiel durch politische Verhältnisse seit 1863 gedrückt und in dieser Zeit, selbst durch Dilettantenmusik, für Ostpreußen ausgesogen ist, so werden Sie beiden doch, wenn auch vielleicht keine große Einnahme, doch eine so begeisterte Aufnahme finden wie nur irgendwo. Der Tag ist, so weit ich sehn kann, passend, alles Nötige richte ich mit Herrn Friedrichs (Schwerssche Buchhandlung) 3 für Sie ein. Wenn Sie es nicht geradezu (wie Stockhausen) vorziehen, im Hotel zu wohnen, so kann ich Sie auch bei Freunden logieren, die ein gutes Instrument haben und keine Ansprüche an Sie machen. Leider sind nicht meine Frau und ich diesmal diese Freunde, wir haben den Sohn von Stockhausens Schwager Meyer 4 nebst Hauslehrer so lange aufgenommen, als die umziehen. Beim Wiederkommen sind Sie bei uns – draußen im Freien und in der Stille. 5 Ich freue mich aufs Wiedersehen. Bringen Sie nur noch einen überflüssigen Tag Zeit mit.
Schicken Sie mir recht bald das Programm 6 und Billette.
Für die Zeitungen sorge ich. 7
Meine Frau empfiehlt sich Ihnen.
Herzlich Ihr
Klaus Groth

Eine ausführliche, von A. Kirchner verfaßte Besprechung des Konzerts erschien am 19. März in der "Kieler Zeitung". 1 Darin hieß es: "Herr Brahms ist als gediegener Klavierspieler, vor allem als Interpret der Schumannschen Werke, überall bekannt. Man sah seinem Auftreten hier mit großer Spannung entgegen und legte ganz besonderes Interesse für den Künstler an den Tag. Einesteils, weil Herr Brahms hier vor vielen Jahren [1856] schon konzertierte, dann auch, weil er noch gewissermaßen als unser Landsmann anzusehen ist. Seine Vorträge bildeten unstreitig den Glanzpunkt des Abends. Abgesehen von seiner eminenten Technik, die ihn befähigt, die gesamte Klavierliteratur zu beherrschen, zeichnet sich sein Spiel durch ungekünstelte Vortragsweise, Solidität, maßvolle Haltung, Grazie und Anmut vorteilhaft vor dem unseres jetzigen Virtuosentums aus."
In den Tagen unmittelbar vor oder nach dem Konzert muß die Begegnung zwischen Brahms und Carl Loewe stattgefunden haben, von der Groth in seinen "Erinnerungen an Johannes Brahms" erzählt (S. 184). Brahms und Stockhausen gingen dann nach Kopenhagen, wo sie am 17., 21. und 24. März mit großem Erfolg Konzerte gaben. Da Brahms am 31. März in Bremen ein Konzert hatte, reiste er am 25. März aus Kopenhagen ab, nachdem er sich bei einer Soiree im Hause des Komponisten Niels W. Gade durch eine unbedachte Äußerung, die dann in die Öffentlichkeit drang, alle Sympathien verscherzt hatte (vgl. S. 183). Während Stockhausen noch bis zum 5. April in Kopenhagen blieb, kehrte Brahms zu einem erneuten kurzen Besuch bei Groth ein, von dem dieser ebenfalls in seinen Erinnerungen an den Komponisten berichtet (S. 181).

2. Groth an Brahms
Kiel, 20. April 1868
Lieber Freund!
Vielen Dank für Brief und Bild! 1 Über Ihr Werk 2 schrieb mein Schwiegervater ganz begeistert und schickte uns die (ungeschickten) Besprechungen aus Bremer Blättern. 3

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