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Der Erleuchtung ist gleich, wen sie erwischt von Lander, Lena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der Erleuchtung ist gleich, wen sie erwischt

Eine Frau auf der Suche nach Liebe. Sowohl nach der himmlischen als auch nach der irdischen. Begleitung und Unterstützung bekommt sie durch ihren 'geistigen Guru', einen sogenannten Erleuchteten, zu dessen Unterweisungen sie geht, um bei ihm wenigstens die himmlische Liebe zu finden, vielleicht sogar Erleuchtung. Dann gibt es da noch einen 'schöngeistigen Guru', in dessen Antiquariat sie diese Liebe in der Praxis des Alltags üben kann. Was gar nicht so einfach ist. Die Frau hat sich verliebt in einen Mann, der nach der ersten Annäherung doch lieber wieder auf Distanz geht, vorher aber sämtliche alten Muster zu neuem Leben erweckt. Lena Lander lebte ein ganz 'normales' Leben als Physiotherapeutin und Ehefrau, bis eine Lebenskrise eine abrupte Wendung brachte, sie förmlich herausschleuderte aus der bisher gelebten 'Normalität'. Nach Sinn und Liebe suchend, wandte sich Lena im Lauf der nächsten Jahre zunehmend intensiver der Spiritualität zu, traf schließlich auf einen der sogenannten Erleuchteten, der ihr spiritueller Lehrer wurde, traf fast zur gleichen Zeit auf einen rein weltlich ausgerichteten Mann, der sich ebenfalls bald als Lehrer entpuppte. Schreibend begleitete sie sich selbst in dieser Zeit der Suche nach Lebenssinn und Liebe, möchte mit ihren Erfahrungen nun auch anderen Sinnsuchenden Anregung und Beispiel geben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 236
    Erscheinungsdatum: 29.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741259449
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 295kBytes
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Der Erleuchtung ist gleich, wen sie erwischt

Es ist kaum zu glauben, aber eben sah ich den Mann doch tatsächlich schon wieder, als er durch die Tür seines Ladens ging. Kein Bremsimpuls. Zu meinem Erstaunen hörte ich mich sogar denken: "Hoffentlich sieht er mich nicht." Ich hatte absolut keine Lust, mich schon wieder mit ihm zu unterhalten, fuhr haltlos weiter zum Café. Hier müssen sie denken, ich sei Krösus höchstpersönlich. Schon wieder habe ich jemanden eingeladen. Wen? Auch das kann ich kaum glauben.

Frau Franzen. Wir haben uns bestens verstanden und ich bekam meine heimliche Vermutung bestätigt, sie sei nur nach außen hin so stachelig, innen drin aber butterweich. Sie freute sich, dass es mir gut geht. "Da muss ich mir keine Sorgen machen um Sie", lächelte sie mich an und dann versicherten wir uns gegenseitig, was für ein Glück es sei, dass ich in ihrem Haus wohne. Ich habe sie zum Abschied in aller Öffentlichkeit umarmt und sie ließ es sich gern gefallen. Die Gute. Zurzeit herrscht Frieden. So wie ich zurzeit in Frieden bin mit meinem "Schatten". Den stellt sie immer wieder gern im Außen dar und das tat sie natürlich auch während unseres Beisammenseins.

Trotz des Gesprächs erspähten ihre flinken Augen alles, was sich um uns herum tat, hemmungslos kommentierte sie, was ihr nicht gefiel, unterbrach dafür jede noch so spannende Unterhaltung. "Nee, nun sehen Sie sich das mal an. Wie kann einer nur so rumlaufen." Ungeniert sprach sie aus, was auch nur zu denken ich mir jahrzehntelang verboten habe und wofür ich mich gelegentlich immer noch scharf tadle, wenn ich es doch tue. So streng ist meine Vermieterin wohl nicht mit sich.

Zu meinem Entzücken war ich es neben ihr auch nicht mehr. Ungerührt konnte ich mir ihre Kommentare über unsere Mitmenschen anhören, musste weder sie noch anschließend mich verurteilen fürs Verurteilen. Ein über die Jahrzehnte eingeschliffener Automatismus fiel komplett aus. Ich merkte es und ich genoss es.

Frau Franzen ist längst fort, ich sitze immer noch vor dem Café und lausche der Band in der Fußgängerzone. Nur hin und wieder zieht ein Gedanke durch. Und plötzlich ist es ganz still. Meine Bewegungen verlangsamen sich. Für einen Moment scheint die ganze Welt anzuhalten. Dabei halte nur ich den Atem an, um diese Stille nicht zu zerstören. So zerbrechlich scheint sie mir. Taucht auf und verschwindet. Und ich kann nichts tun, um sie zu halten.

Eine kleine Weile atmet es noch tief und regelmäßig, bis es wie üblich munter weiter denkt. Schade. In Ordnung.

Es ist tatsächlich alles in Ordnung. Denken. Anspannen. Entspannen. Nachgeben. Aufgeben. Loslassen. Anspannen. Denken ...

Was spielt denn die Band da? Das geht voll rein. "Oh Donna Klara, ich hab dich tanzen geseh`n ..." Klara heißt doch meine Mutter. Und warum kommen mir jetzt die Tränen? Woran erinnere ich mich jetzt?

Ein Buchtitel fällt mir ein. "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit." Ich habe den Eindruck, eher ist die verlorene Zeit auf der Suche nach mir. Bestimmte Bilder und Eindrücke möchten noch einmal bewusst werden, verschwinden aber sofort wieder, sobald ich sie bemerkt habe. Immer wieder werde ich blitzartig aus der Gegenwart in die Vergangenheit katapultiert. Gerade noch sitze ich auf meinem Balkon, höre die Geräusche von der Straße, und plötzlich sitze ich auf der Terrasse des Elternhauses und höre die Autos vorbeifahren. Jemand erzählt von seiner Lektüre und plötzlich sitze ich als Heranwachsende neben meiner Tante und blättere in ihren Heften und Büchern. Ein kleines Mädchen schiebt seinen Puppenwagen vorbei und ich sehe und fühle das kleine Mädchen, das ich einmal war.

Das Lied ist endlich zu Ende. Ein Glück. Tränen in der Öffentlichkeit. Mag ich gar nicht.

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Unglaublich! Jetzt habe ich den Mann doch schon wieder getroffen. Wochenlang gehe oder fahre ich an dem Laden vorbei und sehe ihn nicht ein einziges Mal und diese Woche sehe ich ihn gleich dreimal. Wieder ging er zur Tür hin, d

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