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Der große Trip Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst von Strayed, Cheryl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2013
  • Verlag: Kailash
eBook (ePUB)
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Der große Trip

EAT, PRAY, LOVE meets Hape Kerkeling
Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Drogen und Männer trösten sie über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern. Die berührende Geschichte einer Selbstfindung - voller Witz, Weisheit und Intensität, mit einer respektlosen Heldin, die man lieben muss.

Cheryl Strayed, geboren 1968, veröffentlichte nach ihrem Studium der Literatur zahlreiche Beiträge in der New York Times, Washington Post, Vogue und anderen Medien. Ihr biografisches Buch "Wild - Der große Trip" avancierte zu einem beispiellosen Erfolg in den USA und stand auch in Deutschland auf Rang 1 der Bestsellerliste. Von und mit Reese Witherspoon wurde es auch erfolgreich verfilmt. Cheryl Strayed lebt mit ihrem Mann, dem Filmemacher Brian Lindstrom, und ihren beiden Kindern in Portland, Oregon.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 25.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641046026
    Verlag: Kailash
    Originaltitel: Wild
    Größe: 979 kBytes
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Der große Trip

2 -
Zweigeteilt

Müsste ich eine Karte dieser viereinhalb Jahre zeichnen, um die Zeit zwischen dem Todestag meiner Mutter und dem Tag zu illustrieren, an dem ich mit der Wanderung auf dem Pacific Crest Trail begann, würde dabei ein Gewirr von Linien herauskommen, die in alle Richtungen führen und deren Mittelpunkt natürlich Minnesota bildet wie eine Funken sprühende Wunderkerze. Nach Texas und zurück. Nach New York City und zurück. Nach New Mexico, Arizona, Kalifornien und Oregon und zurück. Nach Wyoming und zurück. Nach Portland, Oregon, und zurück. Noch einmal nach Portland und zurück. Und noch einmal. Aber diese Linien würden nicht die Geschichte erzählen. Die Karte würde nur zeigen, wohin ich mich geflüchtet hatte, nicht aber, wie ich immer wieder zu bleiben versuchte. Sie würde nicht zeigen, wie ich mich in den Monaten nach dem Tod meiner Mutter bemühte, vergeblich bemühte, die Lücke, die sie hinterlassen hatte, zu füllen und die Familie zusammenzuhalten. Oder wie ich um die Rettung meiner Ehe kämpfte, noch während ich sie durch meine Lügen zerstörte. Sie würde nur diese Wunderkerze und jeden einzelnen sprühenden Funken zeigen.

Als ich an dem Abend, bevor ich die Wanderung auf dem PCT begann, in der kalifornischen Stadt Mojave ankam, hatte ich Minnesota zum letzten Mal verlassen. Ich hatte sogar mit meiner Mutter darüber gesprochen, auch wenn sie mich nicht hören konnte. Ich hatte in dem Blumenbeet in unserem Wald gesessen, wo Eddie, Paul, meine Geschwister und ich ihre Asche unter die Erde gemischt und einen Grabstein aufgestellt hatten, und ihr erklärt, dass ich künftig nicht mehr da sein würde, um ihr Grab zu pflegen. Was bedeutete, dass es niemand mehr pflegen würde. Mir blieb keine andere Wahl. Ich musste ihr Grab dem Unkraut überlassen, den Zweigen und Zapfen, die von den Kiefern fielen. Dem Schnee und den Ameisen, den Hirschen, den Schwarzbären und den Erdwespen. Ich legte mich in die Mutterascheerde zwischen den Krokussen und sagte ihr, dass es in Ordnung sei. Dass ich kapituliert hätte. Dass sich seit ihrem Tod alles verändert habe. Wie sie es sich nie habe vorstellen können, wie sie es nie geahnt habe. Ich sprach mit leiser, fester Stimme. Ich war so traurig, dass es mir die Kehle zuschnürte, und doch war mir, als hänge mein ganzes Leben davon ab, dass ich diese Worte herausbrachte. Sie werde immer meine Mutter bleiben, sagte ich zu ihr, aber nun müsse ich fort. In diesem Blumenbeet sei sie ohnehin nicht mehr für mich da, erklärte ich ihr. Ich würde die Erinnerung an sie woanders bewahren. An dem einzigen Ort, wo ich sie erreichen könne. In mir.

Am nächsten Tag verließ ich Minnesota für immer. Ich wollte auf dem PCT wandern.

Es war die erste Juniwoche. Ich fuhr in meinem 1979er Chevy Luv Pick-up, den ich mit einem Dutzend Kartons voller Trockennahrung und Wanderzubehör beladen hatte, nach Portland. Ich hatte Wochen damit zugebracht, die Sachen zusammenzustellen und alle Kartons mit Adressaufklebern zu versehen, auf denen neben meinem Namen auch die Namen von Orten standen, an denen ich noch nie gewesen war, Etappenziele entlang dem PCT mit so wohlklingenden Namen wie Echo Lake und Soda Springs, Burney Falls und Seiad Valley. Ich ließ den Pick-up und die Pakete bei meiner Freundin Lisa in Portland - sie sollte mir die Pakete im Lauf des Sommers zuschicken -, flog nach Los Angeles und fuhr dann mit dem Bruder einer Bekannten nach Mojave.

Wir kamen am frühen Abend in der Stadt an, als die Sonne ein Dutzend Kilometer hinter uns gerade in den Tehachapi Mountains versank. In eben den Bergen, durch die ich am nächsten Tag wandern sollte. Mojave liegt ungefähr neunhundert Meter über dem Meeresspiegel, aber ich kam mir vor wie auf dem Grund von etwas, denn die Reklameschilder von Tankstellen, Restaurants und Motels überragten die größten Bäume.

"Dort kannst du mich rauslassen", sagte ich zu dem Mann, der mich von Los Angeles hergefahren hatte,

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