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Der Prinz aus dem Paradies Roman nach einer wahren Geschichte von Lind, Hera (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2017
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Der Prinz aus dem Paradies

Rosemarie bekommt eine Reise nach Sri Lanka geschenkt. Da die fast Fünfzigjährige nicht an Zufälle glaubt, überwindet sie ihre Ängste vor dem Ungewissen. Dort lernt sie ihre große Liebe kennen: Kasun, einen Singhalesen, sehr viel jünger, ganz anders als sie. Doch Rosemarie lässt nur ihr Herz sprechen und heiratet Kasun ein Jahr später in seinem exotischen Land, von buddhistischen Mönchen gesegnet. Sie nimmt ihren Ehemann mit nach Deutschland, sendet viel Geld an seine Familie, doch nach sechs Monaten verschwindet er unter geheimnisvollen Umständen. Wird sie je die Gründe erfahren? Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Seit einigen Jahren schreibt sie ausschließlich Tatsachenromane, ein Genre, das zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Mit "Hinter den Türen", "Die Frau, die frei sein wollte", "Über alle Grenzen" und "Vergib uns unsere Schuld" eroberte sie die SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr Roman "Die Hölle war der Preis", eine bewegende Geschichte, die im Frauengefängnis Hoheneck in der ehemaligen DDR spielt, stieg sogar direkt auf Platz 1 ein. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 13.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641203108
    Verlag: Diana Verlag
    Größe: 1268 kBytes
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Der Prinz aus dem Paradies

1

DÜSSELDORF, AUGUST 1995

Nebenan saß ein junges Pärchen, eng aneinander gekuschelt auf den schmalen Flugzeugsitzen. Er las Siddhartha von Hermann Hesse, und sie blätterte in einem Reiseführer, Sri Lanka - Insel der Träume. Die junge Frau hatte ihren Wuschelkopf an seine Schulter gelehnt.

Na toll. Die hatten sich. Und ich? Nicht ohne Neid schielte ich zu ihnen hinüber. Ich hatte niemanden. Ich war eine geschiedene Frau mittleren Alters.

Verzweifelt atmete ich schwer gegen eine Panikattacke an. Sri Lanka. Zehn Stunden Nachtflug. Mein Sohn war doch verrückt, mir so eine weite Reise zu schenken!

Was lag denn da alles auf meinem Sitz? Ich zog eingeschweißte Decken, Kissen und Kopfhörer unter meinem Allerwertesten hervor. Wohin jetzt damit? Auch mein Handgepäck konnte unmöglich so vor meinen Füßen stehen bleiben.

Mühsam stemmte ich mich noch mal hoch, hielt tapfer dem Strom der nach mir hereindrängenden Passagiere stand und wuchtete meine prall gefüllte Tasche ins Gepäckfach. Eine hübsche Stewardess eilte herbei. "Darf ich Ihnen behilflich sein?"

"Ja bitte, ich glaub, mir wird schwindelig." Eine Hitzewallung überkam mich, sodass ich mich schwer zusammenreißen musste, den Flieger nicht wieder fluchtartig zu verlassen.

Ruhig, Rosemarie!, beschwor ich mich. Ganz ruhig. Wir atmen tief in den Bauch, denken an etwas Schönes und entspannen uns.

"Vielen Dank." Uff. Plumps. Wieder saß ich auf meinem Sitz.

Ich tupfte mir mit einem Erfrischungstuch die Schweißtropfen von Stirn und Oberlippe. "Schrecklich eng hier, was?", sagte ich zu dem Pärchen. "Waren Sie schon mal in Sri Lanka?"

"Nein." Die beiden schauten mich fragend an. "Und Sie?"

"Nein", gestand ich. "Bis vorgestern wusste ich noch nicht mal, wo das überhaupt liegt!"

"Und wie kommt es dann, dass ...?" Das junge Glück wechselte erstaunte Blicke.

"Weil mein Sohn mir die Reise zum Geburtstag geschenkt hat. Der ist zwar erst im November, aber Mario, also mein Sohn, hat gemeint, die Preise wären gerade besonders günstig gewesen."

Schwer atmend versuchte ich, den Sicherheitsgurt um meine weiblichen Rundungen zu zurren. Die zwei waren so schlank, dass ein Sicherheitsgurt für beide gereicht hätte.

"Er muss es ja wissen, er arbeitet in einem Reisebüro."

Unter den prüfenden Blicken der Stewardess, die bestimmt überlegte, ob sie mir ein Verlängerungsteil oder ein Beruhigungsmittel bringen sollte, sprudelte es nur so aus mir heraus:

"Junge, hab ich gesagt, ich bin reif für die Insel. Du sitzt doch an der Quelle. Schau doch mal nach einem günstigen Angebot, Last Minute, nach einem schönen Ort, an dem deine alte Mutter mal zwei Wochen entspannen kann, bis es im Job wieder rundgeht."

"Na, so alt sind Sie doch auch noch nicht ..."

"Was arbeiten Sie denn?"

"Bald neunundvierzig", gab ich freimütig zu. "Als Psychologin leite ich Entspannungskurse für Erwachsene und Kinder. Mitte September geht es wieder los mit autogenem Training, Hypnose und Stressbewältigung, aber jetzt muss ich selber mal runterkommen." Ich wich einem dicken Bauch aus, der sich in mein Gesichtsfeld schob. "Aber doch nicht so!" Jemand versuchte, sein Gepäck in das Fach über mir zu quetschen. Dabei sprang ein Hemdknopf ab, und ein haariger Bauchnabel stach mir ins Auge.

Ich drehte den Kopf, um dieses Grauen nicht sehen zu müssen. Lieber wandte ich mich wieder den appetitlichen jungen Leuten zu.

"Und dann ruft mich Mario gerade mal vor zwei Tagen an und sagt: 'Mutter, du fliegst dahin, wo der Pfeffer wächst'. Darauf ich: 'Wo wächst denn der Pfeffer?' und er: 'An der Südspitze Indiens - in Sri Lanka.' - 'Junge!', brause ich auf, 'bist du verrückt'? Da will ich doch nicht hin! Das ist doch in der Dritten Welt! Ich brauche Ruhe und Erholung und keinen Ärger mit Salmonellenvergiftung, Kriminalität und so ..."

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