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Der Sklave Der spirituelle Bestseller aus Mexiko von Dílvar, Anand (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Sklave

Die berührende Geschichte einer inneren Befreiung.
Unfall. Krankenhaus. Gefangen im Alptraum des Wachkomas. Dieser Situation zunächst hilflos ausgeliefert, wehrt sich der Erzähler gegen sein Schicksal, bis ihm eine Stimme erscheint, ein göttliches Wesen, das ihm Licht am Ende des Tunnels aufzeigt. Im Dialog mit dem Engelswesen reflektiert er die Wendepunkte seines Lebens und erfährt eine friedliche Form der Läuterung. Als er endlich wieder Kontakt mit seiner Familie und seiner Frau, aufnehmen kann, ist er ein anderer Mensch geworden.
Ein Buch über die zentralen Fragen des Lebens und das, was am Ende wirklich wichtig ist. Eine parabelartige Erzählung, still und doch voller emotionaler Sprengkraft.

Anand Dílvar wurde 1966 in Mexiko City geboren. Bereits in jungen Jahren gründete er, inspiriert von der Lebensphilosophie der mexikanischen Ureinwohner, einen Verlag, der sich zu einem der erfolgreichsten in Mexiko entwickelte. Dílvar schrieb zahlreiche Bücher über sein Lebensthema, die Entwicklung der Persönlichkeit. Mit "Der Sklave" gelang ihm ein weltweiter Erfolg mit 1,8 Millionen verkauften Exemplaren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 16.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221423
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: El Esclavo (The Slave)
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Der Sklave

ZWEI

Während der ersten Tage erforschte ich das Zimmer, in dem ich lag, oder vielmehr den Teil davon in meinem Blickfeld. Der Raum wurde von einer schäbigen Neonröhre erleuchtet, die so aussah, als würde sie es nicht mehr lange machen.

Rechts von meinem Bett befand sich der Haken mit der Infusionsflasche, die von der Krankenschwester täglich gewechselt wurde. Noch weiter rechts konnte ich einen Schlauch mit einer Art schwarzem Blasebalg ausmachen, der sich regelmäßig hob und senkte und dessen Rhythmus ich inzwischen als "meine Atmung" identifizierte.

Auf der linken Seite stand ein kompliziertes Gerät mit mehreren Schaltern, Lämpchen und Bildschirmen. Später erfuhr ich, dass darüber meine Atmung und mein Herzschlag kontrolliert wurden, genauso wie die Nahrung, die man über einen Schlauch direkt meinem Magen zuführte. Hinter dem Apparat konnte ich noch ein Stückchen von einem Fenster erkennen, das für mich aber der Ursprung großer Qual war. Denn das Licht, das jeden Morgen ins Zimmer fiel, tat meinen Augen weh. Außerdem weckte es mich jeden Tag erneut und holte mich zurück in die Hölle, in der ich hier steckte. Und die körperlichen Schmerzen waren dabei noch gar nichts im Vergleich zu der Folter meiner Gedanken.

Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Groll, Angst und die Unfähigkeit, meine Emotionen zum Ausdruck zu bringen - in meinem Verstand kam das alles zusammen und ließ mich schier verrückt werden.

Deshalb bat ich jeden Tag darum, nicht wieder aufzuwachen. Ich w ünschte mir das Versagen dieser lebenserhaltenden Maschine, damit meine Zeit hier auf Erden ein Ende fand. Wer gab den Ärzten bloß das Recht, über mein Schicksal zu bestimmen? Was brachte es, mich am Leben zu erhalten? Ich vegetierte doch wie eine verfluchte Pflanze vor mich hin, die weder kommunizieren noch sich rühren konnte!

Die Hilflosigkeit überwältigte mich und verwandelte sich in Hass. Hass auf die, die mich hier am Leben erhielten, Hass auf das Leben selbst. Meiner Meinung nach wäre es wirklich besser gewesen, wenn ich sofort gestorben wäre, wie es auch die Krankenpflegerin gesagt hatte.

Trotz dieser Ansicht kam die Frau jeden Tag mit beklommener Miene herein und wechselte die Infusionsflasche, wobei sie mir nie in die Augen schaute, obwohl sie mich doch für besinnungslos hielt.

Hastig überprüfte sie all die Schläuche, die von meinem Körper zur Maschine führten, und verließ dann so schnell wie möglich das Zimmer. Jeden Tag flehte ich sie bei ihrem Eintreffen in Gedanken an, mich doch endlich in Ruhe zu lassen. Begriff sie denn nicht, dass sie mir keinen Gefallen damit tat, wenn sie mich hier am Leben erhielt?

"Hey! Jetzt hör schon auf damit!", bat ich sie innerlich. "Wenn dir mein Anblick solche Angst einjagt, dann komm eben nicht mehr, lass mich hier einfach sterben ..."

Aber sie behielt ihre Routine bei und ließ mich danach wieder allein ... und lebendig ... zurück. Immer und immer und immer wieder ...

"Verdammt, das soll endlich aufhören! Bitte, irgendjemand muss doch was tun, warum hilft mir denn keiner? Ich will nicht länger leben!"

" DARAN SOLLTEST DU DICH BESSER GEWÖHNEN, WEIL DU HIER WOHL NOCH LÄNGER RUMLIEGEN WIRST ", hörte ich da plötzlich eine Stimme. Aber ... es befand sich ja niemand im Raum. " DA HAST DU DICH ABER IN EINE ECHT ÜBLE LAGE GEBRACHT ", fuhr die seltsame Stimme fort.

"Wer bist du? Bist du etwa ein Engel?", fragte ich erschrocken, weil mir irgendwie klar zu sein schien, dass diese Stimme nicht von außen kam.

" HA! DU ALTER ATHEIST, JETZT GLAUBST DU AUF EINMAL AN GOTT UND SEINEN GANZEN HIMMLISCHEN HOFSTAAT? SEI DOCH NICHT ALBERN! "

"Aber ..." Woher wusste diese Person was ich dachte? Verlor ich etwa gerade den Verstand?

" JA, DAS IST SCHON WAHRSCHEINLICHER. "

"Also bist du gar nicht echt?"

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