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Der Teufel vor meiner Tür Zehn Jahre missbraucht und manipuliert. Wie ich der Hölle meiner Kindheit entkam von Forest, Annabelle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Teufel vor meiner Tür

Die schockierende Geschichte einer missbrauchten Kinderseele: Annabelle ist gerade sieben Jahre alt, als sie durch ihre Mutter in die Fänge einer Sekte gerät. In einem kleinen Ort in Wales führt sie zehn Jahre lang ein schreckliches Doppelleben: Tagsüber spielt sie das unbekümmerte Schulmädchen, nachts die Sexsklavin des brutalen Sektenführers.

Erst als sie schwanger wird, findet sie die Kraft, aus der Hölle auszubrechen: Um keinen Preis darf ihre eigene Tochter dasselbe durchmachen wie sie ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 12.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514052
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 987kBytes
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Der Teufel vor meiner Tür

Kapitel 2

Mama

Ich kann mich an keinen Moment erinnern, in dem meine Mutter nett zu mir war. Meine jüngere Schwester und ich wurden nie geküsst oder umarmt. Sie brachte uns nicht ins Bett und sagte uns nie, dass sie uns liebte. Sie sprach nicht einmal viel mit uns. Sie las uns nichts vor oder spielte mit uns. Tatsächlich war meine Mutter derart wenig präsent, dass ich mich bis zu meinem siebten Lebensjahr kaum daran erinnere, dass sie überhaupt anwesend war. Groß und schlank mit langem goldbraunen Haar hatte Mama das Tattoo eines Hais auf der Schulter, und rückblickend war sie während dieser ersten Jahre genau wie dieser Fisch. Sie glitt geräuschlos wie ein Hai durch meine Kindheit: als geschmeidiges, dunkles und grübelndes Wesen; als leicht bedrohliche Silhouette am Horizont. Wenn ich gelegentlich einen inneren Blick auf meine Erinnerungen werfe und Mama zu erhaschen suche, ist dort nichts, sie ist weg. Nichts außer dem Kräuseln des Wassers als Zeichen, dass es sie überhaupt gab.

Mama war die mittlere von drei Schwestern aus Ost-London, und bevor wir nach Wales zogen, hielt ich mich immer in der Nähe des Hauses von Tante Becca auf, Mamas älterer Schwester. Tante Becca war anders als meine Mutter. Sie war mollig und warmherzig, während Mama dünn und kalt war. Und das Beste war, dass Tante Becca so lieb zu mir war - sie ging mit mir in den Park, und wir veranstalteten gemeinsame Picknicks. Wir schauten uns Filme an und kuschelten dabei auf dem Sofa, und sie nahm mich sogar in den Urlaub mit ihrem Partner Alex mit.

Einmal waren wir auf einem Campingplatz in Devon, und das gesamte Areal wurde von Wasser überflutet. Es war ein seltsamer Urlaub, die ganze Zeit in Gummistiefeln herumzulaufen, aber ich weiß noch, dass wir viel gelacht haben. Tante Becca verfügte über ein ansteckendes Lachen, und es kam oft und leicht.

Tante Becca hatte noch keine eigenen Kinder. Allerdings wusste ich, dass sie irgendwann welche haben wollte. Und sobald wir zusammen waren, übte sie sich als gute Mama, indem sie mich mit Liebe überschüttete. Ich genoss es von ganzem Herzen.

"Eigentlich bist du meine Tochter", pflegte sie zu sagen und zwinkerte mir zu, bevor sie mich in die Arme schloss. Das war unser gemeinsamer Scherz - wir taten so, als sei Tante Becca meine richtige Mama, und Mama sei nur die Frau, bei der ich wohnte. Irgendwie erschien mir dies realistischer als die Wahrheit. Zu Hause gab es nie Picknicks, Filme oder Spaß. Ich kann mich nicht einmal erinnern, dass ich irgendwelches Spielzeug hatte. Meine Eltern hatten sich getrennt, als ich zwei war, und ein paar Jahre später lernte Mama einen neuen Freund kennen, Alan. Er war sehr viel jünger als sie - gerade mal neunzehn, während sie vierundzwanzig war -, doch er war nett und süß. Zusammen bekamen sie meine Schwester Olivia, die fünf Jahre jünger ist als ich. Es war Alan, der mich jeden Tag von der Schule abholte und oft mit mir in den Park ging.

Alan war groß und stämmig und hatte einen geschorenen Kopf. Er war die überwiegende Zeit glücklich und munter. Ich mochte ihn. Alan begleitete mich am Wochenende zu meiner Tante und band mir die Schnürsenkel meiner knallroten Turnschuhe zu. Alan war es auch, der mich abends ins Bett brachte und mir einen Gutenachtkuss gab. Doch ich nannte ihn nicht "Papa" - ich kannte meinen richtigen Vater. Er hieß David, und ein oder zwei Mal im Monat holte er mich ab, damit ich einen Tag bei ihm zu Hause mit seiner neuen Frau und ihrem kleinen Jungen verbrachte.

Sie besaßen einen großen Garten mit einem Swingball-Gerät und einem Trampolin - in diesem Garten konnte ich stundenlang spielen. Jedes Mal, wenn mich mein Vater zu Fuß nach Hause brachte, hatte er Spaß daran, mir Furcht einzujagen, indem er erzählte, der Ort, wo man den neuen Docklands Light Bahnhof baue, sei eigentlich der geheime Schlupfwinkel des Schreckgespenstes Bogie Man. Ich schr

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