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Deutschland - Der falsche Weg 1945 - 2015 von Berger, Hubert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Deutschland - Der falsche Weg

In den letzten 70 Jahren haben sich die Menschen und unser Land enorm verändert. Die Kriegsjahre, verbunden mit Tod und Trauer, die Zeit des Wiederaufbaus, die Entstehung des Deutschen Wirtschaftswunders, die Teilung und Zusammenführung unseres Vaterlandes, die Entwicklung des Wohlstands bis zur heutigen Zeit mit all seinen guten und schlechten Seiten. Millionen von menschlichen Schicksalen haben sich in all den Jahren, meist im Verborgenen in unserer Gesellschaft abgespielt. Stellvertretend für das unzählig Erlebte möchten wir anhand von drei Beispielen die zeitlichen Epochen herausstellen und aufarbeiten. Da wäre zum Ersten Richard, 16 Jahre alt, der von der deutschen Krieg-Propaganda 1944 so manipuliert wird, dass er es als seine Pflicht ansieht, sich freiwillig zum Kriegsdienst zu melden. Diese hochemotionale Schilderung eines heranwachsenden jungen Menschen spiegelt uns die Sinnlosigkeit und Brutalität auf eine Weise, die heute keiner versteht, damals aber als vorbildlich dargestellt wurde. Ein Kriegstagebuch mit ängstlich kindlichen Einträgen gab die Grundlage für den ergreifenden Roman. 30 Jahre später, unsere Nation hat sich längst erholt und gut entwickelt, befasst sich die zweite Geschichte um das Streben nach Erfolg, um jeden Preis. Selbst wenn die Grenzen der Legalität überschritten werden. Der sportliche Erfolg wird in den Siebziger Jahren von beiden deutschen Staaten als ein äußerst wichtiges politisches Indiz angesehen. Ähnlich wie Richard wird Sebastian im zweiten Teil von den Medien und der Gesellschaft gedrängt, im Namen des deutschen Volkes zu manipulieren. Doping in der Bundesrepublik wurde systematisch von Staatswegen gefördert und unterstützt, aber nur im Verborgenen. Dieser wachrüttelnde Roman lässt tief hinter die Kulissen unserer Gesellschaft blicken. Auch die heutige Zeit ist nicht frei von Abgründen, wie man im dritten Teil des Buches lesen kann. Die körperliche Belastung hat nachgelassen. Ein neues Phänomen ist aufgetreten. Die Psyche! Leider ist das Seelenleben nicht transparent und so wird es bei großer Belastung oft missbraucht. Mobbing ist das Krebsgeschwür der modernen Arbeitswelt. Nach außen nicht erkennbar, zersetzt es ganz lautlos die inneren Strukturen. Im dritten Teil kann der Leser ganz hautnah miterleben, wie krankhaft veranlagte Menschen anderen großes Leid zufügen, ohne dass sie körperliche Gewalt anwenden. Die Folgen sind meist irreparabel und werden dann der Allgemeinheit aufgebürdet.

Hubert Berger, 1954 in Schwabmünchen geboren, wuchs in Lagerlechfeld auf. Bei einer Veranstaltung im Jahr 2008, in deren Mittelpunkt die Geschichte des Orts Lagerlechfeld stand, kam er mit Richard Blaß ins Gespräch. Richard begann erstmals, von seinen Erlebnissen als Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg zu sprechen. Ein Gespräch, das Berger nicht mehr losließ. So beschloss er, Richards bewegendes Schicksal mithilfe zweier Tagebücher und historischer Aufzeichnungen zu Papier zu bringen. So entstand dieser autobiografische Bericht in Romanform.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 564
    Erscheinungsdatum: 11.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739286396
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 817 kBytes
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Deutschland - Der falsche Weg

18. März 1944, Lagerlechfeld

"Hinlegen, die Ohren zuhalten und den Mund weit öffnen!", diese Aufforderung wiederholt der Pilot einer Fw 200 Condor immer wieder. Parallel dazu höre ich die Bombeneinschläge immer näher kommen. Auch der waldige Moosboden vibriert mittlerweile so stark durch die zahlreichen Einschläge um mich herum, dass es mir richtig unheimlich ist. Gesteigert wird mein Empfinden noch durch disharmonische Geräusche, die durch die herabfallenden Splitter- und Sprengbomben verursacht werden. Der nun kaum auszuhaltende Lärm verstärkt sich noch durch den Beschuss der 8,8-cm-FlaK-Geschütze zu einem ohrenbetäubenden Geräusch, das sich wie das schlimmste Inferno anhört. Durch den direkten Bodenkontakt meines Körpers spüre ich das dumpfe Dröhnen der Einschläge immer intensiver und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis eine der gewaltigen Sprengbomben meinen jugendlichen Körper in tausend Fetzen zerreißen wird. In dem absoluten Chaos wiederholt Hauptmann Schmittmann immer wieder und jetzt schon sehr verzweifelt seine Anweisungen, sich flach an den Waldboden zu pressen und die Ohren mit den Handflächen fest zu umschließen. Auch die Aufforderung zum Öffnen des Mundes erneuert er bei jeder weiteren Anweisung, um die Druckwellen, die durch das Zerbersten der ersten Bäume in unserer unmittelbaren Nähe schon sehr stark wahrzunehmen sind, auszugleichen. In Erwartung des sicheren Todes stammle ich trotz meines halb geöffneten Mundes ein weiteres Gebet zum Himmel. Ein fürchterlicher Gestank verbreitet sich in Windeseile über uns. Dieser resultiert aus mehreren gewaltigen Explosionen, die sich in unserer unmittelbaren Nähe ereignen. Schwarz-grauer Rauch erschwert das Atmen jetzt noch mehr, ich versinke in eine kurze und befreiende Ohnmacht, die aber nicht aus körperlichen Schmerzen, sondern aus einer großen Panik und der absoluten Todesangst entsteht.

Durch ein Rütteln an meiner Schulter werde ich wieder in diese schreckliche Welt zurückgeholt. Hauptmann Schmittmann und seine fünf Besatzungsmitglieder schleppen sich mit mir durch einen kleinen Wald, der vor Jahren als Windfang gepflanzt worden ist, weiter nach Süden. Die Besatzung wird von dem ersten Bombenangriff auf Lagerlechfeld genauso überrascht wie ich und kann gerade noch vor den herannahenden amerikanischen Bombenverbänden mit ihrem Aufklärungsflugzeug, einer Fw 200 Condor, zur Landung ansetzen. Obwohl einige Sprengbomben die Landebahn schon erreicht haben, gelingt es dem jungen Piloten, sein Flugzeug sicher zu landen. Der einzige Schutz, der am Rande der Rollbahn zu sehen ist, ist dieser kleine Wald, in dem wir gerade um unser Leben kämpfen. Der Windschutz, der einige hundert Meter von der ausgerollten Maschine entfernt ist, wird von der Besatzung im Laufschritt erreicht, bevor der Bombenteppich ihre Aufklärungsmaschine in Schutt und Asche legt.

Ich, Richard, fünfzehn Jahre alt und Schreinerlehrling, fahre an diesem Samstag mit meinem Fahrrad aus der Arbeit kommend nach Hause, um mit meinen Eltern zu Mittag zu essen, als mich dieser Angriff der amerikanischen Air Force auf der Straße von Klosterlechfeld nach Lagerlechfeld genauso überrascht wie die Besatzung des Aufklärungsflugzeugs Fw 200 Condor. Der schützende Wald liegt gute zweihundert Meter von der Ortsverbindungsstraße entfernt, als ich am Himmel die gut sichtbaren silberfarbenen fliegenden Festungen der amerikanischen Air Force sehe, wie sie bereits in einiger Entfernung ihre tödliche Fracht entladen. Das ist für mich das Zeichen, um mein Fahrrad in den Straßengraben zu werfen und schnellstens Richtung Wald zu laufen. Dort treffe ich auf die gerade gelandete Besatzung, die ich noch von meinem Rad aus beim Landeanflug beobachten konnte. Der beißende Geruch, die zerborstenen Bäume, die vielen Bombentrichter und das Abwehrfeuer der im Umkreis platzierten FlaK-Batterien deuten noch nicht auf ein Ende des Bombenhagels hin. Im Gegenteil! Hauptmann Schmittmann

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