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Die Engel sollen bei dir sein Mein Pflegekind verlor seine Eltern und bewahrte doch den Glauben an das Leben von Glass, Cathy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.08.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Engel sollen bei dir sein

Der achtjährige Michael ist im Begriff, Vollwaise zu werden: Seine Mutter verstarb früh, und nun ist auch noch sein Vater unheilbar erkrankt. Auf Wunsch des Vaters findet er ein neues Zuhause bei der Pflegemutter Cathy, die ihm liebevoll beisteht. Voller Erstaunen beobachtet sie, wie gelassen Michael mit den belastenden Umständen umgeht. Zuversicht schöpft der kleine Junge aus seinem Glauben: Er betet täglich für die Erlösung seines Vaters und hofft, dass die Eltern im Himmel wieder vereint werden mögen ... Cathy Glass ist das Pseudonym einer britischen Autorin und Pflegemutter, die seit über 25 Jahren besonders herausfordernde Kinder beherbergt. Seit einigen Jahren schreibt Cathy über ihre Erfahrungen - mit großem Erfolg. Sie erfreut sich einer großen Fangemeinschaft, viele ihrer Bücher waren Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 30.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572359
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Night the Angels Came
    Größe: 982 kBytes
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Die Engel sollen bei dir sein

Zweites Kapitel

Mutterstolz

Als ich Adrian später von der Schule und Paula von einer Freundin abholte, umarmte ich sie besonders fest. Das Leben ist so kurz, jeder Moment ist kostbar, und man sollte nichts als selbstverständlich hinnehmen. Vielleicht muss man daran manchmal erinnert werden, damit man seine Lieben umso mehr zu schätzen weiß und aus jedem Tag das Beste macht.

Es war ein warmer Aprilnachmittag, und ich schlug vor, einen Abstecher in den Park zu machen, statt - wie sonst - direkt nach Hause zu gehen. Adrian und Paula stimmten begeistert zu. Scheinbar waren auch andere Mütter auf den Gedanken gekommen, denn im Park wimmelte es vor Kindern. Adrian rannte direkt zur großen Rutsche hinüber, während Paula und ich in den Kleinkindbereich schlenderten. Ich beobachtete sie auf dem kleinen Drehkarussell und ging zu ihr hinüber, als sie Hilfe auf der Schaukel brauchte. Während ich Paula auf den Sitz hob, hörte ich Adrian rufen: "Guck mal, Mum!"

Ich drehte mich in seine Richtung und sah ihn auf einer der größeren Schaukeln. Er bemühte sich sichtlich, so weit wie möglich nach oben zu fliegen, und wollte, dass ich seinen Mut bewunderte. Ich lächelte und nickte ihm anerkennend zu. Dann folgte meine übliche Warnung: "Halt dich bitte gut fest!" Daraufhin schaukelte er natürlich noch höher. Aber so ist Adrian eben: ein typischer Junge.

Paula mochte es lieber, sanft angestupst zu werden. Während ich ihr half, beobachtete ich Adrian. Er war von der Schaukel gesprungen und wackelte nun über ein Seil, das Teil des Geschicklichkeitsparcours war. Meine Gedanken wanderten immer wieder zu Michael. Ob er sich noch an so einfachen Dingen wie Fangen und Spielen im Park erfreuen konnte? Oder war sein Leben von der Krankheit seines Vaters dominiert? Ohne die Liebe und Unterstützung von Freunden und Verwandten drehte sich bestimmt alles darum. Ich schaute wieder zu Adrian hinüber, und für den Bruchteil einer Sekunde sah ich vor mir, wie sein Gesicht langsam zusammenfallen würde, wenn ihm jemand sagen würde, ich sei sterbenskrank. Ich bebte vor Entsetzen und lenkte meine Gedanken in eine andere Richtung. Patrick hatte um ein Treffen mit der potenziellen Betreuungsperson gebeten. Ich war mir nach wie vor nicht sicher, ob ich diese Bürde würde schultern können. Mit einem sterbenden Mann über die Zukunft seines Sohnes zu sprechen schien mir eine zu große Herausforderung. Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich Trost im Glauben finden würde. Allerdings war ich nicht besonders religiös. Wie so viele andere auch versuchte ich dennoch, mir ein Leben nach dem Tod vorzustellen. Ganz überzeugt war ich aber nicht davon. Der Tod erschien mir daher fürchterlich endgültig, und ich vermied tunlichst, darüber nachzudenken.

Als wir schließlich nach Hause gingen, fühlte ich mich recht niedergeschlagen bei dem Gedanken, Michael nicht helfen zu können. Doch dann passierte etwas Seltsames ...

Während ich das Abendessen vorbereitete, sahen Adrian und Paula eine Kindersendung. Ich konnte sie bis in die Küche hören. Es war eine Dramaserie - in etwa das Kinderäquivalent zu den Seifenopern im Vorabendprogramm. Meistens handelte es von Alltagsproblemen oder Familienkrisen: Themen bisher waren ein neues Geschwisterkind, Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Scheidungen und Leben mit einem alkoholabhängigen Elternteil. Zu meiner Überraschung handelte die neue Folge von dem Tod eines geliebten Menschen. Ich setzte mich zu den Kindern auf das Sofa. Zwar ging es in der Folge nicht um ein Eltern-, sondern ein Großelternteil, aber das Timing der Folge war dennoch unglaublich. Die Show endete mit dem schönen Satz "Er wird in unseren Erinnerungen lebendig bleiben".

Gedankenversunken kehrte ich in die Küche zurück und machte mich wieder an die Vorbereitung des Abendessens. Trotz der Sendung blieb ich unschlüssig, ob ich die Richtige war, um Michael und seinem Vater beizuste

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