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Die Kronzeugin muss sterben oder vernichtet werden von Evelyn Martyre (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2015
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Die Kronzeugin muss sterben oder vernichtet werden

Es kann schnell passieren, ohne eigenes Verschulden in das System der Mafia hineingezogen zu werden und keinen Weg hinaus zu finden. Wie soll man eine solche Lebenslage überwinden? Diese wahre Geschichte ist sehr persönlich und ansprechend präsentiert und regt den Leser an, selber weiterzudenken, welche unfassbaren Erlebnisse noch folgen könnten. Diesen spannenden Real-Krimi können Sie als Leser hautnah miterleben. Er macht verständlich, warum solche Systeme scheinbar unbesiegbar sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 15.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990386897
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 457 kBytes
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Die Kronzeugin muss sterben oder vernichtet werden

1. Kapitel

Unangenehme Überraschungen

Ich hatte mich schon so an das italienische Leben gewöhnt, dass ich mich gänzlich wie eine Italienerin fühlte und die melodische Sprache nicht nur beherrschte, sondern auch in ihr dachte. Nur an einigen Tagen im Jahr, immer dann, wenn Italien mit Schnee bedeckt war, erinnerte ich mich an meine Heimat.

Meine Eltern stammten aus einem kleinen nordischen Land: Estland. Dort schneit es viel, und die Leute sind nicht gesprächig. Eine Gegend, in der Ehrlichkeit noch etwas gilt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es dort noch das Gesetz, dem zufolge Dieben die Hand abgetrennt werden konnte. 1524 wurde Estland protestantisch, und somit prägten Arbeitsmoral und Ordnungsliebe die estnische Mentalität. Mein größter estnischer Schatz, meine Mutter, war in unserem Haus in Italien verborgen. Sie reiste als Touristin zu mir und blieb viele Jahre. Mein Gatte gab ihr die Einzimmerwohnung im Halbsouterrain unseres Hauses, da dort im Sommer die Temperatur 20° C nicht überstieg. Er war nicht dagegen, sie bei sich aufzunehmen, verlangte aber, dass ich sie alleine finanziell unterstützte. Eine Meldung unterließ er, da er seinem Bruder keine Erklärung abgeben wollte.

"In unserem Haus gibt es nie eine Kontrolle, deine Mama kann sich im Garten ausruhen. Die Bäume dort sind die höchsten in der Stadt, und darunter ist es immer schattig. Mein Bruder darf nichts von ihrer Anwesenheit wissen, denn er ist mir nicht wohlgesonnen, aber er kommt ohnehin nicht in dieses Haus."

Der rätselhafte Bruder: Er war fünfzehn Jahre jünger als mein Mann, und weitere Verwandte gab es nicht. Erst am Tag vor unserer Vermählung war der Bruder informiert worden, um Einmischung von seiner Seite und einem Familienstreit auszuweichen. Logischerweise war er deshalb weder Trauzeuge noch Gast auf unserer Hochzeit.

Ich war neugierig, mehr über ihn und das Verhältnis zwischen den beiden zu erfahren: "Was ist dein Bruder von Beruf?"

"Er ist Antidoping-Journalist bei einer regionalen Zeitung."

"Gib mir seine Artikel zu lesen. Ich möchte verstehen, was für ein Mensch er ist."

"Er schreibt keine Artikel und auch sonst überhaupt nichts. Er ist ein Antidoping-Kontrolleur."

"Welche Universität hat er absolviert?"

"Keine."

"Wie kann man als Journalist arbeiten und kein Studium abgeschlossen haben?"

"In Italien wurde erst am Anfang der Neunzigerjahre ein Gesetz beschlossen, gemäß dem Journalisten eine Ausbildung absolvieren müssen. Bis dahin konnte jeder Journalist sein, der es wollte."

"Du sagst, dass er nichts schreibt."

"Antidoping-Kontrolle ist wichtiger, als zu schreiben. Der toskanische Radsport ist weltberühmt. Schau dir zum Beispiel Marco Pantani an. Er ist eine der markantesten Figuren im internationalen Profi-Radzirkus. Mein Bruder hat in dieser Sache eine bedeutende Funktion. Er hat Macht."

Niemals wieder, in keinem Land, habe ich von einem Beruf wie dem des "Antidoping-Journalisten" gehört, der nicht schreibt und mehr Macht besitzt als ein durchschnittlicher Journalist, der Artikel verfasst. Damals wusste ich noch nicht, dass man mir in anderen Ländern noch mehrere Male genau diese Frage stellen würde: "Was ist denn ein Antidoping-Journalist?" Jetzt weiß ich, dass es eine Person ist, die in hoher Position sitzt. Es handelt sich um eine Erfindung "made in Italy", eine specialità mediterranea.

Weiter erzählte mein Ehegatte: "Mein Bruder liebt Sport, außerdem reist er häufig nach London, selbst im Winter. Ebenso interessiert er sich für die Freimaurerei. Ich habe nicht viel Kontakt zu ihm, denn wir sind sehr verschieden: Ich begeistere mich nicht für Fußball, stattdessen lese

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