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Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen (Historischer Roman) von Stegemann, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2016
  • Verlag: e-artnow
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Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen (Historischer Roman)

Dieses eBook: 'Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen (Historischer Roman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Hermann Stegemann (1870-1945) war ein deutsch-schweizerischer Journalist und Schriftsteller. Hermann Stegemann verfasste neben seinen journalistischen Arbeiten zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke. Aus dem Buch: 'Da Herr von Bauffremont als Gouverneur von Vendôme gestorben war, glich das Städtchen einem Heerlager. Der König hatte je zwei Kompagnien der Fußregimenter Dauphin und Orléans und je ein Pikett der Reiterregimenter Royal-Piemont, Royal-Pologne und La Morlière mit den Standarten ausrücken lassen und als Ehrengeleit nach Vendôme entsandt. Es waren die Truppen, die sich im Treffen von Betoux zwei Tage lang der Armee des Fürsten von Waldeck entgegengestemmt und das Feld behauptet hatten. Der König hatte noch mehr getan. Er hatte auf die Bitte der Marquise von Pompadour den Stamm des Regiments La Couronne in Marsch gesetzt und als Ehrentruppe zur Leichenparade abgeordnet. Das alte Regiment zog gerade in der Stärke von vier Kompagnien von Senlis heran, als der Graf von Sachsen über die Loirebrücke ritt, und die entspannten Trommeln von La Couronne schlugen dumpf und schwer in das hellere Geläut der Kirchenglocken.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 08.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026865919
    Verlag: e-artnow
    Größe: 584 kBytes
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Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen (Historischer Roman)

II

Inhaltsverzeichnis
Frau von Bauffremont empfing die Herren im Audienzsaale des Gouverneurs. Sie stand neben dem hohen Wappenstuhl an der Schmalwand, unter dem lilienbestickten Baldachin, auf dem die Straußenfedern verblichen und bestaubt im Luftzug schwankten, als die Flügeltüren sich öffneten und der Marschall von Sachsen, auf den Arm des Herrn von La Peyrouse gestützt, als Erster über die Schwelle trat. Hinter ihm ordnete sich sein glänzendes Gefolge. Moritz spürte den Ruck im Arm seines Begleiters, aber auch er selbst war unwillkürlich zusammengezuckt, als er in der schlanken blassen Gestalt und unter dem perlgrauen, nonnenhaften Gewand der Damen von St. Sulpice die schöne, einst von allen Amoretten umgaukelte Marquise von Bauffremont erkannte.

"Mein Gott, welche Veränderung! Der Falter ist in sein Puppengespinst zurückgekehrt," murmelte er. "Stützen Sie mich, La Peyrouse, es sind hundert Meilen bis zu ihr hin auf diesem spiegelnden Parkett."

La Peyrouse zog den Arm des Marschalls fester an sich und maß seine Schritte sorgfältig nach Moritzens unsicherem Gang.

Die Sonne stand schräg in den tiefen Fensternischen und jagte schwere Schlagschatten aus der Balkendecke. Gebrochenes Licht stieß sich unruhig in den Winkeln.

Moritz von Sachsen raffte sich zusammen und tat die letzten Schritte in fester Haltung. Nun löste er die Hand vom Arme seines Begleiters, hob den Hut, trat allein vor die Estrade, auf der die graue, in dichte Schleier gehüllte Gestalt unbeweglich wartete, und neigte sich tief.

Drei Schritte rückwärts stand Herr von La Peyrouse, hinter ihm standen, rasch im Halbkreis geordnet, das Offizierkorps der Sachsenreiter, der Stab des Regiments La Couronne, die Führer von Dauphin und Orléans, der Piketts von Royal-Piemont, Royal-Pologne und La Morlière und der Stab des Platzes Vendôme.

Als der Marschall von Sachsen den Hut schwenkte und sich so tief verbeugte, daß das große Kreuz des heiligen Ludwig von der rechten Hüfte nach vorn schwang, neigten sich die gepuderten und bezopften Köpfe wie auf einen Schlag. Blaue, rote und gelbe Galaröcke, goldene Tressen und eine Wolke blütenweißer Jabots strahlten ihren Farbenzauber aus, Sporn und Degen klirrten, dann erstarrte alles zur Ruhe, und der Marschall von Sachsen festigte seine Stimme und sprach:

"Ich habe die Ehre, der Frau Marquise die Teilnahme der französischen Armee an dem schmerzlichen Verluste zu bezeigen, den der Hinschied des Generalmajors im königlichen Dienst, Gouverneurs von Vendôme, Charles Noel Marquis von Bauffremont verursacht hat. Wir betrauern in Herrn von Bauffremont den Sieger von Betoux, einen der glänzendsten Soldaten Frankreichs, einen treuen Diener des Königs und einen untadeligen Kavalier. Die Herren, die sich mit mir vor der Grazie und der Trauer der Marquise von Bauffremont in Ehrfurcht verneigen, tragen die Farben aller Regimenter, die bei Betoux gefochten haben. Lesen Sie in den Gesichtern, Madame, Sie werden darin die Erinnerung an jene glorreichen Tage aufgezeichnet finden und zugleich den Ausdruck unserer Verehrung für dero Person darin ausgeprägt sehen."

Als der Marschall die letzten Worte sprach, bewegten sich die Schleier der Marquise wie von darunter verborgenen Händen in Verwirrung gebracht. Dicht hinter dem Marschall aber knirschte sich reibendes Leder, klirrte ein Sporn, vom Beschlag der Degenscheide getroffen, und als Moritz einen Blick rückwärts schoß, sah er Herrn von La Peyrouse mit dem rechten Knie den Boden berühren und mit starrem Gesicht und brennenden Augen, beide Hände um die Plumage des Hutes gekrampft, in dieser hingebenden Haltung verharren.

Da fühlte er sich von Eiseskälte geschüttelt, aber er bezwang sich und fuhr fort:

"So sind Wir, dem Befehle des Königs gehorchend und von eigenem Antrieb gestachelt, hierher geeilt, Herrn von Bauffremont die letzte Ehre zu erweisen und Uns ein Beispiel an dem Heldentum zu

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