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Dies beschissen schöne Leben Geschichten eines Davongekommenen von Altmann, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2013
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Dies beschissen schöne Leben

Andreas Altmann knüpft da an, wo sein Bestseller "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" aufgehört hat. Nie wieder Altötting, das war klar, aber was will er wirklich? Die Antwort heißt: LEBEN. Drogen und Frauen, exotische Länder und Ideen, Verbrechen und Mönchstum: Nichts, was er nicht ausprobiert hätte. Altmann schildert das mit Schonungslosigkeit gegen sich selber - und mit Leidenschaft und Witz. Es sind die Geschichten eines Davongekommenen, der beschlossen hat, endlich das Leben auszukosten bis zum letzten Tropfen.

Andreas Altmann zählt zu den bekanntesten deutschen Reiseautoren und wurde u. a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Seume-Literaturpreis und dem Reisebuch-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm "Frauen.Geschichten." sowie die Bestseller "Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina", "Gebrauchsanweisung für die Welt" und "Gebrauchsanweisung für das Leben". Andreas Altmann lebt in Paris.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492961899
    Verlag: Piper
    Größe: 1719 kBytes
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Dies beschissen schöne Leben

VORWORT Das wird ein seltsames Vorwort. Hier will der Autor dem Leser vom Buch abraten. Sagen wir, dem falschen Leser.Das wäre im vorliegenden Fall der moralisch einwandfreieZeitgenosse, der zartnervige, der genitalzonenfreie, dervon aller kriminellen Energie erlöste, jener eben, der gernzum " guten Buch " greift. Hier greift er daneben.Die Schlauen unter uns werden mich sogleich entlarven.Als einen Trickreichen, der hier scheinheilig falschenAlarm schlägt, um die Erregungsindustrie anzukurbeln.Ach Gottchen, wenn es nur so wäre. Nein, mein Warnschusshat Gründe.Ganz nah ran, hieß die Devise. Manchem ist das zu nah.Nichts wird hier " überhöht ", nirgends taucht eine " Metaebene" auf, nicht eine Zeile Literatur. Nur Geschichten, dieich erlebt habe, bescheidener formuliert: die mir widerfuhren.Bin eben nur Reporter. Bin sklavisch abhängig vonder Realität, von dem, was mir die Welt an Geschenkenund Zumutungen überlässt. Und die " reportiere " ich,schreibe sie auf. Schenkt mir die Welt nichts, bin ich amnächsten Tag arbeitslos. Denn noch nie lag ich im Bett undder Plot eines Romans kam über mich. Bis jetzt kam nieetwas, sprich: Immer musste ich das Bett verlassen und" leben ", jeden Satz dieser Seiten " erleben ".Ich vermute, dass ich diese " E rlebnisse " wohl meinerJugendverdanke. Über die ich in " D as Scheißleben meinesVaters, ... " berichtet habe. Anders gesagt: Meine Lebenswut hat Wurzeln. Wie Trotz, wie Aufmüpfigkeit, wie denunwiderruflichen Schwur, alles anders zu machen, als esmir eingebläut wurde. Meine Geschichten, meine Spracheerzählen ganz nebenbei auch davon, wie Verwundungenund Schmähungen - erfahren an Leib und Seele - zu einemumtriebigen Leben anstacheln können.Die gemeinen Leser werden nach der Lektüre dennochbehaupten, der Inhalt des Buches wäre erfunden. So aberwitzigklingt manches. Wenn die Gemeinen wenigstensdiesmal recht hätten. Dann wäre ich ein veritabler Schriftsteller,dann wüsste ich endlich, wie ich meine alten Tageverbringe. Als Geschichtenerfinder, als einer, der dieWelt - im Kopf - neu zaubern kann. Auf der Terrasse meinerFinca, irgendwo in Andalusien.Nein, soweit wird es, werde ich, nicht kommen. Bin jaimmer nur ein umtriebiger Schreiber, der als Matrix nichtviel mehr hat als sein bisschen Dasein. Und die Chuzpe -ja, die schon - sich auszuliefern.Natürlich berichte ich nicht die Wahrheit. Gewiss dieWirklichkeit, noch präziser: jene Wirklichkeit, an die ichmich erinnere. Immerhin bin ich verwegen genug undunterschlagenicht meine Abstürze, ja Mittelmäßigkeitenund Feigheiten. Lauter Zustände, die belästigen statt trösten.Ein " Lebenshilfebuch " ist es wohl nicht geworden.Betrug,schwerer Diebstahl, Impotenz, misslungene Nähe,Homosex, Drogen, Hysterie, AIDS, Liebesunfähigkeit. Werwill sich das zumuten ?Oder doch ein Buch, das beim Leben hilft ? Weil es vonTatsachen berichtet, denen so viele von uns begegnen.Weil ein Mensch - na ja, der neugierige - wissen will, wieein anderer handelt und wie er behandelt wird. Und wie erdavonkommt. Oder eben nicht. Hier kann er es nachlesen.Und seine Lehren daraus ziehen. Wenn er denn mag.Dieses Buch - Dies beschissen schöne Leben - ist die Neuauflagevon getrieben, das vor ein paar Jahren in einemanderenVerlag erschien. Für die jetzt vorliegende Ausgabewurden alle Storys überarbeitet, zudem fünf neue Geschichteneingefügt. Darunter " D ie Vergewaltigung ", esdauerte, bis ich einen Verleger fand, der sich traute, diesenText zu veröffentlichen.Noch etwas: Ein halbes Dutzend Essays stehen auch imBuch. Sie klingen weniger drängend und stürmisch. Damitder Leser sich kurz ausruhen kann vom Fortissimo derStorys.Die ihn vielleicht an den Rand seiner Belastungsfähigkeittreiben. Und wohl oft ungestüme Widerredenhervorrufen." Shoppen und Wellness " las ich einst in einer Anzeige.Lockruf einer Stadt. Uff, auf dass mir die Bekanntschaftdieses Orts auf ewig versagt bleiben möge. Wie gut, dassich einmal mehr einen Zeitgeist verschlafen habe.

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