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Für die Freiheit Der Kampf der chinesischen Menschenrechtler HU JIA und ZENG JINYAN von Simm, Margareta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2014
  • Verlag: Herbig
eBook (ePUB)
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Für die Freiheit

Liebe, Macht und Rebellion 'Hausarrest ist eine Konstante in meinem Leben. Freiheit ist für mich abnormal.' Hu Jia ist ein junger chinesischer Bürgerrechtler und Umweltaktivist, der seit Jahren unter Polizeibeobachtung lebt. Doch wie führt man ein menschenwürdiges Leben, wenn man ständig bedroht wird? Ist der Kampf für die eigenen Überzeugungen es wert, die eigene Familie zu gefährden? Seine heute 30-jährige Frau Zeng Jinyan steht immer zu ihm und unterstützt ihn bedingungslos - auch wenn sie dabei ihr Leben und das ihrer gemeinsamen Tochter gefährdet. Für die Freiheit ist ein durch viele Fakten untermauertes und gesellschaftskritisches Zeugnis eines beeindruckenden Paares, das für seine demokratischen Überzeugungen viel riskiert - sogar die eigene kleine Familie. Eine Familie in China kämpft für ihre Menschenrechte Sami Sillanpää ist Journalist für Helsingin Sanomat, die größte finnische Zeitung. 2004 traf er erstmals Hu Jia, freundete sich mit ihm an und lernte bald auch dessen Frau Zeng Jinyan kennen. Seither ist er mit der Familie eng befreundet und begleitet sie auf ihrem Weg. Dieses Buch basiert auf bisher unveröffentlichtem Material und zahlreichen persönlichen Gesprächen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 13.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783776682069
    Verlag: Herbig
    Größe: 16609 kBytes
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Für die Freiheit

Prolog: Die Olympiagefangenen 2008

A ls es an der Tür klopfte, hatte Hu Jia bereits eine ungute Vorahnung.

Es war einer jener Nachmittage Ende Dezember, an denen es in Peking schon früh dunkel wurde. Hu war noch nicht dazu gekommen, sich umzuziehen, er trug nur einen Pyjama. Er hatte lange Zeit im Arbeitszimmer seiner Wohnung gesessen und mit jemandem in Hongkong geskypt. Am anderen Ende der Leitung saß ein Freund, der für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International arbeitete. Sie hatten darüber diskutiert, wie man sich zu Beginn des nächsten Jahres für die Menschenrechte in China einsetzen könnte. Das Jahr 2008 würde ein großer Moment in der Geschichte Chinas werden. Die Hauptstadt Peking würde der Gastgeber für die Olympischen Sommerspiele sein und die Aufmerksamkeit der ganzen Welt würde sich auf diese Stadt richten.

Dann war die Internetverbindung plötzlich unterbrochen. Hu wunderte das jedoch nicht. Er hatte sich bereits daran gewöhnt, dass zwischendurch auch die Telefone in seiner Wohnung immer mal wieder plötzlich verstummten.

Klopf, klopf.

" Wer ist da?"

" Wir kommen, um den Wasserzähler abzulesen."

Hu holte von seinem Arbeitstisch ein kleines Tonbandgerät, drückte die Aufnahmetaste und schob es in die Tasche seines Pyjamas.

Dann öffnete er die Tür.

Sogleich packten ihn die Männer und stülpten über seinen Kopf eine schwarze Kapuze. Bevor er noch etwas sagen konnte, wurde er auch schon ins Treppenhaus gezogen. Hu sah nichts, aber er hörte die Stimmen mehrerer Männer. Sie hielten ihn unter den Achseln fest und zerrten ihn aus dem vierten Stock die Treppen hinunter – geradewegs in das vor dem Gebäude wartende Auto. Hu schrie auf, als sich die Handschellen eng um seine Handgelenke schlossen. Die Männer beschimpften ihn mit unüberhörbarem Triumph in ihren Stimmen. Landesverräter! Du ausländischer Bastard!

Der schwarze Wagen fuhr immer schneller auf den Straßen Pekings, wo es allmählich dunkler wurde.

Hus Frau Zeng Jinyan, eine kleine zierliche Frau, saß zu Hause im Schlafzimmer auf dem Bettrand. Sie hatte von all dem nichts mitbekommen, denn sie war darauf konzentriert gewesen, dem Baby die Brust zu geben. Die Milch kam nur schlecht. Das Baby weinte.

Zeng schreckte auf, als sie merkte, dass eine große schwarze Gestalt hinter ihr stand. Dann begriff sie, dass es sogar mehrere waren.

Sie stürmte ins Wohnzimmer. In der Wohnung wimmelte es nur so von Menschen, Männern und Frauen. Manche von ihnen trugen dunkelblaue Uniformen, aber viele hatten auch ganz normale Kleidung an. Sie zogen Schubladen heraus und schnüffelten in den Schränken herum. Die Lichtstrahle der Taschenlampen flitzten in der Wohnung umher. Zeng sah Männer mit ausdruckslosen Gesichtern, die ihre und Hu Jias Sachen aus der Wohnung heraustrugen: Laptops, den Drucker, das Handy, CD s, USB -Sticks, Dokumente. Irgendjemand machte Fotos. Zeng rief nach Hu Jia. Man sagte ihr, dass ihr Ehemann nicht mehr in der Wohnung sei.

Zeng begriff sofort, dass nun der Moment gekommen war, von dem an sich ihr Leben ändern würde. Sie war vierundzwanzig Jahre alt. Als sie ungefähr einen Monat zuvor ihre Tochter Qianci zur Welt gebracht hatte, war es ihr Wunsch gewesen, dass nun endlich mehr Ruhe in ihr Leben kommen würde. Jetzt besaß sie eine Familie und sie würden alle gut aufeinander achtgeben. Aber sie hatte auch Angst gehabt. Nun war diese Angst Wirklichkeit geworden. Die schwarzen Gestalten griffen nach ihr. Das Baby schrie und weinte noch mehr als zuvor.

Die Razzia in Hus und Zengs Wohnung ereig

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