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Farbenspiele Das Leben des Malers Heinrich Vogeler von Schlott, Jutta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2012
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Farbenspiele

Für Heinrich Vogeler, einen Bremer Kaufmannssohn, gehörte das Zeichnen und Malen seit seiner Kindheit selbstverständlich zum Alltag. Skizzen vom Leben auf der Straße, Studien von Tieren und arbeitenden Menschen füllen seine Zeichenblöcke. Aber erst nach langem Zögern gibt Vogelers Vater - der den Sohn lieber als seinen Nachfolger gesehen hätte - sein Einverständnis, dass Heinrich die Akademie besuchen darf, um später einmal Maler zu werden. Schon als sehr junger Mann gewinnt Heinrich Vogeler Medaillen und Auszeichnungen. Das Gestalten von Büchern und Gegenständen, die Ausstattung von Wohnräumen und Bauwerken bilden seinem Lebensinhalt. Er wird ein gesuchter Künstler und mit Aufträgen überhäuft. Sein Name, verbunden mit dem von ihm gewählten Wohnsitz, gilt als ein Markenzeichen: Vogeler - Worpswede. Das Signum ist gleichbedeutend für edlen Geschmack, Gediegenheit und Eleganz. Dem vom Erfolg verwöhnten jungen Mann wird in seiner Liebe zu dem Mädchen Martha, wie er hofft, Vollendung zuteil. Drei Kinder wachsen heran. Es ist das Glück und es soll dauern. Der Erste Weltkrieg, zu dem sich Vogeler als Freiwilliger meldet, wird zu einer tiefen Zäsur in seinem Leben. Seine Kunst steht nicht mehr im absoluten Mittelpunkt. Die Ehe mit Martha zerbricht. Der berühmte Künstler richtet auf seinem Wohnsitz, dem Worpsweder Barkenhoff, eine Kommune ein, er hilft den Kriegswaisen. Die Zeiten haben sich geändert, sie ändern auch den Heinrich Vogeler. Sein Lebensweg führt ihn von Worpswede nach Moskau, von Moskau nach Kasachstan... Heinrich Vogeler leistete Bleibendes in Buchgestaltung und Design und gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Jugendstils. Jutta Schlott, die Autorin dieser Biographie, vermag es, von Schönheit und Harmonie im Leben des Künstlers zu erzählen, wie auch von schwerer Selbsterfahrung und der Suche nach dem, was Heinrich Vogelers Leben Sinn geben sollte: 'Das Wahre'.

Jutta Schlott Jutta Schlott wurde 1944 in Kolberg - heute Polen - geboren und wuchs an unterschiedlichen Orten in Mecklenburg auf. Sie studierte Germanistik und Slawistik an der Pädagogischen Hochschule in Güstrow und arbeitet einige Jahre als Lehrerin und später als Dramaturgin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, als freie Mitarbeiterin beim Rundfunk und bei verschiedenen Zeitungen. Seit 1979 ist sie freiberufliche Autorin. Vom 1993 - 2003 lebte und arbeitete Jutta Schlott in Cottbus, einige Jahre auch als Pressereferentin und im PR-Bereich am Staatstheater Cottbus. Seit 2003 ist sie wieder in Schwerin zu Hause. Jutta Schlott ist seit 2001 Leiterin des bundesweiten Arbeitskreises LITERATUR UM WELT. Sie schreibt Erzählungen, Biographien, Kinderbücher, Hörspiele, Reportagen und Gedichte. Bibliografie Der Sonderfall, Kinderbuchverlag Berlin, 1981 Früh und spät, Kinderbuchverlag Berlin, 1982 Das liebliche Fest, Verlag Neues Leben Berlin,1984 Roman und Juliane, Kinderbuchverlag Berlin, 1985 Klare Verhältnisse, Verlag Neues Leben Berlin, 1989 Farbenspiele - Das Leben des Malers Heinrich Vogeler, Kinderbuchverlag Berlin,1989 Kalter Mai, Alibaba Verlag ,1990; 1995 TB Fischer Verlag Roman und Juliane / Golondrina, Alibaba Verlag Frankfurt/Main Ich sah etwas, was du nicht siehst -Erinnerungen aus Ostdeutschland, Wiesenburg Verlag 2000 Das Liebespaar vom Körnerplatz, Wiesenburg Verlag 2006 Spaniens Himmel - Auf den Spuren Picassos, Wiesenburg Verlag 2009 Hörspiele Vielleicht, vielleicht auch nicht, 1980 Wechselschicht, 1981 Der andere Name, 1982 Schöner Abend, 1982 Winterschlaf, 1983 Mit Kind angenehm, 1984 Uschidelniza, 1985 Mamatschi, 1986 Die Spur, 1988 Ein Kindlein im Haus, 1989

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 245
    Erscheinungsdatum: 02.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863943134
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 534kBytes
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Farbenspiele

Es wurde heftig geklopft. In der Tür stand Franz, Vogelers jüngerer Bruder. In seinem Gesicht war etwas, was die beiden am Tisch aufstehen ließ. Hein, keuchte er, ich such dich überall... Vater! Was? Was ist mit Vater? Vogeler fühlte, daß seine Knie zitterten. Er fiel zurück auf den Stuhl. Du sollst kommen. Ein Schlaganfall... Doktor Fuchsberger... Sie liefen durch die Stadt, vorbei an Passanten, Pferden, Droschken. Nein, nein, nein, hämmerte es in Vogelers Kopf. Das einzige Wort, das er denken konnte. Sie rissen die Tür zur großen Diele auf. Im Innern des Hauses war es ganz still. Sie blieben stehen. Nichts regte sich. Kein Laut. Nach einer Ewigkeit, in der Vogeler weder denken noch fühlen, noch wahrnehmen konnte, stand Anna in der Tür. Sie legte ihre Arme um Vogelers Schultern und weinte. Er wehrte sie ab. Er wollte allein sein. Niemand sehen. In sein Zimmer. In sein Bett. Anna hielt ihn zurück. Ihr Gesicht war verschwollen. Die Lider dick und rot. Du mußt zur Mutter gehen, schluchzte sie. Du bist der Älteste. Jetzt muß die Familie zusammenhalten. Sie schickte Franz zu den jüngeren Geschwistern und führte Vogeler zur Mutter. In ihrem blauen, hochgeschlossenen Kleid saß sie reglos am Flügel im Wohnzimmer. Vogeler war sich nicht sicher, ob sie sein Eintreten bemerkt hatte. Mutter, sagte er heiser. Sie schien ihn nicht zu hören. Ganz aufrecht, mit zusammengelegten Händen saß sie da. Ihr Blick war auf nichts gerichtet. Mutter, sagte er noch einmal, bittend. Nach einer langen Weile hob sie mühsam die Lider und sah zu ihm. Ohne Ausdruck, mit einer Spur von Verwundern, als stehe ein Fremder vor ihr. Vogeler ging leise, wie um die Mutter nicht zu wecken, aus dem Raum. Er stürzte die Treppe nach oben und schloß sich in seinem Zimmer ein.

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