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Gott, du kannst ein Arsch sein Stefanies letzte 296 Tage von Pape, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Gott, du kannst ein Arsch sein

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Stefanie ist gerade 15 geworden, als sie erfährt, dass sie Krebs hat und in sechs bis zwölf Monaten sterben wird. Von nun an rechnet sie ihre Zeit runter, ohne das genaue Enddatum zu kennen. In ihrem Tagebuch beschreibt sie, was in ihrem Leben jetzt wirklich zählt, welche Träume sie noch hat und wie sie sich von ihren Lieben verabschiedet. Unter den 10 Dingen, die sie noch machen will, steht an erster Stelle ein Ausritt mit ihrer geliebten Stute Luna. Die letzten Wochen ihres kurzen Lebens verbringt sie auf dem Reiterhof. Eine hochemotionale Reise durch 296 Tage voller Liebe, Enttäuschung, Hoffnung, Wut und Rebellion - und ein berührender Einblick in das Sterben.


Frank Pape, geboren 1970, hat Stefanies Geschichte aufgeschrieben. Er arbeitet seit vielen Jahren in der Präventions- und Jugendarbeit sowie als Feuerwehr- und Notfallseelsorger in der Akutbetreuung. Ehrenamtlich engagiert er sich aktiv in der Hospizarbeit und der Begleitung sterbender Patienten, Stefanie hat ihre letzten Wochen auf seinem Familienhof verbracht. Frank Pape hat vier Kinder und lebt in Ostwestfalen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 09.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641196042
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 60555
    Größe: 4042 kBytes
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Gott, du kannst ein Arsch sein

Stefanie

Mein Name ist Stefanie. Ich bin 15 Jahre alt und lebe mit meinen Eltern, meiner kleinen Schwester Lola, zwei Hunden, vier Hühnern, zwei Katzen und drei Pferden in einer westfälischen Kleinstadt.

Vor meinem Fenster höre ich die ersten Kinder lachend und erzählend von der Schule zurückkommen. Freitag! Es ist Freitag. Wieder eine Woche! Freitag sind sie immer besonders gut drauf. Klar, das Wochenende wartet. Sie werden gleich zu Hause ihre Schultaschen in die Zimmerecke werfen und denken: Das war's. Irgendwie beneide ich sie um dieses schöne Gefühl, endlich Wochenende haben zu können. Jetzt finde ich die Schule gar nicht mehr so blöd. Es war schon eine schöne Zeit. Jeden Tag Freunde treffen, und noch lange nicht jede Unterrichtsstunde war langweilig.

Ich weiß noch, wie Khan zu Beginn des Halbjahres aufstand und sagte, er müsse mal raus, ihm sei schlecht. Bis zur Tür ist er dann noch gekommen. Dann ist er umgefallen und war ohnmächtig. Der Lehrer war voll in Panik, und alle dachten, er sei tot. Als er dann wieder zu sich kam, wusste er von nichts mehr. Klar, Khan hatte vermutlich wieder nichts gegessen, die halbe Nacht am Computer gedaddelt und dann noch Unterricht in der ersten Stunde. Oder Maurice, als er in der Schultheatervorstellung der Fünftklässler eingeschlafen und vom Stuhl gefallen ist. Das war megapeinlich. Seitdem nennt ihn jeder - auch die Lehrer - nur noch Schlafmütze.

Ein echter Bringer war auch das Ding mit der Unterwäsche. Das muss ich euch noch erzählen. Also, wir hatten wie jeden Mittwoch in den ersten beiden Stunden Schwimmen. Hatten ja echt Glück, dass wir eine Schule mit eigenem Schwimmbad sind. Während wir dann schwimmen waren, ist einer der Jungs in die Umkleidekabinen gegangen und hat von allen Jungs und Mädchen die Unterwäsche eingesammelt und in einem Kleiderspendensack vor die Schwimmbadtür gestellt. Alle haben sich riesig aufgeregt, und die Lehrer mussten gleich den Direktor holen, der uns dann einzeln verhören wollte. Das sei kein Spaß, und er müsse rigoros klären, wer dafür verantwortlich sei. Er wollte sogar die Polizei einschalten. Jennifer hat darauf echt cool reagiert. Sie hat gefragt, ob es denn eine Pflicht gäbe, Unterwäsche zu tragen. Weil, ihr hätte man die Unterwäsche nicht geklaut, sie hätte ihre selber gespendet und in den Sack gesteckt. Und plötzlich fiel allen anderen ein, dass es ja eigentlich eine geplante Spendenaktion war, dass sie es nur zwischenzeitlich vergessen hatten und es ihnen aber jetzt wieder eingefallen war.

Wie auch immer, der Schulleiter fand es echt blöd, aber er nahm es hin. Der Deutschlehrer, Herr Panitz, hat dann später noch im Unterricht erzählt, dass im Lehrerzimmer alle ganz schön gelacht hätten. Außerdem fand ich es auch mal ganz cool, so ganz ohne! Nur gut, dass ich an dem Tag Jeans anhatte und keinen Rock wie manch andere.

Super fand ich auch unsere Praktikumszeit. Ich habe drei Wochen ein Praktikum bei der Polizei gemacht. War total cool. Schon am ersten Tag bekam ich sogar eine eigene Uniform. Also nur Hose und Hemd, natürlich keine Waffe oder so. In den ersten Tagen durfte ich die verschiedenen Abteilungen im Hause und die Leitstelle kennenlernen. Die letzten Tage bin ich dann als dritte Person mit im Streifenwagen rausgefahren. Für mich stand fest, dass ich meine Berufsausbildung dort machen wollte.

Krass, was man da alles macht. Die meisten Einsätze waren ja nur Verkehrsunfälle oder Ruhestörungen und Ladendiebstähle. Total cool war eine richterlich angeordnete Verhaftung. Der Typ hatte mehrere Gewaltverbrechen begangen und war zum Gerichtstermin nicht erschienen. Mehr darf ich dazu nicht schreiben. Jedenfalls haben wir den dann mit zwei Einsatzfahrzeugen und vier Polizisten meiner Dienststelle zu Hause, ganz frühmorgens, abgefangen. Ich war total aufgeregt, aber es war sooo cool. Die Kollegen waren echt super. Keiner, der einem klarmachte, dass man nur Schüle

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