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Grace und die Anmut der Liebe Roman von Benedict, Sophie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.05.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Grace und die Anmut der Liebe

'Wenn man eines Tages mein Leben erzählt, würde man erkennen, wer ich wirklich bin.' Grace Kelly. 1947: Gegen den Willen ihrer Eltern zieht die erst siebzehnjährige Grace nach New York, um zur Schauspielschule zu gehen. Sie taucht ein in das schillernde Leben Manhattans und muss hart darum kämpfen, eine gute Schauspielerin zu werden. Gegen den Widerstand der mächtigen Männer der Filmbranche und trotz der gesellschaftlichen Erwartung an die junge Frau, sich zu fügen, gelingt es Grace, sich treu zu bleiben und dennoch eine Legende der Leinwand zu werden. In der Liebe indes scheitert sie immer wieder - bis sie Rainier begegnet, dem Fürsten von Monaco ... Ein großer Roman über die Ikone Grace Kelly: Muse, Star und bedingungslos Liebende

Sophie Benedict ist das Pseudonym der Bestsellerautorin Steffi von Wolff. Die 1966 bei Frankfurt geborene Journalistin war jahrelang als Moderatorin und Redakteurin beim Radio tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 08.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841219749
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2162 kBytes
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Grace und die Anmut der Liebe

Kapitel 1

Philadelphia, 1947

»Was soll mir denn passieren, Daddy?«, fragte Grace, wobei sie versuchte, sich zu beherrschen, denn emotionale Ausbrüche kamen bei ihrem Vater gar nicht gut an. Doch selten war es ihr so schwergefallen wie in diesem Moment - denn hier ging es um alles.

Ihr Vater war es gewohnt, dass die Dinge so liefen, wie er es sich vorstellte, dafür hatte er hart gearbeitet. John Kelly war der Zweitjüngste von neun Geschwistern und wusste, was es hieß, sich durchzubeißen - er hatte sich vom Maurer zum erfolgreichen Unternehmer hochgearbeitet: Kelly for Brickwork erwirtschaftete schon in den 1920er Jahren einen Millionenumsatz. Von seinen Töchtern erwartete er Respekt und unbedingte Disziplin, vor allem aber, dass sie taten, was er verlangte. Er war es nicht gewohnt, ein Nein oder sonstige Widerworte von ihnen zu hören.

Sie saßen zu Hause beim Abendessen. Gemeinsame Mahlzeiten wurden in der Familie Kelly genauso ernst genommen wie der Sport. John und seine Frau Margaret hatten ihre Kinder von klein auf zum Sporttreiben animiert, und so spielte Grace zwar Tennis, schwamm oder spielte Hockey, ihre athletischen Leistungen blieben jedoch bescheiden, und am liebsten hatte sie immer Ballett getanzt.

»Was passieren kann, wenn du allein in eine Stadt wie New York gehst?«, polterte John Kelly los. »Das fragst du nicht wirklich, Gracie. Wie alt bist du? Gerade mal siebzehn Jahre. Wir haben nicht so viel Wert auf deine Schulbildung gelegt, damit du nun Schauspielerin wirst. Du sollst einen passenden Mann fürs Leben finden und heiraten, Gracie - und nicht deine Zeit vertun.«

»Aber ... Daddy, immer wenn ich in der Schule gespielt habe, waren alle begeistert - auch du«, sagte Grace, die vor Entrüstung keinen Bissen von ihrem Essen hinunterbekam. »Und wenn es nun einmal das ist, was ich kann, Daddy?«

Der Vater legte den Löffel beiseite. »Gracie. Eine Aufführung in der Schule bedeutet doch gar nichts.«

»Und was ist mit dem Stück von Onkel George? Weißt du nicht mehr, wie beeindruckt ihr alle von meiner Vorstellung wart?« Ihr Onkel George, Johns Bruder, hatte ein Bühnenstück geschrieben. The Torch-Bearers, die Fackelträger, und Grace wusste, dass sie gut gewesen war. Besonders stolz war sie auf die Worte des Rezensenten einer Lokalzeitung: »Es macht ganz den Eindruck, als würde Grace Kelly auf der Bühne zum Fackelträger ihrer Familie.«

»Gracie, du sitzt nicht gerade, wie oft soll ich es dir noch sagen?«, entgegnete ihre Mutter Margaret bloß - kühl, beherrscht, distanziert wie immer. Grace wusste gar nicht mehr, wann sie sich ihr das letzte Mal nahe gefühlt hatte. Ob es das überhaupt je gegeben hatte.

Sie saßen zu sechst an dem großen Esstisch. John, seine Frau Margaret, Grace und ihre Schwestern Peggy und Lizanne sowie John, Graces Bruder, der an der Pennsylvania University studierte.

»Entschuldige, Ma«, sagte Grace automatisch.

»Iss bitte, Gracie. Du hast noch nichts angerührt. Lizanne, du weißt, dass man den Löffel zum Mund führt und nicht umgekehrt.«

»Entschuldige, Ma«, sagte nun Lizanne automatisch. Sie war vier Jahre jünger als Grace, und auch sie wagte keinen Widerspruch. Graces ältere Schwester Peggy, die gerade zu Besuch war, zuckte ebenfalls zusammen. Sie stand immer noch unter der Fuchtel ihrer Mutter, wenn sie nach Hause kam, obwohl sie selbst schon ein Kind hatte. Stocksteif saß sie da, in Erwartung der nächsten harschen Kritik ihrer Mutter. Lange warten musste sie nicht.

»Peggy, leg den Löffel anständig am Tellerrand ab. Ich ...«

»Es kommt jedenfalls überhaupt nicht infrage.« John Kelly war nun weder laut noch unbeherrscht, sondern sehr leise. Das war stets ein schlechtes Zeichen.

Grace seufzte. Es war noch nie einfach mit ihren Eltern gewesen. Selbst jetzt, mit fast achtzehn, fühlte sie sich in ihrer Gegenwart noch wi

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