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Heimat hinter dem Eisernen Vorhang 1970 - 1990. von Stein, Lena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Heimat hinter dem Eisernen Vorhang

Lena Stein schildert die Erlebnisse und Erfahrungen von Hanna, die in der Zeit des Kalten Krieges vom Arbeitgeber hinter den Eisernen Vorhang geschickt wurde. Eine fremde Welt und große Herausforderungen in jeder Beziehung, musste sie sich doch in einer Männerdomäne bewähren. Um den Alltag zu bewältigen, brach Hanna immer wieder aus und reiste durch Länder, die kaum von Touristen besucht wurden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 124
    Erscheinungsdatum: 23.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738661897
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 4491kBytes
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Heimat hinter dem Eisernen Vorhang

Mallorca

Kurz danach, im März 1974, trudelte schon die nächste Einladung ein. Eine ehemalige Mitarbeiterin lebte nun in Mallorca und drängte Hanna, sie zu besuchen. Nichts wie los, es war ja nicht so weit. Der Wonnemonat Mai versprach Sonne, Sand und Meer und so genossen sie eine Woche in der schönen Stadt Palma. Tagsüber am Strand, mit sehr wenig Touristen und abends lange Diskussionen mit gutem spanischen Essen. Schon am zweiten Tag am Strand kamen sie ins Gespräch mit Matrosen von dem Kriegsschiff Independent der US Navy, das in Blickweite ankerte. Neugierig wie immer, nahmen sie die Einladung an, das Schiff zu besichtigen. Was heisst Schiff, da ging es Etage um Etage in den Bauch des riesigen Kreuzers, einfach überwältigend. In der Offiziersmesse durften sie sogar das Mittagessen geniessen. Das war ja eine Stadt mit allem drum und dran! Zuletzt erhielten sie noch einen richtigen Matrosenanzug geschenkt. Sie revanchierten sich dann mit einem tollen spanischen Nachtessen und die beiden Matrosen schätzten die Abwechslung sehr in ihrem monatelangen Dienst bei der US Navy, denn schon zwei Tage später mussten sie auslaufen. Dieses Erlebnis für die "Landpomeranzen" unvergesslich!

Palma de Mallorca

Schon im Herbst begann die Planung für die nächsten Messen und es wurde entschieden, dass 1975 zwei organisiert werden sollen. Erst die Maschinenmesse in Poznan, anschliessend Chemiemesse Incheba in Bratislava. Dank der Erfahrungen vom ersten Einsatz konnte Hanna gezielter planen, aber alles in doppelter Ausführung. Viel Arbeit neben dem normalen Büroalltag. Es machte grossen Spass, jede Ecke des Hirns wurde aktiviert! Nebenbei Auto-Fahrstunden, damit sie die Prüfung vor den Messen machen konnte. Am 2. Juni flog sie per Flugzeug nach Berlin. Anderntags mit dem Firmenauto aber mit einem Techniker des Berliner Produzenten weiter nach Poznan. Der fuhr direkt zur Messehalle, inmitten von Kisten, Maschinen, Durcheinander, stieg er aus und sagte: "Sie können alleine zur Wohnung fahren." Völlig schockiert wechselte Hanna ans Steuer und geriet in Panik, sie war noch nie alleine Auto gefahren. Da drängelten schon die Messebauer, wohl oder übel, sie musste Platz machen. Irgendwie schaffte sie den Ausgang, fand auch ein Taxi, der sie zur Übernachtungs-Wohnung lotste - sie war völlig verloren und fertig. Dankbar, dass die Vermieter vom Vorjahr ja deutsch sprachen und etwas zu essen bereit machten. Dass es kein Schlaflied brauchte ist klar! Mutig durch die erste Fahrt, fand sie am Morgen danach sogar den Weg mit dem Auto zur Messe. Da stand wie abgemacht der Stand. Kaum angekommen, wurde sie von der Montagetruppe begrüsst, es waren die gleichen Jungs wie im letzten Jahr. Diesmal hatten sie vereinbart, dass sie Frischfleisch für sie mitbringt, damit das Essen noch besser wird, denn Fleisch war schwierig zu bekommen. Natürlich jede Menge Gemüsekonserven, Teigwaren, Kartoffeln und gewisse Gemüsesorten konnte man kaufen. Erst gab es mal Frühstück und alle waren zufrieden.

Die Arbeit ruft, diesmal war es sehr streng den ganzen Aufbau zu bewältigen, auch musste eine Mustermaschine aufgebaut werden d.h. alles ausgepackt, damit der entsprechende Techniker, der erst am letzten Tag anreiste, diese zusammenstellen konnte. Wie gewohnt, gab es 12-Stunden-Tage, unterbrochen für kurze Kaffeepausen oder Nachtessen kochen. Die Dankbarkeit der Jungs war Lohn genug. Sie hatten es sehr lustig und manchmal ein Gläschen zuviel, aber Disziplin vorbildlich, denn die Arbeit ging ja weiter, oft bis 24 Uhr. Zum Messebeginn kamen Techniker der Produktionsfirmen sowie der Direktor der Firma, sodass ständig - natürlich ausser am Wochenende - sechs bis acht Personen verköstigt werden mussten. Dazu kamen Kundenbesuche, die am Mittag eine kalte Platte mit Trockenfleisch, Salami, Coppa, Tomaten bekamen. Eigentlich hatten sie ein eigenes Mini-Restaurant am Stand, was Hanna sehr stolz machte, denn durch die Erfahrun

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