text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ich hätte lieber nicht geboren werden sollen, sagte Mama - Vom Pflegekind ins Rotlichtmilieu - Autobiografie von Zeiss, Julia (eBook)

  • Verlag: Verlag DeBehr
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ich hätte lieber nicht geboren werden sollen, sagte Mama - Vom Pflegekind ins Rotlichtmilieu - Autobiografie

Mama gab mir ihre letzten Worte mit auf den Weg: 'Es wäre besser gewesen, wenn es dich und deinen Bruder nie gegeben hätte!' So etwas sagten bestimmt nur Mütter, die zu lange an Krebs litten, und nicht, weil sie schlechte Mütter waren, hoffte ich inständig. Und dann war Mama tot. Bald darauf bekam ich genau eine Stunde, um zuhause meinen Koffer mit meinem alten Leben zu packen. Meine neuen Pflegeeltern waren wenig mitfühlend. Wie der letzte Dreck am Straßenrand, der es nicht einmal wert war, aufgefegt zu werden, so fühlte ich mich jahrelang ... Die kleine Julia ist gerade einmal 11 Jahre alt, als ihre Mutter den jahrelangen Kampf gegen den Krebs verliert. Das Mädchen kommt in eine Pflegefamilie, fühlt sich dort wie ein Fremdkörper, wie ein fünftes Rad am Wagen. Kindheit und Jugend werden durch Trauer und Trostlosigkeit bestimmt. Dann gerät sie ins Rotlichtmilieu, erlebt brutale Abgründe. Und wird fast ermordet. Was kann ein Mensch ertragen, ohne endgültig zu zerbrechen? Die Autobiografie eines entwurzelten, misshandelten Kindes.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957537119
    Verlag: Verlag DeBehr
Weiterlesen weniger lesen

Ich hätte lieber nicht geboren werden sollen, sagte Mama - Vom Pflegekind ins Rotlichtmilieu - Autobiografie

Ich bin ein Zauberkind: Teil 2; zu "Meine innere Landkarte" - als Wegweiser

Ich möchte jetzt mal erzählen, was alles meine Lieblingsfarben sind. Hm, mal überlegen, ich denke Blau und Grün und Rot und Gelb und Lila und Rosa und Pink und Bunt und Weiß und Schwarz und alle zusammen - Ah, meine allerliebste Lieblingsfarbe ist ... hm, bunt! Oh, ich wollte das doch nicht sagen. Es ist mein Geheimnis gewesen. Jetzt ist es zu spät. Zu spät, um mich weiter hinter der Regression zu verstecken. Zu spät, um noch länger die Zeit zu vergeuden, mich nicht selber als Menschen so vollkommen wertzuschätzen, wie ich es verdient habe! Ich bekomme in einer zu hundertprozentigen, berechenbaren Gewissheit, alles was ich haben will. Das ist genial, oder? Ihr alle müsst ja nicht so begeistert davon sein, wie ich es bin. Haha.

Aber ich bin's trotzdem. Und ich will den roten Faden zum Schreiben nicht verlieren. Also weiter geht's. Wie abhängig bin ich? Wie reif bin ich? Wie hat man sein zu müssen? Wie will ich sein?

All das sind typische Auseinandersetzungsprozesse innerhalb einer mächtigen Identitätskrise vom Kind zum erwachsenen Menschen.

Wer sich diese Fragen noch nie gestellt hat, der hat echt etwas verpasst. Und ein echtes Problem. Das würde ich mir nicht entgehen lassen und diesen wichtigen Lebensschritt nicht überspringen.

Da ich jetzt eh schon was über mich verraten habe, will ich gleich noch etwas dazu verraten. Ich bin abhängig. Und das ziemlich doll. Abhängig von mir selber. Und niemandem sonst. Ich bin ein freier Mensch und lasse mir von nichts und niemandem mehr wehtun, es sein denn, es ist ein wichtiger Schritt für meine eigene Auseinandersetzung.

Was ich im Eigentlichen damit sagen will, ist, dass ich als Kind mit 11 Jahren noch abhängig von meinen Mitmenschen war. Abhängig davon, dass mir erwachsene Menschen Zusammenhänge hätten verständlich erklären sollen. Dass mich andere erwachsene Menschen hätten auffangen können und es aus Egoismus nicht taten.

Dass ich direkt nach dem Tod meiner Mutter in meiner Trauer verstanden worden wäre! Nur so ist es nicht gewesen. Die Realität ist knallhart zu dir. Da sei Dir mal so was von bewusst bei.

Zu den relevanten Faktoren zählen, der pure Stress in einem Zeitalter wie diesem, noch mitzukommen und das immer fortwährende Streben nach Macht, Reichtum, Geld und gutem Glanz im Schein des Ansehens. Alles schwarz. So schwarz wie das verlorene Stück meiner alten Seele. Auch schwarzer Humor genannt. Ah, deswegen wurde der irgendwann mal erfunden.

So habe ich mich die Jahre über in einem goldenen Käfig gefangen gefühlt und mir selber nie die Chance gegeben, fliegen zu lernen. Stattdessen setzte sich mein Verhalten aus dem sowieso schon vorhandenen Grundgefühl zusammen, nicht gewollt und abgelehnt zu sein und 2., aus der nicht sicheren Umgebung meines neuen Umfeldes, der Pflegefamilie. Rechne Minus und Minus und später bekommst du Plus als Ergebnis heraus.

Ich konnte meine Gefühle nicht ausleben. Es war sehr gefährlich, weil ich wie gesagt, noch ein Kind und abhängig von meinen Pflegeeltern war. So habe ich meine Gefühlswelt, in mir selber so kontrolliert weggesperrt, dass ich es beinahe nicht überlebt hätte. Wie durch Zauberhand waren aber immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtigen Menschen für mich da. Alle waren da, nur ich selber war so weit weg, verschwunden, weswegen, es meist gar nicht auffiel, ob es mich überhaupt noch gibt. Ein sehr stilles, in sich gekehrtes Wesen. Meine Gefühle haben allesamt ihre Koffer gepackt und sind davongelaufen. Einmal allesamt verteilt, quer durch die gesamte Welt über den Globus. Erst jetzt finden meine Gefühle ihren Weg selber zu mir zurück. Das Einzige, was ich dafür brauche, ist sehr viel Geduld und Zuversicht. Und mein Handeln soll

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen