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Ich werde euch finden! Eine Mutter kämpft um ihre vom Vater entführten Kinder von Richter, Corinna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ich werde euch finden!

Eine Mutter kämpft um ihre vom Vater entführten Kinder

Corinna und Tom - das ist die große Liebe. Als die beiden heiraten, sind sie gerade Mitte 20. Schon kurze Zeit später kommt das erste Kind, später folgen zwei weitere. Doch nahezu unmerklich verändert sich der frühere Traummann: Aus Fürsorge wird Kontrolle, aus Zärtlichkeit Gewalt.

Als Corinna die Scheidung einreicht, setzt Tom einen Urlaub mit seinem Nachwuchs durch - und kehrt nicht wieder zurück. Corinna trifft es wie ein Blitz: Tom hat ihre Kinder entführt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 364
    Erscheinungsdatum: 18.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732506323
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 710kBytes
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Ich werde euch finden!

1. Kapitel

Es ist 1983. Ich bin zarte neunzehn Jahre alt, habe gerade mein Abitur bestanden und trage mich zum Wintersemester an der Technischen Universität von Dortmund ein. Für Geisteswissenschaften. Damit gehörte ich zur absoluten Minderheit.

"Studierst du Maschbau oder E-Technik?", ist die übliche Frage beim Kennenlernen. Meine Antwort löst in den ersten Wochen auf dem Campus oft ungläubiges Staunen und große Verwirrung aus: "Kulturwissenschaften, Soziologie und Psychologie."

Obwohl ich eher der zurückhaltende Typ bin, finde ich schnell Anschluss. Im Oktober, kurz nachdem das Semester losgegangen ist, lädt mich meine Kommilitonin Anja zu einer Fete ein. Anja ist mit Tom zusammen, und auf der Party lerne ich ihn kennen. Er fällt mir durch seine ruhige und gelassene Art auf, ist nicht so hibbelig und aufgedreht wie die Jungs in meinem Alter.

Ich hatte schon zwei feste Partnerschaften. Die eine hielt ein Jahr, wobei ich die Hälfte der Zeit als Austauschschülerin in Amerika war, die andere acht Monate. Es gab ein paar flüchtige Beziehungen, zwei Bettgeschichten. Ein ganz unbeschriebenes Blatt bin ich nicht, bilde ich mir ein. Trotzdem macht er mich nervös.

Irgendwann im Laufe des Abends kommen Tom und ich ins Gespräch, und er erzählt mir, dass er schon ein Diplom an der Fachhochschule gemacht hat und nun das zweite an der Technischen Uni nachlegen will.

"Damit habe ich viel bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt", erklärt er mit sanfter tiefer Stimme und schaut mich eindringlich an. Seine Augen sind schokoladenbraun. Wenn er lacht, funkeln sie. "Ich will Karriere machen, etwas erreichen im Leben."

Ich mag es, wenn jemand konkrete Vorstellungen von seiner Zukunft hat.

"Was sind deine Pläne?", fragt mich Tom.

Ich lache, aber es ist gar nicht lustig. Das ist eine Frage, die ich mir schon seit einiger Zeit stelle. Was will ich eigentlich im Leben erreichen? Ich weiß es nicht genau, deshalb imponiert es mir, wenn jemand sein Ziel schon gefunden hat. Wie Tom.

Überhaupt gefällt mir dieser Tom, nicht nur wegen seiner Einstellung - aber er ist ja mit Anja zusammen und somit tabu.

In den kommenden Monaten sehe ich ihn hin und wieder in der Mensa oder im AS tA-Keller, meist jedoch ohne Anja. Manchmal wechseln wir ein paar Worte miteinander, und jedes Treffen mit ihm lässt mich ein wenig atemloser werden. Aber er ist vergeben. Ich kann mich doch nicht in jemanden verlieben, der vergeben ist. Das macht man nicht. Und er ist eigentlich auch überhaupt nicht mein Typ. Tom hat dunkelblonde glatte Haare, ist nur wenig größer als ich, aber sehr gut gebaut - flacher Bauch, breite Schultern, schmale Hüften. Sportlich irgendwie. Attraktiv.

Wenn wir uns unterhalten, erzählt er mir von seinen Träumen. Er will Erfolg haben, will Familie, ein Haus, einen Baum pflanzen, Kinder. Er ist ehrgeizig, Anerkennung ist ihm wichtig. Mit jedem Mal, an dem wir uns sehen, imponiert mir seine Vorstellungskraft mehr. Für Tom sind es keine Träume - er beschreibt seine Zukunft.

Ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie ich über ihn nachdenke, an der Uni nach ihm Ausschau halte. Bescheuert, Corinna, sage ich mir. Er ist doch in festen Händen, und die gehören auch noch einer Kommilitonin von mir.

Ich lebe in einer Wohngemeinschaft mit Susanne aus meinem Semester und Martina, meiner Schulfreundin, die beschlossen hat, Elektrotechnik zu studieren. Und ich finde es herrlich. Wir sind das perfekte Team. Es gibt keinen Streit um den Abwasch, keine Diskussion um das Essen - wir verstehen uns blind. Bis auf die Benutzungszeiten des Bads. Martina studiert zwar in einem technischen Fach, das hält sie aber nicht davon ab, das Bad jeden Morgen eine Stunde lang zu besetzen. Sie schlägt sich oft die Nächte um die Ohren und braucht morgens entsprechend länger, um sich zu restaurieren. Aber darüber können Susanne und ich hinwegsehen und p

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