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Kleopatra (Historischer Roman) Romanbiografie der letzten Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und zugleich letzten weiblichen Pharaos von Ebers, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2015
  • Verlag: e-artnow
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Kleopatra (Historischer Roman)

Dieses eBook: 'Kleopatra (Historischer Roman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Was besonders die Kleopatra angeht, so ist ihr gesamtes Dasein von einer Romantik umwoben, die an das Märchenhafte streift. Auch ihre gehässigsten Feinde bewundern ihre Schönheit und die seltenen ihr eigenen Gaben des Geistes. Ihr Charakter dagegen gehört zu den schwierigsten Rätseln der Seelenkunde. Der knechtische Sinn römischer Dichter und Schriftsteller, denen es widerstrebte, das Licht, das von der Feindin des Staates und Kaisers so glänzend ausging, freimütig anzuerkennen, löste es zu ihren Ungunsten. Was ägyptisch hieß, war dem Römer verhaßt oder doch verdächtig, und dieser am Nil heimischen Frau ließ sich schwer vergeben, daß sie den Julius Cäsar zu ihren Füßen gesehen und den Marcus Antonius sich dienstbar gemacht hatte. Andere Berichterstatter, und an ihrer Spitze Plutarch, lösten das Rätsel gerechter und vielfach zu ihren Gunsten.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 572
    Erscheinungsdatum: 04.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026845386
    Verlag: e-artnow
    Größe: 934 kBytes
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Kleopatra (Historischer Roman)

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis
Dion wollte sich bescheiden entfernen, als der Begleiter des Cäsarion auf ihn und den Freund zutrat und sie begrüßte. Er war mit beiden vertraut und bat auch jenen, zu bleiben. Es lag etwas Gemessenes und Abgeklärtes in der Stimme und den ruhigen Bewegungen dieses großen, breitschulterigen Mannes mit dem starken Körper und den mächtig entwickelten Gliedern. Zwar stand er erst in der Mitte der Vierziger, doch wies nicht nur sein ergrautes großes Haupt, sondern auch die ganze gelassene, Achtung gebietende Weise auf ein höheres Alter.

"Der junge König dort," begann er mit einer Stimme von tiefem, einnehmendem Klang, indem er auf den Wagen wies, "wünschte Dich, mein Gorgias, hier persönlich zu sprechen, doch auf meinen Rat unterläßt er es, sich unter der Menge zu zeigen. Ich führe ihn im geschlossenen Wagen hieher. - Ist es Dir genehm, so steige zu ihm ein und höre ihn an, während ich mich hier umschaue. Es scheinen merkwürdige Dinge vorzugehen - und da - oder täusche ich mich? Ist das Ungetüm, das da herangeschleppt wird, etwa schon die Statue der Königin und ihres Freundes? Warst Du es selbst, Gorgias, der diesen Platz für sie wählte?"

"Nein," entgegnete der Baumeister bestimmt. "Dieser Transport wurde sogar über mich hin und gegen meinen Willen befohlen."

"Das dachte ich," erwiderte der andere. "Cäsarion wünscht Dich gerade wegen dieser Bildsäule zu sprechen. Kannst Du ihre Aufstellung auf dem Grund und Boden des Didymus verhindern, - um so besser. Was an mir liegt, thue ich gern, um Dir Beistand zu leisten; doch in Abwesenheit der Königin vermag ich nur wenig."

"Was soll ich dann über meinen Einfluß sagen?" frug der Baumeister. "Wer weiß denn in dieser Zeit auch nur, ob der Himmel morgen blau sein wird oder grau? Nur eins steht bei mir fest: Was an mir liegt, das soll geschehen, um diese Schädigung eines achtbaren Bürgers, diesen Eingriff in das Gesetz unserer Stadt und dazu eine Kränkung des guten Geschmackes zu verhindern."

"Sage das dem jungen Könige, doch auch das nur mit Vorsicht," bat Archibius, während der Baumeister sich wandte, um dem Wagen entgegenzuschreiten.

Sobald Dion und der ältere Mann allein waren, suchte sich jener über den Grund des wachsenden Aufruhrs zu unterrichten, und da er wie jeder wohlgesinnte Alexandriner den Archibius hochhielt und es ihm bekannt war, daß er mit dem Besitzer des gefährdeten Gartens und darum auch mit seiner Enkelin Barine bekannt sei, vertraute er ihm rückhaltlos, was er besorgte.

"Iras," sagte er in seiner offenen Weise, "ist ja Deine Nichte, doch weiß ich, daß Du sie kennst. Jetzt gefällt es ihr, einer, der sie übel gesinnt ist und die sie für unvorsichtig hält, einen goldenen Apfel in den Weg zu legen, damit sie ihn auflese und ihr Anlaß gebe, sie als Diebin zu verklagen."

Als ihn der fragende Blick des Archibius bei diesem Gleichnisse traf, änderte er den Ton und fuhr ernster fort: "Zeus ist groß, doch über ihm steht das Schicksal. Mein Oheim Zeno vermag viel, wenn aber Iras und Deine Schwester Charmion, die jetzt leider bei der Königin weilt, etwas durchzusetzen wünschen, so streicht er wie der Regent Mardion die Segel. Je liebenswerter Kleopatra ist, desto gewisser hält jeder den Platz in ihrer Nähe höher als alles andere, und besonders höher als solche Kleinigkeiten wie Recht und Gesetz."

"Das sind harte Worte," unterbrach ihn der andere, "und sie scheinen mir um so bitterer, einen je größeren Kern von Wahrheit sie enthalten. Unser Hof teilt das Geschick jedes andern im Morgenlande, und wem Rom früher das Beispiel gab, Recht und Gesetz heilig zu halten ..."

"Der," fiel ihm Dion ins Wort, "mag jetzt dorthin gehen, um zu erfahren, wie roh man beide mit Füßen tritt. Die Machthaber hier und dort dürfen über einander lächeln wie die Auguren. Es sind gleiche Brüder ..."

"Doch mit dem Unterschiede," bemerkte Archibius, "daß an der S

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