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Lord Byron - Der Roman einer leidenschaftlichen Jugend - Vollständige Ausgabe Das seltsame Schicksal des berühmten Dichters (Romanbiografie) von Schirokauer, Alfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: e-artnow
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Lord Byron - Der Roman einer leidenschaftlichen Jugend - Vollständige Ausgabe

Dieses eBook: Lord Byron - Der Roman einer leidenschaftlichen Jugend - Vollständige Ausgabe' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Selten hat ein Dichter so heftigen und breiten Einfluss ausgeübt wie Lord Byron. Der englische Adlige wurde Anfang 19. Jahrhundert verehrt, verachtet - und auf allen Ebenen nachgeahmt. Von Byron stammt der Ausspruch: 'Ich erwachte eines Morgens und fand mich berühmt.' Im März 1812 erschien Childe Harold's Pilgrimage, mit dem sein literarischer und gesellschaftlicher Ruhm begann. Er wurde dem damaligen Prinzregenten George vorgestellt und hatte Aussicht, Poet Laureate zu werden. Die Aussicht auf diese Ehre versetzte ihn bei seiner freiheitlichen Denkart in Schrecken, und er äußerte zu Lord Holland: 'Bedenken Sie! Das Geld, den Wein und - die Schande!' Seine Gegner sahen darin eine Lästerung des Vaterlands, welches sie ihm von nun an zur Hölle machten, so dass er England schließlich für immer verließ.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 17.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026805779
    Verlag: e-artnow
    Größe: 667 kBytes
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Lord Byron - Der Roman einer leidenschaftlichen Jugend - Vollständige Ausgabe

II.

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Ein rot-goldener Herbsttag stand über Newstead Abbey. Durch die schmalen, efeuverschleierten gotischen Spitzbogenfenster drang gedämpft die sonnenwarme Helle in das kühle Schlafzimmer des jungen Lords. Er reckte sich, gähnte, sprang dann mit schnellem Entschlusse aus dem breiten Bette und huschte hinüber zu dem weit vorspringenden Erker. Suchend spähte er durch das rechte Fenster, hinein in die Ruine der alten Kapelle der Abtei. Dort atmete dämmrige Stille des Verfalls. Auf dem Fußboden der alten Sakristei, deren Dach vor Jahrhunderten schon unter der Last der Zeit niedergebrochen war, hatten mächtige Ulmen sich angesiedelt und bildeten jetzt inmitten der bleichen Ummauerung einen stillen grünen verwunschenen Hain.

"Es muß noch früh sein, die Krähen sind noch daheim", dachte Byron und horchte durch das geöffnete Fenster auf das Schreien der Krähen, die diesen raunenden Ort zur Hausung erkoren hatten. Er stand und beobachtete, wie die schwarzen Vögel sich riefen und lockten, wie sie sich zögernd von den Zweigen erhoben, unruhig hin und her flatterten, langsam stiegen hinauf über die Wipfel der Bäume, sich kreischend und flügelschlagend zu einer Phalanx schlossen, einige Runden über dem grauen Gestein der Ruine zogen mit lautem Gekrächz und dann wie ein flimmernder Keil hineinstießen in die sonnengetränkte Klarheit des Himmels.

Byron eilte an das Mittelfenster und sah dem Schwärme nach, bis er silbern in den Horizont verglitt.

"Es ist gegen zehn," dachte er, "meine Freunde sind ausgezogen." Er stand und blickte verloren in die glitzernde Ferne. Die ahnungsvolle Traurigkeit, die ihn seit seinen Kindertagen verfolgte, hatte ihn jählings überfallen. "Diese schwarzen Vögel", sann er bitter, "sind meine einzigen Freunde. Wenn sie morgens ausziehen zum Raubzug auf die Felder, bleibe ich einsam zurück, und wenn sie in der Dämmerung wiederkehren, gesättigt, müde, und behaglich schreiend zur Ruhe gehen, - dann bin ich noch einsamer." Er sah mit feuchten Augen hinaus über die Bäume des Parkes und über die glatten grünen Rasenflächen mit ihren blinkenden Wasserläufen. Und fühlte sich einsam, unselig und verlassen.

Langsam löste er sich vom Fenster und ging zu dem majestätischen Bette hinüber, dessen vier Pfosten vergoldete Kronen zierten.

Er legte sich wieder nieder, denn er pflegte bis zum Mittag zu ruhen. Doch bald trieb eine Unrast ihn wieder empor. Er setzte sich auf den Bettrand. Das Gefühl des Unbehagens, mit dem er aus dem Schlaf emporgefahren war, lag ihm noch immer lastend auf der Brust. Etwas anderes peinigte ihn, etwas Bestimmteres, als diese unbegrenzte Melancholie, die ihn kaum je verließ. Wie die Ahnung von etwas Unheilvollem, Widrigem war es. Er saß auf dem Bettrande und wühlte sich immer tiefer in dieses schwimmende vage Mißbehagen hinein. Doch im Unterbewußtsein kannte er seinen Grund sehr wohl. Es war die Einladung zum Diner bei seinen Nachbarn, den Chaworth, die er gestern erhalten und in der ersten Überraschung angenommen hatte.

So saß er mit schmerzlich umdüstertem Gesicht lange Zeit und koste sein Unglück.

"Ich bin ein verlorener Mensch", dachte er gramzerwühlt und sah sich mit schmerzweiten Augen um in dem uralten Gemache mit seinen wuchtigen dunklen Eichenmöbeln, "ich bin ein unseliger verlorener Mensch. Mein Vater war ein Taugenichts, der meine Mutter gleich nach der Hochzeit im Elend verlassen hat. Meine Mutter ist ein Wutteufel, die meine Kindheit vergiftet und mich so erzogen hat, daß es nicht ihr Verdienst ist, wenn

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