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Maude Die wahre Geschichte einer außergewöhnlich starken Frau von Mabry, Donna Foley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2016
  • Verlag: mvg Verlag
eBook (ePUB)
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Maude

Geboren im Jahr 1892 erlebt Maude das Beste, was ein Leben bieten kann - eine glückliche Ehe, wundervolle Kinder, großartige Freundschaften. Aber ihr widerfahren auch die schlimmsten Schicksalsschläge - unverhoffte Todesfälle, Armut und Hoffnungslosigkeit. Doch Maude kämpft immer weiter, so aussichtslos ihre Lage auch scheint. Die Geschichte, erzählt von Maudes Enkelin Donna Foley Mabry, ist eingebettet in die Ereignisse, Umwälzungen und Dramen des 20. Jahrhunderts in den USA: in einer Zeitspanne von der Großen Depression über den Zweiten Weltkrieg bis ins Detroit der 1950er- und 60er-Jahre entwickelt sich die berührende Geschichte einer starken Frau, die nie ihren Glauben an das Leben verliert. Eine wahre Geschichte, die sich liest wie ein fesselnder Roman! Donna Mabry wurde in Michigan geboren, belegte Kurse für Kreatives Schreiben und kam eigentlich nach Las Vegas, um als Kostümbildnerin zu arbeiten. Doch bald fügte sie die Geschichten, die ihr in den Umkleideräumen der Frauen zu Ohren kamen, in ihrem ersten Buch zusammen. Mittlerweile ist sie die Autorin von mehreren Romanen, die in Las Vegas spielen. Dazu gehören die Alexandra Merritt Mysteries, The Manhattan Stories - eine bekannte Reihe historischer Western -, einige Thriller sowie ihr bekanntester Roman Maude, in dem sie die Geschichte ihrer Großmutter erzählt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 09.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864159046
    Verlag: mvg Verlag
    Größe: 2454 kBytes
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Maude

Kapitel 1

Auf die Welt kam ich 1892 als Nola Maude Clayborn in Perkinsville, der nordwestlichen Ecke von Tennessee, wenige Meilen westlich von Dyersburg. Die Stadt wurde von einer Straße geteilt, deren Ende jeweils durch einen Kirchturm markiert wurde. Perkinsville war kaum mehr als ein erweiterter Straßenabschnitt. Die Häuser standen so weit voneinander entfernt, dass alles sehr ländlich wirkte. Die Bevölkerung bestand hauptsächlich aus Bauern, außerdem gab es ein paar Geschäfte, in denen sie ihren Bedarf decken konnten.

Die meisten Häuser hatten auf der Rückseite einen Stall für ein oder zwei Pferde sowie einen Pferdewagen für Personen oder ein Fuhrwerk für die Feldarbeit. Jeder im Ort hielt Hühner und eine Milchkuh. Jedes Haus besaß einen Gemüsegarten und meist auch einen Obstgarten mit Apfel-, Kirsch- und Birnbäumen.

Es gab eine Gemischtwarenhandlung und einen Doktor. Eine Witwe in der Stadt vermietete gelegentlich Zimmer an Reisende, aber es gab weder ein Hotel noch ein Restaurant, keine Bank und schon gar keinen Saloon. So gut wie jeder züchtete seine eigenen Hühner und Schweine und zog selbst Obst und Gemüse.

Teilweise erinnere ich mich noch an die Gerüche. Wenn ich im Winter durch die Stadt ging, konnte ich den Rauch der Kamine und Herde riechen, in denen Holz verfeuert wurde, ich roch die Tiere der Bauernhöfe und, wenn der Wind entsprechend stand, den Gestank der Hühnerställe. Im Frühling war die Luft vom süßen Duft der Obstblüten und dem Geruch des frisch gepflügten Ackerbodens erfüllt.

Am östlichen Ende der Straße stand die Baptistenkirche, am westlichen die Heiligungskirche. Meine Familie gehörte der Heiligungsbewegung an, und unser Leben spielte sich um unsere Kirche herum ab. Sonntags gingen wir morgens und abends zum Gottesdienst, außerdem jeden Mittwochabend. Einmal im Jahr kam ein Gastprediger, und eine Woche lang wurde jeden Abend ein Erweckungsgottesdienst abgehalten.

Die Türme der beiden Kirchen dienten als eine Art Stadtgrenze. Von der einen bis zur anderen Kirche lief man weniger als eine halbe Stunde. Es gab keine Katholiken und keine Juden, und die meisten von uns wussten nicht einmal, dass es auch so etwas wie Atheisten gab. Wahrscheinlich hätte auch niemand verstanden, was ein Atheist ist, ausgenommen vielleicht der Doktor. Er war gebildeter als die meisten anderen und hatte in anderen Städten gelebt, bis er Anfang sechzig war und seine Frau starb. Da gab er seine Praxis in der Großstadt auf und kehrte in seinen Heimatort zurück.

Die meisten Einwohner waren hier geboren und starben hier, viele unternahmen kaum mehr als eine Hochzeitsreise nach Memphis.

Es gab auch einige Farbige, sie lebten jedoch am Ende der Straße in einem etwas abgelegeneren Stadtteil.

Äußerlich kam ich nach meinem Vater, Charles Eugene Clayborn, mit glattem braunem Haar und braunen Augen. Ich war groß für mein Alter und stämmig wie mein Daddy.

Meine Schwester Helen war elf Jahre älter und kam nach unserer Mutter Faith. Beide waren klein und zierlich. Sie waren hübsch, hatten funkelnde blaue Augen und hellblondes Haar.

Helens Haar fiel gewellt über ihre Schultern, aber Momma trug ihr Haar wie alle verheirateten Frauen zu einem Nackenknoten frisiert. Ich liebte die kleinen lockigen Strähnen, die sich den Haarnadeln entzogen. Wenn Momma im Freien war, flatterten sie im Wind wie Schmetterlinge, die auf ihrem Nacken tanzten.

Helen hatte eine Figur wie eine Sanduhr, und die Nachbarinnen sagten öfter, ein Mann könne ihre Taille mit seinen Händen umfassen. Diese Damen lächelten mich freundlich an und tätschelten mir tröstend den Kopf. Ich hasste das. Mir war schon früh klar, dass ich unscheinbar war. Ich gewöhnte mich daran. Meine Mutter machte ständig an Helen herum, nähte ihr hübsche Kleider, flocht ihr Bänder ins Haar. Um mich kümmerte sie sich nicht weiter, außer um mir zu sagen, was ich tun sollte.

Das machte mir nicht viel

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