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Nachteule Nordwehen - eine Sommerliebe von Eden, Ewald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Nachteule

Ein Buch, das mich nicht wieder losließ, bevor ich es in einem Zug durchgelesen hatte. Ein Junge wird zum Mann. Und der Autor erzählt davon mit einer Sensibilität, die mich tief angerührt hat. Diese Sommerliebe hat mich in ihren Bann gezogen. Das Buch zeigt aber auch das harte Leben der Menschen hinter der glänzenden Fassade von Urlaubsseligkeit während der Badesaison in einem Seebad. Die Worte knallen hart und schonungslos in die Situation, zeigen unbarmherzig den Jungen, der die Welt verstehen will. Ich habe selten ein so mitreißendes Buch gelesen. Wie mit einem Blitzlicht erfasst strahlen die Geschehnisse auf, lebendig und packend. Ein realistischer Blick hinter die Kulissen, wo jedes Wort stimmt, mit allem Spaß und allem Elend. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, schildert packend die Härte des Alltags und auch die kleinen Freuden eines Auszubildenden in der gnadenlosen Tretmühle eines Hotels der Sechziger Jahre, dessen Leben an der Liebe fast zerbricht. Keine Längen, keine Minute Langeweile! Jedes Wort stimmt. Das ist wirklich echtes Schreibtalent und ein echter Lesegenuss!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 23.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741229190
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 271kBytes
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Nachteule

Ein Scheißtag nähert sich seinem Ende. Die Maskenbildnerin der Leander hat ihrer Chefin auch wohl eins auswischen wollen - die Diva sieht nämlich heute genauso mies aus, wie ihre Laune ist. Sogar das Publikum reagierte darauf - es wurde hier und da verhalten gepfiffen.

Das exzellente Orchester hatte stückweise seine liebe Not, die Linie zu halten. Und wir mußten es letztendlich ausbaden. Nach so einem Tag ist es mir eh' wurscht. Auf mich wartet wenigstens ein liebendes Herz - während unser Weltstar wohl nicht dieses Glück hat.

Mit dem Kopf an Traudes weicher, warmer Brust verschwinde ich in einen traumlosen Schlaf. Ich habe mich gerade erst in meiner Traumwelt eingerichtet, als es schon wieder heißt: Aufstehen. Auf dem Weg zum Hotel habe ich, wie so häufig - Glück. Ich brauche nicht den ganzen Weg zu Fuß hinter mich bringen. Einer unserer Melkburen überholt mich kurz vor der Stadt, und läßt mich die restliche Strecke bei sich aufsitzen.

Zehn Minuten vor den anderen Kollegen bin ich bereits im Office, und kann so noch einen Stremel mit Eleonore klönen. Natürlich geschieht das nicht ohne eine gute Tasse Tee.

In solchen Augenblicken vordienstlicher Kontakte geht es mir richtig gut. Der wichtigste Aspekt dabei ist, man erfährt die Begebenheiten der letzten Nacht noch handwarm, und das aus erster Hand.

Es ist oftmals ganz erbaulich, was so im Schutze der Dunkelheit im nächtlichen Hotel passiert - so wie heute. Der Nachtportier, der auf einen Kaffee zu uns hereinschaut, brennt förmlich darauf, interessierten Ohren die Bilder der Nacht zu malen.

Die Zofe der Diva hatte gegen Morgen die Hotel-Bar verlassen. Sie befand sich in Begleitung eines Repräsentanten des Hauses. Der Weg in die heimeligen Gemächer war den beiden wohl zu weit - auf jeden Fall platzte die Blase ihrer Begierde mitten in der schummerigen Hotelhalle. Auf einem Kanapee, unter dem Bild mit der englischen Jagdszene. Wie sinnig - unser Portier sagte blödsinnig - aber das ist Ansichtssache.

Heiß muß es hergegangen sein auf dem ehrwürdigen Möbel, denn das quietschen der springenden Federn (oder war es das jubeln der Zofe?) hatte Zuschauer angelockt. Unter anderem auch einen ziemlich grimmig dreinschauenden Patron. Während die Hausgäste sich getreu dem Motto: Schweigen und genießen verhielten, brachte das Auftauchen des Chefs die sich liebenden ganz schön in die Bredouille.

Seit drei Uhr dreißig haben wir einen befrackten Oberpinguin weniger in der Mannschaft, und die brüskierte Zarah Leander muß mit einer bloßgestellten Zofe leben. Von dem, was anschließend zwischen den beiden Damen abgegangen ist, hat der Portier nur den gedämpften Wortwechsel in der Künstlersuite mitbekommen - leider ohne nähere Einzelheiten zu verstehen.

Auf jeden Fall bleibt die liebestolle Gesichtsgestalterin im Dienst der Leander. Die alternde Diva kann wahrscheinlich schlecht auf deren künstlerische Renovierungsfähigkeiten verzichten.

Es ist ganz sicher eine reine Güterabwägung.

Unserem hochverehrten Chef ist es ja nicht gegeben, das Verhalten der Zofe zu kritisieren. Vielleicht hat er im Hinterkopf sein eigenes Begehren schon auf sie gerichtet - wer weiß, wer weiß. Beeilen muß er sich aber, will er denn noch zum Schuß kommen.

In zwei Tagen ist das Gastspiel der Leander beendet. Beendet ist auch unsere Plauscherei mit dem Nachtportier. Der morgendliche Trubel beginnt. Der Patron hat schon die Revierzuständigkeiten neu geregelt. Dadurch ist der Geier nicht mehr mein Revierchef. So ist bei dieser heißen Romanze auch für mich etwas Gutes herausgekommen, zumal ich in seinem Verdacht immer der große Favorit für die Rizinusorgie war. Der räumliche Abstand während des Dienstes gefällt mir da schon besser.

Der Tag hat seinen Rhythmus wiedergefunden - für Gesprächsstoff ist wahrlich gesorgt. Ich müßte eigentlich heute mit dem Patron reden - von wegen meiner Aushäusigkeit. Nach so einer Nacht will ich mir das a

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