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Nicht jeder trägt die gleiche Last Eine Familiengeschichte. von Schreiber, Monika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.01.2016
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Nicht jeder trägt die gleiche Last

Monika Schreiber erlebt in den Nachkriegsjahren eine behütete Kindheit. Große Achtung vor dem Leben und ein noch größeres Helfersyndrom begleiteten sie. Sie wird Krankenschwester. Da schlägt das Schicksal in Form eines jungen Mannes zu: Hochzeit, Kinder, Ausreise nach Tunesien als Entwicklungshelfer - mit gehangen, mit gefangen. Es kommt zum Kulturschock, und weitab von jeder Zivilisation kämpft sie um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Familie. Es folgen Abenteuer an der Elfenbeinküste, was mit drei lebhaften Kindern kein einfaches Unterfangen ist. Erst eine Studienzeit in Deutschland bietet endlich einmal Erholung und ganz normalen Alltag. Doch schon geht es wieder ins Ausland! Schließlich kehrt Ruhe ein: Ein Bauernhof wird gepachtet, die mittlerweile siebenköpfige Familie wird sesshaft und lebt für eine Weile trotz einiger Sogen in einer glücklichen, heilen Welt. Ein weiterer Neustart mit dem eigenen Bauernhof wird allerdings zum Fiasko. Doch das Leben geht weiter!

Monika Schreibers bewegende Lebensgeschichte lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: 'von der Krankenschwester zur Schlossbesitzerin'. Nach der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester folgten mehrere Jahre im Ausland, ein eigener Bauernhof und schließlich ein eigenes Schloss. Die verschiedenen Stationen ihres Lebens beschreibt sie in ihrem Buch 'Nicht jeder trägt die gleiche Last'. Die Autorin liebt es zu planen, zu bauen und zu basteln, und ihr Lebensmotto lautet: 'alles oder nichts'. Sie hat fünf Söhne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 508
    Erscheinungsdatum: 25.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990482490
    Verlag: novum pro Verlag
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Nicht jeder trägt die gleiche Last

Kindheit

Mitten in den Kriegswirren kam ich 1944 am 6. Mai in Eschwege zur Welt. Es war eine gruselige Zeit, jeder kämpfte um sein Überleben zwischen Bombeneinschlägen, Luftschutzkelleraufenthalten und der Suche nach Lebensmitteln. Mein Bruder Horst war schon 2 Jahre und ein rechtes Sorgenkind, daher waren meine Friedlichkeit und das nette Aussehen die einzigen Bemerkungen in den Briefen meiner Mutter, die meinen Vater an der Front erreichten: "Um Monika braucht man sich nicht zu kümmern, sie spielt mit ihren Händchen und brabbelt vergnügt vor sich hin", ein wahrer Ausdruck, der das ganze Leben blieb.

Aus meiner frühen Kindheit gibt es also nicht so viel zu berichten, als Sonnenschein war ich für meine Mutter erholsam, friedlich, still und bescheiden. Eine Begebenheit wurde mir dennoch immer wieder und wieder erzählt, nämlich als Bombeneinschläge das Nachbarhaus zerstörten, meine Mutter im Schutzkeller festgehalten wurde und ich im 4. Stock auf der Glasveranda inmitten von Millionen Glasscherben unverletzt und glücklich brabbelnd aufgefunden wurde. Meine Mutter konnte die Verzweiflung, während die Bomben auf Eschwege niedergingen und ihr Kind mittendrin alleine auf der Veranda im Körbchen lag, ihr Leben lang nicht vergessen! Wie unmenschlich war der Kommandant des Schutzkellers, doch eine Ausnahme konnte er nicht zulassen, da Gefahr für das Leben aller Schutzbefohlenen bestand. Für uns, die keinen Krieg erlebt haben, unvorstellbar.

Eine weitere Geschichte kann ich auch nur von Erzähltem berichten, denn ich war noch zu klein, um Erinnerungen daran zu haben. Wir hatten eine polnische "Nanny", die sollte auf mich aufpassen, da meine Mutter und Horst mit dem Handwagen auf das Land fuhren, um Ähren zu sammeln, vielleicht auch, um von Bauern, die meine Mutter noch aus ihrer Zeit als Geflügelzüchterin kannte, ein Stückchen Speck einzutauschen. Nun, das junge Ding hatte alles andere im Kopf und bemerkte nicht, wie ich auf der Straße dem Handwagen nachlief. Bald waren Mutter und Horst verschwunden und ich allein auf weiter Flur. Das machte mir wohl nichts aus und wacker stapfte ich weiter auf der großen Straße. Frauen und Mütter wollten mich retten, doch dann schrie ich wie am Spieß und so ließen sie mich weiterlaufen. Eschwege hatte ich schon lange hinter mich gebracht und vor mir lag das Dorf Reichensachsen. Keiner konnte mich stoppen und so hing eine Traube von Frauen hinter mir. Jeder versuchte es, wollte das arme Kind nach Hause zurückbringen, doch ich brüllte und lief weiter. Da kam ein alter Mann auf mich zu, sprach mit ruhiger Stimme, fragte, wie ich heiße, und siehe da, ich brüllte nicht und sagte meinen Namen: "Hossi."

Wo ich wohnte wusste ich jedoch nicht und auch meinen richtigen Namen kannte ich noch nicht. Ich war erst 2 Jahre alt. Der Mann mit der beruhigenden und herzlichen Stimme nahm mich auf den Arm und mit ihm ging ich friedlich in seine Wohnung. Eine wunderschöne Puppe hatte ich im Arm, saß glücklich auf dem Schoß und lachte meiner verzweifelten Mutter entgegen. Sie war tausend Tode gestorben, die Polizei war eingeschaltet und nur deshalb wurde ich gefunden. Die Familie hatte mein Auffinden gemeldet. Das hätte auch anders ausgehen können!!!

Für meine Mutter eine grausige Situation, hatte sie doch gerade Post vom Kommandeur des Grenadier-Regiments, nachdem schon im Jahr 1945 eine Vermisstenanzeige ausgestellt worden war, erhalten, mit der Nachricht, dass die Kompanie vom Vater ausgelöscht und es keine Überlebenden gab. Aber meine Mutter gab die Hoffnung nicht auf, schrieb weiter die Briefe an meinen Vater, berichtete von den Kindern und ihrem Leben. Der Krieg war unmenschlich.

Über den Namen Hossi, den ich mir gab, wurde noch lange gesprochen, denn Hossi, so nannte ich meinen Bruder und so wollte ich gerne sein!! Psychologen würden heute darauf meine restliche Lebensgeschichte aufbauen.

Die Hoffnung meiner Mutti ging in Erfüllung. An diesen Tag erinn

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