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Nicht ohne meine Tochter Sie wird von ihrem persischen Ehemann in Teheran festgehalten.. Sie hätte fliehen können, ihre Tochter aber sollte sie zurücklassen ... von Mahmoody, Betty (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Nicht ohne meine Tochter

Nichts ahnend fliegt Betty Mahmoody zusammen mit ihrer kleinen Tochter und ihrem persischen Ehemann für einen zweiwöchigen Aufenthalt in den Iran. Bereits nach wenigen Tagen muss sie feststellen, dass ihr Mann sich immer mehr verändert. Er schlägt sie und ihre Tochter und sperrt sie ein. Von einer Rückkehr in die USA ist nicht mehr die Rede.

Als es Betty gelingt, Kontakt zur Schweizer Botschaft aufzunehmen, erfährt sie, dass sie das Land nur ohne ihre Tochter verlassen kann. Das aber will sie unter keinen Umständen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 540
    Erscheinungsdatum: 09.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732510153
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Not Without My Daughter
    Größe: 1030 kBytes
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Nicht ohne meine Tochter

1

Meine Tochter war auf ihrem Fensterplatz an Bord der British-Airways-Maschine eingenickt. Ihre rotbraunen Locken umrahmten ihr Gesicht und fielen ungebändigt bis zu ihren Schultern herunter. Sie waren noch nie geschnitten worden.

Wir schrieben den 3. August 1984.

Mein geliebtes Kind war von unserer langen Reise erschöpft. Am Mittwochmorgen hatten wir Detroit verlassen, und während wir uns dem Ende dieses letzten Reiseabschnitts näherten, ging die Sonne auf und der Freitag begann.

Moody, mein Mann, blickte von den Seiten seines Buches auf, das auf seinem Schoß lag. Er schob die Brille auf seine höher werdende Stirn. "Du solltest dich jetzt fertig machen", sagte er.

Ich öffnete meinen Sicherheitsgurt, nahm meine Handtasche und machte mich auf den Weg durch den schmalen Gang zur Toilette im Heck des Flugzeugs. Das Personal war schon dabei, die Abfälle einzusammeln und die Landung vorzubereiten.

Es ist ein Fehler, sagte ich mir. Wenn ich bloß auf der Stelle aus diesem Flugzeug aussteigen könnte! Ich schloss mich in der Toilette ein und sah im Spiegel eine Frau an der Grenze zur Panik. Ich war gerade neununddreißig geworden, und in dem Alter sollte eine Frau ihr Leben im Griff haben. Wie, fragte ich mich, hatte ich die Kontrolle verloren?

Ich frischte mein Make-up auf, um möglichst gut auszusehen und um mich abzulenken. Ich wollte nicht hier sein, aber ich war hier, also musste ich das Beste daraus machen. Vielleicht würden diese zwei Wochen ja schnell vorübergehen. Wenn wir wieder zu Hause in Detroit wären, würde Mahtob in die Vorschulklasse einer Montessori-Schule in der Vorstadt kommen. Moody würde sich wieder in seine Arbeit vertiefen. Wir würden den Bau unseres Traumhauses in Angriff nehmen. Du musst nur diese beiden Wochen durchstehen, sagte ich mir.

Ich suchte in meiner Handtasche nach der dicken schwarzen Strumpfhose, die ich auf Moodys Anweisung hin gekauft hatte. Ich zog sie an und strich den Rock meines konservativen dunkelgrünen Kostüms glatt. Noch einmal betrachtete ich mein Spiegelbild und verwarf den Gedanken, mir mit der Bürste durch mein braunes Haar zu fahren. Wozu der Aufwand?, fragte ich mich. Ich band das dicke grüne Kopftuch um, das ich, wie Moody gesagt hatte, immer tragen musste, wenn wir aus dem Haus gingen. Mit dem Knoten unter dem Kinn sah ich aus wie eine alte Bauersfrau.

Prüfend betrachtete ich meine Brille. Ich fand mich ohne sie attraktiver. Wollte ich Moodys Familie beeindrucken oder wollte ich möglichst viel von diesem schwierigen Land sehen? Ich ließ die Brille auf; das Kopftuch hatte ohnehin schon irreparablen Schaden angerichtet.

Schließlich kehrte ich zu meinem Platz zurück.

"Ich habe mir überlegt, dass wir unsere amerikanischen Pässe lieber verstecken sollten", sagte Moody. "Wenn sie die finden, werden sie sie uns wegnehmen."

"Aber wo?", fragte ich.

Moody überlegte kurz. "Deine Handtasche werden sie durchsuchen, weil du Amerikanerin bist", sagte er. "Gib mir die Pässe. Bei mir werden Sie es kaum versuchen."

Das war vermutlich richtig, denn mein Mann gehörte in seiner Heimat zu einer berühmten Familie. Das wurde schon aus seinem Namen deutlich. Persische Namen haben - jeder für sich - eine besondere Bedeutung, und jeder Iraner konnte aus Moodys vollem Namen - Sayyed Bozorg Mahmoody - eine Menge schließen: "Sayyed" ist ein religiöser Titel, der auf einen direkten Nachkommen des Propheten Mohammed auf beiden Seiten der Familie hinweist, und Moody besaß einen komplizierten, in Farsi geschriebenen Stammbaum, um dies zu untermauern. Seine Eltern hatten ihm den Namen "Bozorg" gegeben, in der Hoffnung, er werde eines Tages die Größe, Würde und Ehre erlangen, die der Name verheißt. Der Familienname hatte eigentlich Hakim gelautet, aber Moody wurde um die Zeit geboren, als der Schah ein Edikt erließ, das islamische Namen wie diesen verbot, sodass Moodys Vater den Familiennamen in Mahmo

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