text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Nie wieder ohne dich Als der Staat uns unsere Tochter wegnahm und wie wir um sie kämpften von Bombarde, Sabrina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Nie wieder ohne dich

Sabrina und Yoan sind überglücklich: Mit Louna haben sie die Tochter bekommen, die sie sich immer gewünscht haben. Doch als die Kleine wenige Wochen alt ist, tauchen in ihrem Gesicht Schwellungen auf. Kaum im Krankenhaus angekommen, werden ungeheure Beschuldigungen laut. Und ganz plötzlich finden sich die Eltern in einem Albtraum wieder: Yoan wird von der Polizei verhört, Sabrina darf ihre Tochter nicht mehr sehen. Vier Jahre kämpfen sie gegen Gerichte, Jugendamt und Gesundheitssystem, bis sie beweisen können: Sie haben Louna nichts angetan, sie leidet wie ihre Mutter an einer seltenen genetischen Krankheit ... Sabrina und Yoan Bombarde hätten nie gedacht, dass Menschen in einem Rechtsstaat ein solches Unrecht widerfahren kann. Vier Jahre kämpften sie um ihre Tochter - doch erst als sie zu drastischen Mitteln griffen, bekamen sie ihr Kind zurück. Nun erzählen sie ihre ganze Geschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 222
    Erscheinungsdatum: 31.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572267
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1158 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Nie wieder ohne dich

YOAN

1. In der Haut eines Kinderquälers ...

16. Februar 2012. Ich komme mir vor wie in einem schlechten Hollywoodfilm.

Es ist jetzt schon fast vierundzwanzig Stunden her, dass ich zwischen zwei polizeilichen Vernehmungen in dieser erbärmlichen Zelle gelandet bin. Der Uringestank ist unerträglich. Unweigerlich schweifen meine Gedanken zu Elend und Tod. Seit gestern versuchen zunehmend gereizte Polizisten unerbittlich, mich im fahlen Licht der Amtszimmer zum Geständnis des Unvorstellbaren zu bewegen. Und ich streite ebenso unerbittlich ab. Wie so oft gibt es aufseiten der Verhörenden den Freundlichen, den Choleriker und denjenigen, der mir nicht einmal Zeit zum Luftholen lässt, so heftig prasseln seine Fragen auf mich nieder. Unter dem runden Auge einer an der Decke angebrachten Kamera, die jede noch so geringfügige Äußerung, jede noch so kleine Regung und Bewegung meinerseits festhält, gebe ich Antworten, die die Polizeibeamten verärgern. Es sind zweifelsohne Antworten, die sie nicht hören wollen ...

Am Nachmittag des Vortags haben Polizeibeamte der Abteilung Jugendschutz frenetisch an unsere Wohnungstür geklopft. Anstatt die Klingel zu benutzen, um mich über die Gegensprechanlage zu bitten, die Tür des Gebäudes zu öffnen, schellten sie lieber bei Nachbarn, um ohne mein Wissen hineinzugelangen. Der Überraschungseffekt schien den Polizisten das geeignete Mittel, mich an einer möglichen Flucht zu hindern. Sie stürmten die Treppe im Laufschritt nach oben, um dann lautstark an meine Tür zu hämmern. Als ich öffnete, schleuderten sie mir statt einer Begrüßung entgegen: "Polizei. Abteilung Jugendschutz!" Sie waren zu viert. Einer von ihnen, ein junger Typ mit einem kleinen Schnurrbart, erinnerte mit seinem Aussehen ein wenig an die Polizisten der 1980er Jahre. Er musste etwa so alt sein wie ich, also zweiundzwanzig, und trat eher zurückhaltend auf. Vermutlich ein Berufsanfänger. Neben ihm baute sich ein breitschultriges Kraftpaket in hellbraunem Lederblouson auf. Außerdem gehörte eine Frau mit ausgeprägtem slawischem Akzent zur Truppe und noch ein weiterer Polizist, der deutlich älter als die anderen war. Er wirkte wie einer, der in seinem Job schon viel erlebt hat und keine Nachsicht kennt. Als ich sah, wie sie die Wohnung in Beschlag nahmen und forschende Blicke in jeden Winkel warfen, spürte ich, dass die Sache keine gute Wendung nehmen würde. Allerdings blieben sie höflich, als sie mich aufforderten, mit ihnen zu kommen. Auf meine Frage, aus welchem Grund sie mich vernehmen wollten, antworteten sie, dass dies im Zusammenhang mit einem Fall von Gewaltausübung gegen meine drei Monate alte Tochter Louna stünde. Als ich jedoch Auskunft darüber verlangte, ob man mich in Gewahrsam nehmen würde, schwiegen sie. Während sie mich zur Tür führten, sah ich zu meiner Lebensgefährtin Sabrina hinüber. In ihren Augen lag Verzweiflung, und es kam mir vor, als würden wir uns nie wiedersehen. Die Blondine und das Kraftpaket blieben bei ihr in der Wohnung, ich folgte den beiden anderen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Sabrina ein paar Stunden später den gleichen Weg wie ich zurücklegen und sich dann ebenfalls in Polizeigewahrsam auf der Hauptwache von Nancy wiederfinden würde.

Der Ford Escort setzte sich gemächlich in Bewegung. Während der Fahrt verzichtete man auf Blaulicht und übermäßige Geschwindigkeit. Vermutlich wollte man mich beruhigen und nicht durch martialisches Auftreten einschüchtern. Kaum saß ich im Wagen, forderte der ältere und erfahrenere der beiden Polizisten mich scheinheilig auf: "Ich glaube, du hast uns so einiges zu erzählen ..."

"Was sollte das denn Ihrer Meinung nach sein?"

"Oder war es deine Freundin Sabrina, die eurem Baby das angetan hat ... Vielleicht war es auch ein Unfall, so was kann vorkommen ..."

"Aber das stimmt doch gar nicht! Sie liegen vollkommen falsch!"

Er taxierte mich mit zusammenge

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen