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Ohne Maulkorb Aus dem Tagebuch meines Hundes - Ein satirischer Tatsachenroman von Buster, Dolly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Ohne Maulkorb

Schwer erziehbar? Ein Sexprotz gar? Der junge Beagle Lio fühlt sich von seinen Herrchen mächtig unverstanden. Wie gut, dass Dolly Buster in sein Leben schneit und ihn kurzerhand adoptiert. Bei der Ex-Pornoqueen lernt Lio nicht nur etwas über Sex, sondern trifft auch auf richtig schräge Vögel - Mensch wie Tier - und schlittert geradewegs hinein in das größte Abenteuer seines Lebens. Denn Lio ist zu Höherem geboren, er weiß es nur noch nicht.
Ein überraschendes Buch voller Witz und Ironie - nicht nur für Dolly-Fans!

Dolly Buster, die mit bürgerlichem Namen Nora Baumberger heißt, wurde als Erotikdarstellerin bekannt. Heute ist sie Autorin, Schauspielerin und erfolgreiche Geschäftsfrau.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641154899
    Verlag: Heyne
    Größe: 2700 kBytes
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Ohne Maulkorb

PROLOG

Als ich an diesem Novembermorgen aufwache, ist Hook gerade mit der Morgentoilette beschäftigt. Was bei ihm so viel heißt wie: Er trinkt aus der Kloschüssel.

Ich hebe träge den Kopf und blinzle dreimal. Kurzer Blick aus dem Fenster. Draußen liegt der erste Schnee. Verdammt. Sieht ungemütlich aus.

Und natürlich, mein Magengeschwür ist wie üblich schon vor mir wach gewesen. Trotzdem ist Hook derjenige, der über der Keramik hängt, als hätte er gestern eine harte Nacht gehabt.

"Guten Morgen, Hook. Na, was schmeckt der Sanitär-Sommelier? Wesel, Spätlese, feines Zitronenaroma, kräftig im Abgang?"

Hook hebt grunzend den Kopf. Aus einem seiner schlaff herabhängenden Mundwinkel rinnen ein paar Tröpfchen, die man definitiv nicht als edel bezeichnen kann. Eigentlich ist Hook ein ganz formidabler Gefährte und mein engster Vertrauter. Aber leider hebt er gerne mal einen dort, wo die meisten Männer oft nicht einmal die Brille heben. Eau de Toilette im Wortsinn eben. Viele Menschen wollen morgens nicht unbedingt geküsst werden. Bei Hook hätten sie wenigstens einen ziemlich guten Grund dafür.

"Morgen, Lio. Na, Kleiner, gut gepennt?"

Spricht's und wendet sich sofort wieder geräuschvoll seinem ganz persönlichen Morgenritual zu. Von mir aus. Lab dich ruhig am hochglänzenden Frühstücksbuffet, alter Knabe. Ich hoffe für dich, es gibt dort auch heute Morgen nichts frisch Gepresstes ...

"So lala. Du hast leider wieder einmal geschnarcht wie ein ausgewachsenes Nilpferd. Hast du es eigentlich jemals mit Hypnose versucht, Hook? Oder mit einem von diesen Nasenpflastern? Vielleicht hilft ja auch ein kleiner Nebenhöhleneingriff. Mir zuliebe."

Hook unterbricht seinen Tauchgang im Sanitärbecken erneut, um mich etwas entgeistert aus seinen dunklen Knopfaugen anzusehen. Diesmal läuft ihm ein zähflüssiges Rinnsal aus dem anderen Mundwinkel. Natürlich weiß ich, dass der arme Kerl mir manchmal nicht mehr ganz folgen kann. Er ist eben ein fast dreizehn Jahre alter Boxer. Rechnet euch das mal in Menschenjahren aus. Ihr könnt von Glück sagen, wenn ihr dann überhaupt noch wisst, wo die Toilette ist. Hook findet sie immerhin jeden Morgen, auch wenn er dafür nicht genau weiß, wozu sie dient. (Das wusste er eigentlich noch nie, und ich will ihm jetzt nicht mehr die Illusion rauben, dass es sich dabei um eine Art Trinkbrunnen für Hunde handelt.) Es wundert mich, dass er überhaupt noch weiß, wo seine Zunge ist. Meistens sehr weit außerhalb des restlichen Körpers übrigens. Sogar wenn er so schelmisch grinst wie jetzt gerade.

"Dann halt dir doch die Ohren zu, Kleiner. Bestehst doch fast nur aus Ohrläppchen. Für irgendwas müssen diese Riesenoschis ja gut sein."

Oho. Gut gebrüllt, weißer Löwe auf der Versace-Keramik. Mit so viel Schlagfertigkeit habe ich um diese Uhrzeit, ehrlich gesagt, nicht gerechnet. Manchmal kann es der alte Knabe eben doch noch.

"Die sind dazu da, um Hasen einzuschüchtern. Die Mümmelmänner entwickeln beim Anblick meiner mächtigen Ohren einfach schlimme Minderwertigkeitskomplexe und vergessen dabei wegzurennen. Sehr hilfreich bei der Jagd."

Ich gebe zu, ich kann diese Aussage nicht empirisch beweisen. Vielleicht stimmt sie auch gar nicht, das erfährt man ja nicht einmal in einer dieser unzähligen pseudowissenschaftlichen Tiersendungen im Fernsehen, wo niemand je die wirklich großen Fragen der Hundheit beantwortet. Ich selbst habe leider noch nie einen Hasen erbeutet. Natürlich jage ich ihnen hinterher, aber unglücklicherweise bin ich allergisch gegen die Biester. Und im Moment der feindlichen Übernahme muss ich meist recht heftig niesen. Ein Umstand, der einem positiven Jagderlebnis natürlich recht wenig zuträglich ist. Solange es also kein Hasenfleisch aus Analoghase gibt - wie man das vom Käse auf der Pizza kennt -, werde ich meine Erfolge wohl etwas beschönigen müssen. Das machen einige von euch Zweibeinern ja auch gan

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