text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Röhm. Ein deutsches Leben von Marohn, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2015
  • Verlag: Lychatz Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Röhm. Ein deutsches Leben

Bis heute ist im deutschsprachigen Raum über einen einzigen führenden Nationalsozialisten keine Biografie veröffentlicht - über Ernst Röhm. Warum? Wie vereinbart Ernst Röhm nationalsozialistische Weltanschauung und Homosexualität? Wer war Ernst Röhm

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 330
    Erscheinungsdatum: 01.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942929813
    Verlag: Lychatz Verlag
    Größe: 1203 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Röhm. Ein deutsches Leben

NEUE ANKUNFT

Ein Mann kommt nach Hause zurück. Er freut sich nicht auf sein Vaterland. Deutschland besteht, nein, es verfällt im neuzeitlichen Zustand Republik. Die Regierung dieser deutschen Einheitsrepublik schaltet und waltet in Berlin. Das Volk lebt verelendet, arbeitslos, mutlos und uneinig nach Revolution, Inflation und andauernder 'Demokratie'.

Zum 6. November 1930 meldet der VÖLKISCHE BEOBACHTER aus München: "Parteigenosse Hauptmann Ernst Röhm, der treue Mitkämpfer Adolf Hitlers in den schwersten Tagen der nationalsozialistischen Bewegung, ist heute nach nahezu zweijährigem Aufenthalt in Bolivien ... zurückgekehrt. Zum Empfang des beliebten Führers der ehemaligen Reichskriegsflagge hatten sich am Hauptbahnhof zahlreiche Parteigenossen, Kameraden und Freunde eingefunden. Adolf Hitler selbst kam, um den Heimkehrer persönlich zu begrüßen."

Drei Wochen dauert eine Schiffsreise mit der Hamburg-AmerikaLinie. Röhm hat angenommen, die letzten Stunden danach würden die unruhigsten sein. Doch er hat im Zug gesessen und allein den lieblichen Martin Schätzl, der sein Begleiter in Bolivien gewesen ist, betrachtet. Innig. Seelenruhig. Er war lange jung, weiß Röhm, jetzt ist er es nicht mehr. Lange hat er sich den Jungen auf seine Weise genähert, nicht auf ihre.

Uyuni, 12.8.29. Mein lieber Martin! Gerade erhalte ich Deine lb. Zeilen ... Sehr befriedigt mich ... zu hören, daß Du arbeitest und ein festes Ziel hast: Ausstellung in La Paz ... Der Empfang war hier durchaus nicht so freundlich, wie in Sucre. Das hat mich veranlaßt, ... dem Rgts.Kommandeur u. seinem Adjutanten den Standpunkt klar zu machen. Seit der Zeit funktioniert der Laden ... Uyuni ... ist ein selten scheußliches Nest ... Abwechslung gibt's natürlich keine hier. Erst recht natürlich nicht die, die ich brauchte, insbesondere nachdem sich der Mond wieder bemerkbar gemacht hat.

Jetzt, mit zweiundvierzig, kommt er zurück. Er ist sehr lange jung gewesen. Nun wird er lange altern. Erfahrungen machen auch anspruchsloser. Was muss die nächste Generation erstreben? In den Jahren als entlassener Offizier ist es Röhm bewusst geworden: Früher - zur Königszeit - hatte er wie seine Rekruten gesprochen, vom Gleichen beseelt oder bedrängt. 'Früher' bleibt als hoffnungsvoll verlängerte Zeit: Die Gegenwart ist seine Zeit gewesen. Heute, seit dem so genannten Frieden fühlt er nicht einmal in Deutschland genau, was junge Kämpfer ersehnen.

Wahrheit im Siegerstaat ist eine andere als die im untergegangenen Land. Tatsachen gibt es nicht - nur Blickwinkel. Welchen Wert besitzen die Dinge, seine Einsichten, die er nach Hause mitbringt? Für einen Andern? Keinen Wert! So wie bei seiner Ankunft vor zwölf Jahren, auch im November: Seine Erfahrungen sind ungültig für die, die nie ein Schützengraben vereint hat. Im November 1918 verbannt eine Grippe Röhm ins Frontlazarett, als die Nachricht aus München eintrifft: Die Etappe hat in Revolution gemacht!

'Räte' mit roter Armbinde befehlen den Kriegsheimkehrern. Im Bahnhof salutiert ein Vizefeldwebel: "Herr Hauptmann müssen die alte Kokarde abnehmen, sonst dürfen Sie nicht hinaus!" Entschlossen, diese Schande wiedergutzumachen, entfernt Röhm das schwarzweißrote Hoheitszeichen von der Mütze. Obwohl die Münchner Tram verkehrt, läuft er in langen Bögen nach Hause, vorbei an brüllenden Demonstranten, vielen Frauen. Dagegen erinnert Röhm sich nur, der deutschen Armee angehört zu haben. Er will erfassen, was geschieht: Ganze Regimenter lassen sich entwaffnen, die Verantwortlichen des alten Systems weichen kampflos dem Druck der Straße. Die auflodernde Revolte bezeichnet für Röhm einen größeren Zusammenbruch. Militärisch bedeutet er, dass Mannschaften den Gehorsam verweigern. Fronttruppen - bis zur Grenze in guter Ordnung - laufen davon, sobald sie mit dem andern Geschlecht in Berührung kommen. Abermals zeigt sich, dass der Einfluss des Weibs auf den Sold

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen