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Reise durch England und Schottland Erinnerungen, Reisen und Eindrücke von Schopenhauer, Johanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.07.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Reise durch England und Schottland

Dieses eBook: 'Reise durch England und Schottland' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Johanna Henriette Schopenhauer (1766-1838) war eine deutsche Schriftstellerin und Salonnière. Sie war die Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer und der Schriftstellerin Adele Schopenhauer. Sie reiste sie zweimal (1787 mit ihrem Mann und 1803 mit Mann und Sohn) nach Großbritannien und veröffentlichte ihre persönlichen Erfahrungen 1818 in ihrem Buch Reise durch England und Schottland. Besonders eine längere Tour durch die Highlands sowie die ausführlichen, fast die Hälfte des Berichts einnehmenden und teils sehr ironisch gefärbten Beobachtungen des Lebens in London trugen viel zum kontinentalen Schottland. Aus dem Buch: 'Es ist eigentlich recht erfreulich, in diesem Lande zu reisen. Die schönsten Landschaftsgemälden ähnlichen Parks, die Gärten, die zweckmäßige Einrichtung der Häuser, der raffinierte Luxus, die Nettigkeit der Ordnung überall, die selbst in dem unbedeutendsten Hausgeräte sich zeigende Eleganz und Bequemlichkeit, machen einen frohen Eindruck auf den Besuchenden. Man wünscht sich alle diese Dinge nicht, weil man ihrer nicht gewohnt ist, oft nicht einmal ihren Gebrauch kennt; aber man bekommt ein Gefühl von heiterem Lebensgenusse. Nur den Wunsch, sich der Kunstwerke recht zu erfreuen, sie zu studieren, vielleicht etwas zu kopieren, muß man nicht aufkommen lassen; denn seine Erfüllung ist in diesem Lande mit so vielen Schwierigkeiten umgeben, dass sie fast undenkbar wird.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 340
    Erscheinungsdatum: 25.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026820222
    Verlag: e-artnow
    Größe: 548 kBytes
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Reise durch England und Schottland

Schottland

Inhaltsverzeichnis

Die Fahrt von Berwick nach Edinburgh, vierundfünfzig englische Meilen, fast immer im Angesichte des Meeres, wäre allein die Reise wert; von so seltener, wunderbarer Schönheit ist die Gegend, aber deshalb wohl umso unbeschreibbarer.

Bis dicht hinab an die Wellen der Küste bebaut wie ein Garten: Kornfelder, Wiesen mit Herden bedeckt, Obst- und Gemüsegärten wechseln, alles in der Pracht der üppigsten Vegetation. Dazwischen kleine Gehölze, duftende, blühende Hecken, und in ihrer Mitte Dörfer, die umso malerischer erscheinen, da sie schon ein ländlicheres Ansehen haben und nicht, wie die englischen, kleinen Städten ähnlich sind. Das Land ist nicht bergig, aber auch nicht flach; wellenförmig erhebt es sich zu kleinen Anhöhen und sinkt wieder zu lieblichen Gründen hinab. Freundliche, einzelne Landhäuser liegen überall zerstreut, ehrwürdige, efeubewachsene Ruinen der Vorzeit erheben ihre alten Mauern und zeugen von vergangener Größe. Und nun noch der Anblick des Meeres, dieses ewig wechselnden Elements, das jeder Gegend, auch der ödesten, Leben gibt!

Kleine Inseln mit Leuchttürmen, entfernte blaue Felsen, die zackig und wild am Horizonte sichtbar werden, alles, alles vereint sich hier, um ein Ganzes voll wunderbarer Schönheit zu bilden. Zwei Lager, jedes von ungefähr dreitausend Mann, die eben hier die Küste bewachen, kontrastieren mit der ländlichen Anmut rings umher. Der Anblick dieser Krieger, ihre Zelte, ihre glänzenden Waffen und Uniformen, brachten ein neues, fremdes Leben in diese entzückende Gegend.

Schon hier, so nahe an der englischen Grenze, fiel uns der Unterschied zwischen dem englischen und schottischen Volke merklich auf. Freundliches, gutmütiges Zuvorkommen, Treuherzigkeit, verbunden mit großer, aber fröhlicher Armut, erinnerte uns immer an die Bewohner deutscher Gebirge. Schuhe und Strümpfe, ohne welche man in England keinen Bettler erblickt, sind hier schon hoher Luxus. Die arbeitende Klasse und der größte Teil der Kinder, selbst wohlhabender Eltern, laufen Sommer und Winter barfuß; vielleicht geschieht dies fast ebenso oft aus Gewohnheit als aus Armut; aber es fällt sehr auf, wenn man aus England kommt, wo dergleichen unerhört ist.
Edinburgh

Inhaltsverzeichnis

In keinem der vielen schönen Gasthöfe dieser Stadt konnten wir unterkommen. Es waren eben die letzten Tage der Woche, in welcher dort alljährlich Pferderennen gehalten werden. Wir fanden alles vollgepfropft von Fremden, die teils jenes edle Vergnügen, teils die es begleitenden Lustbarkeiten, das Theater, die Bälle, Konzerte und tausend andere Freuden herbeigezogen hatten. Da wir bald eine artige Wohnung bei einem Kupferstichhändler, einem der unzähligen Mackintoshes, fanden, waren wir es wohl zufrieden, das Volk einmal in seiner Nationalfreude zu sehen.

Die Stadt Edinburgh, von beträchtlicher Größe, ist eine der schönsten und häßlichsten Städte zugleich und verdient in dieser Hinsicht mit Marseille verglichen zu werden. Die Altstadt, ein grauen- und ekelerregender Klumpen alter, schmutziger, den Einsturz drohender Häuser, die anscheinend ohne Ordnung in engen, winkligen Straßen an- und übereinandergeworfen zu sein scheinen; die neue Stadt dagegen wetteifernd mit den schönsten Städten Europas. Edinburghs ganze Lage ist einzig in ihrer Art, von hoher romantischer Schönheit.

An den Seiten eines hohen Felsens, der sich an eine lange, majestätische Reihe anderer Felsen anschließt, liegen die Häuser der alten Stadt, wie Schwalbennester angeklebt, unter- und übereinander; einige dieser

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