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Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt von Nick, Désirée (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt

Kommt eine Blondine in die Autowerkstatt . . . Désirée Nick wagt sich in die Domänen der Männer
Der wahre Dschungel des Lebens ist da, wo Männer noch Männer sein dürfen: in Baumärkten und Autohäusern, auf der Jagd und dem Amt - lauter Orte, wo sie sich überlegen fühlen, erst recht einer Blondine gegenüber. Doch Désirée Nick macht ihnen einen Strich durch die Rechnung: Charmant und bissig, kess und liebevoll setzt sich die Großstadtlady in den vermeintlichen Domänen der Männer durch. Denn auf viele Mannsbilder ist die moderne Frau nicht mehr angewiesen. Aber will sie deshalb auf den wahren Kerl im Leben gleich ganz verzichten? Nein! Sie muss sich nur gegen ihn behaupten!
Gnadenlos frech und umwerfend komisch gibt 'La Nick' Episoden aus dem Schaukasten des Lebens zum Besten. Geradeaus, zielgenau - und voll auf die Zwölf!

Désirée Nick, gefeierte Entertainerin und gefragte Schauspielerin, gehört zum Feinsten und Gemeinsten, was deutsche Bühnen und Bildschirme zu bieten haben. Auch als Buchautorin ist sie erfolgreich. Gibt es ein Leben nach vierzig? und Gibt es ein Leben nach fünfzig? standen ebenso wie Eva go home und Was unsere Mütter uns verschwiegen haben viele Wochen auf der Bestsellerliste. Die Hauptstadtlady mit der berühmt-berüchtigten Kodderschnauze und dem großen Herzen lebt in ihrer Geburtsstadt Berlin. Als Brandenburgerin in hohen Hacken gibt sie sich erst, seitdem sie einen Landsitz im Havelland erworben hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 14.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641182236
    Verlag: Heyne
    Größe: 628kBytes
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Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt

1 Die Krone der Schöpfung - tiefergelegt

W as taugt der Mann noch momentan, im Frühling des 21. Jahrhunderts?

Nein, es geht ihm nicht gut, trägt er doch schwer an seinem dif fusen Rollenbild.

Das, was einst unter kernigen Kerlen galt, ist schwammig ge worden, aufgeweicht in einer Epoche der Metrosexualität. Und was uns nach der Emanzipation noch bleibt, ist ein jämmerlicher Toten tanz auf Testosteron.

Bärenstark, tonangebend, federführend - als all das galt er einst, der Mann als die Krone der Schöpfung. Doch das Alte versinkt in Lächerlichkeit, und die Konturen des Neuen sind noch kaum zu erkennen. Dafür gibt es neue Zuordnungen innerhalb seiner Spezies: die des hyperaktiven Wracks oder des glatt rasierten Hantelheinis beispielsweise. Um dem zu entkommen, scheinen Männer heute auf ihrer Flucht vor der historischen Bedeutungslosigkeit als Kampfansage freiwillig die Schürzen anzulegen und sich ins Wirkungsfeld der Küche zurückzuziehen. Ab an den Herd, so erklingt die neue Parole. Auch der größte Blödmann darf heute ein Gourmeggle sein. Er darf auch blondiert und mit niedlichen Ohrringen dekoriert in Daunenplusterweste vornübergebeugt auf dem Weg zum Spielplatz hinter irgendeinem Leopold auf seinem Holzrutschrad hinterhereiern ...

O ja, tonnenschwer trägt der My-Boshi-Häkelmützenmann an seinem verloren gegangenen Image maskuliner Selbstbehauptung.

Klar, dass als Folge des Haarentfernungswahns McFit-gestählter Kerle, die für ihre Intimrasur einen beträchtlichen zeitlichen Aufwand betreiben, damit sie sich nicht etwa in die Sackfalte schnei den und bluten wie Sau, evolutionsbedingt die Gegenbewegung folgten musste. Das, was untenrum an krauser Intimlockung weggerodet wurde, findet sich nun mitten in der Visage wieder: Das Hipsterdiktat trendbewusster Metropolen verordnet den Rausche bart. Männer die sich beruflich die Hände nicht schmutzig machen, wollen jetzt aussehen wie Holzfäller oder Fischer. Die urbane Subkultur bekennt sich zum Skinny-Jeans-Zwang und orientiert sich am Männertypus eines alternden Studienrats oder bärbeißigen Seemanns. Was man nun so gar nicht lebt, soll atmosphärisch wenigstens suggeriert werden.

Der raue Look ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Wohl ein verzweifelter Versuch, sich der letzten Spuren einer vermutlich immer noch vorhandenen Männlichkeit zu vergewissern. In Form einer Maskulinität, die sich dem Shampoonieren, Pflegespülen, Föh nen, Stutzen und Trimmen hingibt.

Untenrum den Schambereich sauber gemäht, obenrum das fliehende Doppelkinn mit Rauschebart kaschiert.

Sich in leicht ranziger Retrokleidung als Gegenpol zum Main stream feiern. Was automatisch in die bemerkenswerte Uniformität der Anders-sein-Wollenden führt.

Viel Bartwuchs als Erkennungsmerkmal in Zeiten diffuser geschlechtlicher Zugehörigkeit also. Der Mann trägt Dutt!

Ja, der Held von gestern steht auf wankendem Grund. Wie er so in der frei stehenden Kücheninsel mit dem Mörser werkelt. Sekundengenau mit dem digitalen Timer den Kerbel schreddert. Wie ein Apotheker. In blutiger Schürze. Das also sind die besseren Hälften von heute: präzise hantierende Naturwissenschaftler, die uns mit Vollbart bekochen. An der Volltechnogrillstation und dann auch noch in grinsender Johann-Lafer-Pose.

Aber eben untenrum blank rasiert wie die Nacktschnecken. Da mit der Dödel besser kommt. Der "kleine Lümmel" sich nicht mehr im hohen Gras versteckt, sondern uns wie eine glitschige XXL -Weißwurst an der Fleischtheke zublinzelt. Das ist das neue Män nerbild. Weil die Industrie gemerkt hat, dass man den Männerdeppen alles verkaufen kann, wenn man ihnen nur das Gefühl gibt, Chef von irgendetwas zu sein.

Die Spezies Mann hat sich verrannt. Sie taumelt

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