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Sinnlos über 30 Wie ich mir den Sinn des Lebens zurückholte von Edwards, Kasey (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.07.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sinnlos über 30

Jung, erfolgreich, unabhängig - eigentlich kann sich Kasey Edwards nicht beklagen. Sie führt ein Traum-Karriereleben mit einem Top-Gehalt in einer tollen Position. Aber die Luft ist raus, sie fühlt sich leer und ausgepowert und der tägliche Gang zur Arbeit wird zur Qual. Kasey begibt sich auf die Suche nach dem Kick, der ihr fehlt: Ein anderer Job? Ein Haustier? Ein Baby? Meditation? Wodka? Mit Verve, Humor und Selbstironie stellt sie ihr Leben auf den Prüfstand und erlebt eine irrwitzig komische Reise zum Sinn des Lebens -

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 24.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838701318
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: 30 - Something and Over It
    Größe: 1749 kBytes
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Sinnlos über 30

1 Curry
und SM-Spielzeug

I ch glaube, du brauchst mal die Peitsche", sagt mein Bruder Michael, während er sich Reis auf den Teller schaufelt.

Ich sitze in einem gemütlichen indischen Restaurant, zusammen mit meinen drei wichtigsten Vertrauenspersonen auf diesem Planeten. Michael grinst süffisant, während meine beste Freundin Emma laut auflacht und mein Freund Chris sich an seinem Wein verschluckt.

Ich bin weder überrascht noch beleidigt, dass mein großer Bruder mir - beziehungsweise meinem Freund Chris - empfiehlt, SM-Spielzeug auszuprobieren. Ich habe nämlich sehr früh im Leben gelernt, dass man Michael nicht immer wörtlich nehmen darf. Ich erinnere mich, damals war ich fünf, dass Michael und ich in der Sesamstraße gesehen haben, wie eine Kuh gemolken wurde. Mit der ganzen Weisheit und Weltläufigkeit eines Siebenjährigen klärte er mich darüber auf, dass die Milch aus dem Pimmel der Kuh käme. Erst viel später, als ich Baileys entdeckte, konnte ich mich überwinden, wieder Milchprodukte zu konsumieren.

Ich bekomme Michael nicht oft zu Gesicht. Er verbringt sein Leben damit, durch die Welt zu ziehen, von einem Job zum nächsten, ohne festen Wohnsitz. Wenn sich eine der seltenen Gelegenheiten zu einem Treffen ergibt, freue ich mich immer schon im Voraus auf seine einzigartigen und kuriosen Kommentare zu meiner aktuellen Lebenslage.

Emma und ich haben unseren Begleitern gerade eröffnet, dass uns beiden unabhängig voneinander klar geworden ist, dass wir mit unseren Jobs nicht mehr glücklich sind. Emma und ich sind schon unser halbes Leben lang befreundet. Emma ist eine richtige Klassefrau mit einem derben Humor sowie einer unglaublichen Sicherheit in Stilfragen. Außerdem ist sie eine der begehrtesten Marketingexpertinnen in der Stadt.

Erst vor einem halben Jahr, als sie ihre Unzufriedenheit nicht länger verdrängen konnte, hatte Emma ihren Job als Marketingmanagerin in einer Einzelhandelsorganisation aufgegeben und zu einer Telekommunikationsfirma gewechselt. Ein paar Tage zuvor gestand sie mir bei einem Kaffee, dass es ihr auch dort schon wieder nicht mehr gefällt - aber ihr war genauso klar, dass nicht der Job das Problem war. Sie selbst war das Problem.

"Ja, ich kann euch beiden nur die Peitsche empfehlen", bekräftigt Michael und greift nach einem Poppadom. "Damit ihr auch mal andere Erfahrungen macht als immer nur die, die in eurem Leben vorgezeichnet sind."

Michael sagt weiter, dass Emma und ich unser ganzes Leben lang immer gemacht hätten, was von uns erwartet wurde. Wir seien die perfekten Musterschülerinnen, doch nun würde uns diese Rolle langweilen. Wir hätten den Punkt erreicht, wo wir unser eigenes Leben führen möchten und nicht jenes, das uns vorbestimmt ist. Und die Peitsche würde uns aus unserer Bequemlichkeit reißen und zur Risikofreude und Abenteuerlust anstacheln.

Ich muss gestehen, Michael hat nicht Unrecht. Mein Leben ist sicher nicht als risikoreich oder gar abenteuerlich zu bezeichnen. Ich bin zwar auch spontanen Impulsen gefolgt, beispielsweise als ich aus einer Laune heraus nach Holland auswanderte, aber dort fand ich einen super Job bei einem Global Player, der sich sehr gut in meinem Lebenslauf macht. Obwohl es mir damals so vorkam, war dieses Abenteuer nicht wirklich riskant. Hätte es nicht funktioniert, hätte ich ja jederzeit wieder in meine Heimat zurückkehren können.

Meine bisherigen Errungenschaften im Leben sind eine Art Vermächtnis. Ich bin dem Weg gefolgt, den mir meine Familie und die Gesellschaft vorgegeben haben. Ich studierte Business Communication. Ich bekam eine Stelle in einer PR-Agentur, wechselte dann auf eine bessere Position in der Online Communication und landete schließlich noch eine Etage höher im Change Management. Nebenbei machte ich meinen Master-Abschluss und arbeitete mich im Consulting weiter nach oben. Sicher musste ich hart dafür arbeiten, um diese Ziele zu erreichen, und man

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