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Smith Mein Leben bis zur Tragödie der Titanic von Brunner, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Smith

Schon als Junge träumt er davon, Kapitän zu werden. Exotische Länder, fremde Menschen und abenteuerliche Tage auf hoher See erwarten den jungen, ehrgeizigen Seemann auf seinen ersten Reisen auf eindrucksvollen Segelschiffen. Das Meer wird zu seiner Heimat und obwohl er weder Sturm noch starken Seegang fürchtet, respektiert er die Naturgewalten. Man nennt ihn bald den Sturmkönig und Kapitän der Millionäre. Auf den Überfahrten lernt er Schriftsteller, Schauspieler und andere bedeutende zeitgenössische Persönlichkeiten kennen. Nur die Liebe zu seiner Familie ist größer als die zu den Meeren. Er erlebt den gewaltigen Fortschritt im Schiffbau. Bei der White Star Line kommandiert er dann einige der größten Schiffe aller Zeiten. Was in jungen Jahren als Abenteuer beginnt, endet auf dramatische Weise in einer Tragödie auf einem gigantischen Stahlriesen, dem seinerzeit größten Passagierdampfer der Welt: der Titanic. Edward John Smith Ein großer Mann Eine große Geschichte Wolfgang Brunner wurde am 13. Dezember 1964 im bayrischen Freising geboren und verbrachte Kindheit und Jugend in München. 2001 zog er für 10 Jahre nach Berlin und lebt heute mit seiner Familie in Hamminkeln am Niederrhein. Schon in früher Kindheit beschäftigte sich Brunner mit Literatur und Sprache. Das Aufeinandertreffen mit dem bekannten Schriftsteller Michael Ende, dem Erschaffer der Unendlichen Geschichte, kann ohne weiteres als Auslöser für Brunners Entschluss, selbst Autor zu werden, gewertet werden. Wolfgang Brunner unterwirft sich, wie auch einst sein literarisches Vorbild, keinem festen Genre und schreibt daher Geschichten in verschiedenen Richtungen. Brunner ist Mitglied im FDA - Freier Deutscher Autorenverband (Schutzverband Deutscher Schriftsteller Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.) Zusammen mit anderen Schriftstellern ist er als Freelancer in der von Ralf Isau gegründeten Agentur für Texterstellung "Phantagon" tätig. Mehr Infos über Autor und Werke unter www.wolfgangbrunner.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 488
    Erscheinungsdatum: 14.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743122352
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 779 kBytes
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Smith

Wenn ich den Erzählungen meiner Mutter

Glauben schenken darf, fegte an jenem Morgen, an dem ich ihren Schoß verließ, ein eisiger Wind über Hanley, der die aufsteigenden Schwaden der flaschenförmigen, immer auf Hochtouren arbeitenden Brennöfen der Töpfereien und Porzellanmanufakturen durcheinanderwirbelte. Es roch nach Qualm und die rauchigen Ausstöße der Fabrikschlote vermischten sich mit dem typisch englischen Nebel, der oft über den ländlichen Gegenden Englands lag.

Ein Tag wie jeder andere. Aber es war mein Tag.

Es war der 27. Januar des Jahres 1850, als ich das Licht der Welt erblickte und meine Reise ins Leben begann.

Mein Geburtsort war zum damaligen Zeitpunkt die bevölkerungsreichste Stadt in North Staffordshire. Mein Vater sagte später immer, das habe wohl daran gelegen, dass jemand, der damals Arbeit suchte, in Hanley auf jeden Fall eine fand. Unsere Stadt zählte nämlich zu den wichtigsten Handelszentren für Keramik. Hanley war eine von sechs Städten, die von den Einheimischen einfach nur "Potteries", also Töpfereien, bezeichnet wurde. Neben Hanley gehörten noch Burslem, Longton, Stoke, Tunstall und Fenton dazu.

Doch keine dieser Städte konnte der unseren das Wasser reichen und deswegen waren meine Eltern immer stolz darauf, in der bedeutendsten Stadt der Potteries zu leben.

Soweit ich weiß, lag meine Geburtsstunde in den frühen Morgenstunden, zumindest hat mir Joseph das einmal erzählt. Allerdings hat Joseph mir immer viel erzählt, wenn der Tag lang war und er von einer seiner Reisen zurückkam. Damals habe ich ihm so ziemlich jede Geschichte geglaubt, die zwischen seinen Lippen hervor sprudelte, aber später erkannte ich, dass er einfach gern und vor allem viel redete. Joseph ist übrigens mein geliebter Halbbruder. Er ist der erste Mensch, außer meinen Eltern natürlich, an den ich mich genauestens erinnern kann, wenn ich an meine Kind - heit zurückdenke.

Ich höre sein Lachen und den Klang seiner Stimme, wenn ich die Augen schließe und mich konzentriere. Wie oft hat er mir erzählt, das Schiff, auf dem er gerade angeheuert war, sei von gefährlichen Piraten angegriffen worden? Unzählige Male entwarf er Szenarien, die mir eine Gänsehaut verursachten, als ich ihnen gebannt lauschte.

Großer Bruder! Wie sehr ich ihn wegen seiner Reisen auf See beneidete. Es gab Tage, da dachte ich an nichts anderes, als an seine spannenden Geschichten und träumte, eines Tages so zu werden wie er. In meinen Tagträumen malte ich mir die Formen von exotischen Früchten aus, von denen Joseph manchmal erzählte. Ich sah mich an langen Tafeln sitzen, an denen fremde Speisen serviert wurden und die nach unbekannten Gewürzen rochen. Doch außer solchen Illusionen sah ich mich in Gedanken oft an der Reling eines erhabenen Windjammers stehen und über die unendliche Weite des Meeres starren.

Keine Schornsteine und kein Qualm, der den Himmel verdeckte wie hier in den Potteries. Einfach nur strahlend blauer Himmel und die Sonne, die eine sengende Hitze auf mich herab schickte. Mit jeder neuen Geschichte aus dem Mund meines Halbbruders verstärkte sich diese Sehnsucht nach Abenteuern in fernen Ländern und die mir behaglich erscheinende Einsamkeit des Meeres. Fernab vom Festland sah ich mich dann auf einem großen, imposanten Segelschiff stehen und in die untergehende Sonne blicken.

Meine Mutter Catherine liebte Joseph in der gleichen Intensität wie meine Halbschwester Thirza und mich. Sie widmete sich jedem von uns äußerst liebevoll und gab uns zu jeder Zeit das Gefühl absoluter Geborgenheit. Sie war eine einfache Frau, die sich in erster Linie um ihren Ehemann und ihre Kinder kümmerte. Als der Vater von Joseph und Thirza starb, zog meine Mutter von Tunstall nach Hanley, wo sie etwa ein Jahr später Edward Smith, meinen Vater, kennen und lieben lernte. Ich glaube, als die Mutter meines Vaters starb, war Catherine diejenige, die ihm am meisten Trost in dieser schweren Z

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