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Sophia Eine Frau entdeckt Mykene von Joaquim, Nancy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2013
  • Verlag: Herbig
eBook (ePUB)
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Sophia

Athen 1869. Als Heinrich Schliemann de junge Griechin Sophia Kastromenou trifft, ist er 47 Jahre und ein erfolgreicher Kaufmann mit aufwendigem Lebensstil, der sich künftig ganz seinem Traum widmen will, der Suche nach Troja, der sagenhaften Stadt Homers, von deren Existenz er überzeugt ist. Die 17jährige Sophia, anfangs skeptisch gegenüber Heinrich, gerät zunehmend in den Bann seiner faszinierenden Idee. Sie wird Heinrich Schliemanns zweite Frau, seine Gefährtin und Partnerin. Durch ihn lernt das Mädchen aus Athen eine neue Welt kennen, Paris mit seinem Luxus und die Grabungsstätten in Kleinasien, wo Heinrich eigentlich zu Hause ist. Sophia begleitet ihn und seine Arbeit, nimmt aber mehr und mehr auch selbst Anteil an den Grabungen. Da wird Schliemanns Traum wahr: In In Troja entdecken sie den Schatz des Priamos, müssen ihren Fund aber in einer abenteuerlichen Aktion nach Athen schmuggeln, um nicht betrogen und übervorteilt zu werden im Ringen um den Besitz des Schatzes. Als Schliemann endlich doch mit seiner Sensation an die Öffentlichkeit tritt, bleibt ihm die Anerkennung seiner Arbeit versagt. Enttäuscht und verbittert verlässt er Sophia, kehrt Troja und Athen den Rücken, um sein altes Leben in Paris wieder aufzunehmen und sich ins Vergessen zu stürzen. Sophie bleibt zurück, zunächst orientierungslos und enttäuscht, dass Heinrich sie verlassen hat. Als sie jedoch eine Grabungslizenz erhält, besinnt sie sich auf sich selbst und startet allein als Frau mit wenigen Helfern eine Expedition nach Mykene. Heinrichs Arbeit ist ihre Arbeit geworden, sie ist fasziniert von dem Gedanken, das Grab Agamemnons zu finden. Und tatsächlich kommen fünf Gräber zum Vorschein. Da taucht Schliemann wieder auf. Doch Sophia ist eine andere geworden: Selbständig, stark, herausgetreten aus dem Schatten ihres Mannes. Er erkennt, dass er nicht mehr das halbe Kind vor sich hat, sondern eine Frau, die weiß, was sie will und was sie kann. Über die gemeinsame Arbeit finden die beiden wieder zusammen als ebenbürtige Partner. Hinzu kommt nun der lang ersehnte Erfolg. Heinrich Schliemann und seine Frau Sophia erringen weltweiten Ruhm... Nancy Joachims Roman spielt mit historischen, biografischen und fiktiven Elementen: Sophia Schliemann erscheint als eigenständige Archäologin, die mehr Anteil an den Erfolgen ihres Mannes gehabt haben könnte, als belegt ist. Nancy Joaquims Roman spielt mit historischen, biografischen und fiktiven Elementen: Sophia Schliemann erscheint als eigenständige Archäologie, die mehr Anteil an den Erfolgen ihres Mannes gehabt haben könnte, als belegt ist. Nancy Joaquim entwirft die Geschichte von Heinrich und Sophia Schliemann völlig neu, die Geschichte einer großen Liebe, einer faszinierenden Vision und eines atemberaubenden Abenteuers. Nancy Reis Joaquim, Trägerin des Alumni Award der Boston University, widmet sich als Autorin der Rolle der Frau in ihrem geschichtlichen und sozialen Umfeld. Sie lebt mit ihrer Familie in Paradise Valley, Arizona. Neben ihrer vielfältigen künstlerischen Tätigkeit steht sie der Boston University School for the Arts als Beraterin zur Verfügung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 472
    Erscheinungsdatum: 21.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783776681895
    Verlag: Herbig
    Größe: 734 kBytes
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Sophia

VIII

Athen 1874

I m Mosaikfußboden der Empfangshalle war ein kleiner Riß. Sophia hatte ihn schon vor Wochen bemerkt. Das Haus senke sich, sagte Tag, das sei nichts Ungewöhnliches bei einem neuen Haus. Aber in den letzten Wochen war der Riß länger geworden, und er zog sich nun schon an dem Muster aus kleinen schwarzen und weißen Fliesen am Treppenaufgang entlang. Jeden Tag blieb sie stehen, um ihn genauer zu betrachten, jeden Tag überprüfte sie, wie er sich fast unmerklich verlängerte. Dieser feine Spalt am Fuße der Treppe wurde zum makabren Gradmesser, in dem sie nicht nur den wachsenden Riß in ihrem Haus sah, sondern an dem sie auch die eigene schreckliche und zunehmende Leere maß. Ihn zu überprüfen, wurde Teil ihrer täglichen Routine, so wie sie ein Bad nahm oder sich die Haare bürstete. Und nun war es ihr bevorzugtes Ritual, der Höhepunkt ihres Nachmittags, den Spalt insgeheim herauszufordern, ihr geliebtes Haus mit einem Knall in Stücke zu reißen. Und sie mit sich zu nehmen.

Während sie dort am Fuß der Treppe stand, erinnerte sie sich, zu welch großem Fest Tag ihren Einzug gemacht hatte. Wie konnte sie je die blinkende, blumengeschmückte Kutsche vergessen, die sie zu dem neuen Haus in der Universitätsstraße fahren sollte, oder das Lächeln, das den ganzen Tag nicht von seinem Gesicht gewichen war? Sie wohnten bereits seit Monaten im Hotel "Adelphi", als er ihr ankündigte, daß sie bald ihr eigenes Haus in Athen haben würde, so wie er es ihr versprochen hatte. Mit welcher Begeisterung hatte er ihr das Hügelgrundstück beschrieben, das er gerade gekauft hatte.

"Über und über bedeckt mit gelben Wildblumen!" sagte er.

Sein Geschenk für sie. Stabilität. Beständigkeit. Eine vertraute Umgebung, fern der Gefahren von Paris, sagte Tag. Lieber Tag.

Der Kutscher hatte sie an diesem Januarnachmittag langsam durch die hohen schmiedeeisernen Tore und über die kiesbestreute Auffahrt gefahren. Das Haus, das sie "Iliou Melathron" nannten, war riesig und imposant. Es war nicht wie die typischen Athener Wohnhäuser mit Stuck verziert und mit Ziegeln gedeckt, sondern im Stil einer italienischen Landvilla erbaut, mit einer Fülle bezaubernder Details, erlesen im Entwurf wie in der Ausführung. Die Athener der damaligen Zeit empfanden es als überwältigend. Selbst in diesem vornehmen Villenviertel auf dem Hügel, der auf die Akropolis blickte, vermittelte es den Eindruck von überlegener, verfeinerter Kultur. Jannis Kolodji fühlte sich in diesem Haus in Gesellschaft seines Schwagers unbehaglicher denn je. Es war ein Haus, das mehr Feinde als Freunde schuf, und es war ein Haus, das Sophia auf der Stelle als das ihre annahm. Es war ihr Palast, ihr Königreich, ihr sicherer Hafen, in dem sie sich einrichtete, als sei sie in diese hochmütigen Wände hineingeboren. Am Tag des Umzugs hatte sie Andromache im Arm gehalten, ihr Töchterchen, das gerade vor einem Monat zur Welt gekommen war, und gemeinsam mit ihm hatte sie diese prächtigen Räume durchwandert. Sie war stolz und glücklich gewesen, jedes einzelne fertige Detail erfreute ihr Auge, Vollkommenheit, wohin sie auch blickte: die Treppe hinten in der Vorhalle, die breiten Marmorstufen, die sich emporschwangen, die Galerie, von der sie auf die achteckigen schwarzen und weißen Fliesen auf dem Fußboden unten herabsehen konnte. Zutiefst befriedigt war sie von Raum zu Raum gegangen, und ihr Entzücken wuchs, während sich einer dieser kostbar gestalteten Räume nach dem anderen vor ihr öffnete. Sie verspürte das unwiderstehliche Verlangen, in diesen weitläufigen, gastlichen Zimm

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