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Tausche Dirndl gegen Sari Wie ich in Indien die Liebe fand und beinahe von einem Elefanten adoptiert wurde von Schönenberger, Franziska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2016
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Tausche Dirndl gegen Sari

Die wahre Geschichte einer bayerisch-indischen Liebe: Schon als Kind ist Franziska von Indien fasziniert. Im Internet lernt sie den sympathischen Kunststudenten Jay kennen und besucht ihn schließlich in Mumbai. Der Beginn einer Liebe fürs Leben? Zunächst einmal der Beginn einer Fernbeziehung. Über 6.000 Kilometer liegen zwischen Franziska und Jay. Nach mehreren Besuchen steht ihr Entschluss fest: Die beiden wollen heiraten. Doch das Happy End lässt auf sich warten, denn Jays Eltern Amma und Appa haben sich ihre Schwiegertochter ganz anders vorgestellt. Auch die deutsche Bürokratie und das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Traditionen bereiten ihnen schlaflose Nächte. Doch von den Rückschlägen lassen sich Franziska und Jay nicht aufhalten. Ihr gemeinsamer Glaube an die wahre Liebe schafft es, Berge zu versetzen. 'Tausche Dirndl gegen Sari' ist die einzigartige Geschichte einer interkulturellen Familienzusammenführung und ein warmherziges Wohlfühlbuch - romantisch, komisch, zauberhaft. Franziska Schönenberger, geboren 1982, studierte Dokumentarfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und arbeitet als Autorin und Filmemacherin. Ihre Filme wurden u.a. in der Pinakothek der Moderne in München ausgestellt. Ihr erster abendfüllender Langfilm Amma & Appa war Publikumsliebling bei der Berlinale und beim Dok-Fest München 2014. Sie lebt mit ihrem Ehemann Jay in München

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 17.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455180145
    Verlag: Atlantik Verlag
    Größe: 2072 kBytes
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Tausche Dirndl gegen Sari

1 Honigspendende Blume aus Deutschland

Honigspendende Blume aus Deutschland,

goldene Statue eines Tamilen,

Engel der Liebe.



" B ald können wir dich adoptieren", meinte er, wenn ich mal wieder vor der Haustür stand. Und sein Lächeln wurde noch breiter. Bei jedem meiner Besuche stand der Vater meiner Schulfreundin mit diesem Gesichtsausdruck, den ich so mochte, im Türrahmen. Wenn Selinas Papa lachte, lachte sein ganzes Gesicht, nein, sein ganzer Körper. Ich konnte in seinen Augen die schelmische Freude des kleinen Jungen aus dem Punjab sehen. In solchen Momenten stellte ich mir immer vor, wie er barfuß über staubige Feldwege an endlosen Kornfeldern mit dicken Ähren entlangrannte, mit demselben Grinsen, das jetzt, Jahrzehnte später, immer noch so charakteristisch für ihn war.

"Komm rein, sie ist oben! Du weißt ja, wo du hinmusst."

Während meiner Teenagerjahre waren diese Besuche bei Selina meine Zuflucht und Selinas Vater mein liebenswerter, geduldiger Türhüter. Wie er hinter mir im Eingang stand und mit aller Zeit der Welt wartete, bis ich meine Schuhe ausgezogen hatte. Und wie er mir nachschaute, bis ich die Treppe zum Zimmer meiner Freundin hinaufgestiegen war. Wenn ich heute an ihn denke, finde ich, dass er viel mit dem gemütlichen indischen Elefantengott gemeinsam hat. Er öffnete zu jeder Tages- und Nachtzeit mit demselben unendlichen Gleichmut die Tür. Sein runder Bauch wölbte sich unter seinem Hemd, und sein wunderbarer Sinn für Humor stand dem Ganeshas in nichts nach.

In der Familie meiner besten Freundin war immer alles so schön harmonisch. Bei mir zu Hause gab es damals ständig Streit. Zumindest kam mir das so vor. Deswegen verbrachte ich die Nachmittage oft und gern bei meiner besten Freundin. Selinas Papa ist Inder, die Mama Deutsche. Um dem Konflikt mit meinen Eltern aus dem Weg zu gehen, blieb ich immer bei ihnen, bis der letzte Bus kam. Viele Nachmittage zwängte ich mich mit ihrer Familie aufs Sofa, und wir guckten stundenlang Bollywood-Filme. Obwohl ich nichts von dem verstand, was in der flimmernd bunten Welt gesagt oder gesungen wurde, war ich vollkommen hingerissen von diesen Phantasiereichen. Die Frauen in den Filmen sahen immer so frisch und gepflegt aus. Und sie wurden von starken, gutaussehenden Männern beschützt, umsorgt und gegen jedes nahende Unglück verteidigt. Am Ende stand stets die ewige, tiefe, unumstößliche Liebe.

Zu Hause prallte ich dann auf das echte Leben: Meine Mutter und ich schafften es nicht einmal, uns friedlich im selben Raum aufzuhalten. Es gab immer einen Anlass, sich zu streiten. Für mich wurde die Traumwelt aus den Filmen zu einem Sehnsuchtsort. Und ich wünschte mir nichts mehr, als irgendwann einmal mit Selina in das Land ihres Vaters zu reisen.

Neidisch hing ich nach den Sommerferien an ihren Lippen. Sie erzählte von mehrere Tage dauernden Hochzeitsfeiern mit mehr als tausend Gästen, goldenen Tempeln und einem Altersheim für Kühe. Stundenlang konnte ich den Geschichten und Anekdoten über die Großfamilie mit unzähligen Cousins und Cousinen zuhören. Aber am meisten faszinierte mich die Liebesgeschichte ihrer Eltern. Wenn ihre Mutter davon sprach, wie sie zum ersten Mal mit Selinas Vater in das kleine Dorf in Nordindien gefahren und dort von der gesamten Familie mit offenen Armen empfangen worden war, berührte mich das tief. Die meisten anderen Deutschen schienen ein anderes Bild von Indien zu haben, was Selina extrem auf die Nerven ging. Viele waren erstaunt zu hören, dass ihre Verwandten überhaupt schon einen Kühlschrank besaßen, und fragten, wo ihre Familie denn ihre Notdurft verrichten würde. Man wüsste doch wohl aus den Medien, dass in Indien auf eine Toilette tausend Einwohner kämen!

"Das ist so typisch!", sagte Selina immer. "Die meisten Leute kennen Indien nur aus Bollywood-Filmen oder gehen davon aus, dass an jeder Straßenecke Kin

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