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Torschlussmami Eine Frau auf der Suche nach dem großen Babyglück von Edwards, Kasey (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.07.2012
  • Verlag: Bastei Lübbe E-Books
eBook (ePUB)
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Torschlussmami

Kasey ist Anfang dreißig, als die Frauenärztin ihr eröffnet: Wenn sie ein Kind möchte, bleibt ihr nicht mehr viel Zeit. Bisher waren ihr der berufliche Erfolg und die Unabhängigkeit wichtiger, aber auf einmal beginnt Kaseys biologische Uhr unüberhörbar laut zu ticken. Überall sieht sie süße Babys und glückliche Eltern. Wie wichtig ist es, eine Familie zu gründen? Und muss sie dafür wirklich alles aufgeben? Gemeinsam mit ihrem Freund beschließt sie, sich auf das Abenteuer einzulassen. Doch schwanger zu werden ist gar nicht so leicht wie gedacht!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 20.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838716107
    Verlag: Bastei Lübbe E-Books
    Originaltitel: Thirtysomething and the Clock Is Ticking
    Größe: 1026 kBytes
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Torschlussmami

1
Ticktack, deine Eizellen laufen ab

S ie kommt mit etwas in der Hand auf mich zu, das aussieht wie ein Vibrator und dessen Spitze auf mich zeigt. Aber es ist kein Vibrator. Es hat nämlich keine Hasenohren, keinen Geschwindigkeitsregler und keinen Glitter unter der pinkfarbenen Silikonhülle. (Meiner Meinung nach sollte jeder Vibrator einen Glitzereffekt haben.) Dieses Gerät hier sähe allerdings auch mit Glitzern nach keinem besonderen Spaß aus.

Es handelt sich demnach um keine Episode von lesbischen Sex-Experimenten, sondern vielmehr um eine Untersuchung bei meiner Frauenärztin. Es gibt nur wenige Dinge in meinem Leben, die ich mehr hasse, als einen gynäkologischen Abstrich machen zu lassen. Es muss doch eine einfachere Methode geben, als einen mit Gleitmittel eingeschmierten kalten Entenschnabel aus Metall in den Unterleib gesteckt zu bekommen! Es ist die einzige Situation in meinem Leben, in der ich es hinnehme, mich in einem Raum mit greller Beleuchtung vollständig zu entblößen. Und jedes Jahr bin ich unter dem Neonlicht aufs Neue über die Dellen an meinen Oberschenkel entsetzt und nehme mir vor, nie wieder Schokolade anzurühren.

Ich will mich gerade von der Liege schwingen und nach meiner Unterwäsche greifen, als meine Gynäkologin Dr. Lucy ihr böses zweites Ich, den Vibrator, präsentiert und die verhängnisvollen Worte ausspricht, die mein Leben verändern werden.

"Wenn Sie schon mal hier sind", bemerkt sie in beiläufigem Ton, "kann ich mir auch gleich mal Ihre Eierstöcke ansehen."

Ich bin kurz davor abzulehnen. Warum will sie meine Eierstöcke untersuchen? Ich habe welche - zwei, um genau zu sein, so wie es in der Bedienungsanleitung steht. Und ich bin mir sicher, dass sie in Ordnung sind, denn jeden Monat spüre ich einen ziehenden Schmerz im Unterleib, wenn ich meinen Eisprung habe. Ich zögere also zuzustimmen, auch weil ich ahne, dass bei der Untersuchung meiner Eierstöcke wieder etwas in mich hineingesteckt wird. Dr. Lucy spürt meinen Widerwillen und versperrt mir den Weg zu meinem Slip.

"Es wird nicht wehtun", lügt sie.

Lucy ist schon seit vielen Jahren meine Gynäkologin, außerdem eine der wenigen Frauen ihres Fachs, die sich auf die Behandlung von Unfruchtbarkeit spezialisiert haben. Als die alten, verknöcherten, männlichen Gralshüter ihrer Disziplin sich weigerten, Lucy auszubilden, ließ sie sich davon nicht entmutigen. Sie ging mit ihrer Familie ein paar Jahre in die Staaten und machte dort ihre Ausbildung. Ich mag Lucy, weil sie sich getraut hat, mit der Tradition ihres Berufsstands zu brechen. Sie ist witzig, cool, feminin und lässt sich von niemandem etwas gefallen. Außerdem besitzt sie eine umwerfende Garderobe.

Widerwillig lege ich mich wieder hin und versuche, mich auf Lucys High Heels statt auf die Vibratorimitation, die sie für die Ultraschalluntersuchung meiner Eierstöcke benutzt, zu konzentrieren. Bestimmt bringen Lucys Füße sie am Ende des Tages um. Sie beginnt zu zählen.

"Eins, zwei, drei, vier ..." Sie hört auf, als sie bei zwanzig ist.

"Zwanzig was?", frage ich.

"Sie haben zwanzig Follikel in Ihrem rechten Eierstock", antwortet sie.

"Und wie viele sollte ich haben?"

"Ungefähr zehn."

Einen Moment lang bin ich sehr zufrieden mit mir. Ich bin gerne eine Überfliegerin. Zwanzig muss besser sein als zehn, richtig? Doch dann erklärt Dr. Lucy mir das Prinzip von 'Qualität statt Quantität'. Jeden Monat produzieren die Eierstöcke neue Eizellen. Jede Eizelle reift in einem Follikel heran, und dann, ein paar Tage vor dem Eisprung, wählt der Körper die beste Eizelle aus, die weiterwächst, während die anderen verkümmern. Statt ungefähr zehn anständige Eizellen zu produzieren, bringt mein rechter Eierstock zwanzig von minderer Qualität hervor. Mein Körper verteilt seine Ressourcen so dünn, dass bei der Wahl der besten Eizelle von insgesamt zwanzig nichts besonders Gutes herauskom

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