text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Turnvater Jahn Ein biographischer Roman von Bosetzky, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2014
  • Verlag: Jaron Verlag
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Turnvater Jahn

Schon als kleiner Junge träumt Friedrich Ludwig Jahn davon, einmal als Held in die deutsche Geschichte einzugehen. Überzeugt von sich und seinen Idealen, macht er sich mit seinem Ehrgeiz bald viele zum Feind. In der Schule landet er regelmäßig im Karzer, weil er Lehrer beleidigt und seine Kraft bei Prügeleien demonstriert. Während des Studiums macht er vor allem mit seinem aufbrausenden Charakter auf sich aufmerksam, so dass man ihm die Teilnahme am Lehrbetrieb schließlich verwehrt. Doch Jahn lässt sich nicht beirren. Als glühender Patriot widmet er sich dem Kampf gegen die napoleonische Besatzung und der Idee eines geeinten deutschen Nationalstaates. Als Vorbereitung der männlichen Jugend für den Freiheitskampf propagiert er die körperliche Ertüchtigung. 1811 eröffnet er den ersten öffentlichen Turnplatz Deutschlands in der Berliner Hasenheide - und ahnt nicht, dass sich bald das ganze Land an seinen Leibesübungen erfreuen wird. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1814 wird das Turnen zu einer Massenbewegung. Doch die Herrschenden blicken skeptisch auf diese Entwicklung, setzen sich Jahn und seine Turner doch für eine demokratische Verfassung ein. Im Jahr 1819 wird die Turnbewegung schließlich verboten, und Friedrich Ludwig Jahn wird zu Festungshaft verurteilt. Der Freiheitsgeist des beliebten Turnvaters scheint gebrochen. Doch dann gehen die Bürger im März 1848 auf die Barrikaden, und Jahns Kampfgeist kehrt zurück ... Horst Bosetzky schildert in seinem autobiographischen Roman den Werdegang des ebenso widersprüchlichen wie faszinierenden Mannes und zeichnet ein beeindruckendes Panorama jener turbulenten Zeit, in der sich ein deutsches Nationalbewusstsein herausbildete. Horst Bosetzky, alias -ky, lebt in Berlin und gilt als 'Denkmal der deutschen Kriminalliteratur'. Mit einer mehrteiligen Familiensaga, zeitgeschichtlichen Spannungsromanen und biographischen Romanen (wie 'Kempinski erobert Berlin', 2010, und 'Der König vom Feuerland' über August Borsig, 2011) avancierte er zu einem der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Im Jaron Verlag veröffentlichte er daneben mehrere Bände für die Krimi-Serien 'Es geschah in Berlin' und 'Berliner Mauer-Krimis'. 2011 erschienen die ersten Bände seiner Mittelalter-Romanserie 'Die unglaublichen Abenteuer des fabelhaften Orlando'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 344
    Erscheinungsdatum: 30.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955521721
    Verlag: Jaron Verlag
    Größe: 1145 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Turnvater Jahn

4
Jahn, das Alphatier

1796 – 1802

Die Idee, in Halle eine Universität zu gründen, stammte vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III., dem späteren ersten König in Preußen. Zur Einweihung der Alma Mater Halensis am 1. Juli 1694 war sogar Kaiser Leopold I. aus Wien an die Saale geeilt. Der Philosoph Christian Wolff und der Rechtsgelehrte Christian Thomasius verliehen ihr ersten wissenschaftlichen Glanz. Durch Thomasius wurde Halle sogar zu einem Ausgangspunkt der deutschen Aufklärung.

Es ist jetzt stadtbekannt der Nam' der Pietisten.

Was ist ein Pietist? Der Gottes Wort studiert

Und nach demselben auch ein heilig Leben führt.

Das ist ja wohl getan, ja wohl von jedem Christen.

"Das ist mir zu unpräzise", bemerkte Pulvermacher, der sich oft mit zu Jahn in die Vorlesungen setzte. Neben ihm zischte man schon wegen der schier unerträglichen Langeweile und stieß leise Verwünschungen aus.

Die Franckeschen Stiftungen zu Halle – anfangs hießen sie Glauchasche Anstalten – waren 1698 von dem Theologen und Pädagogen August Hermann Francke ins Leben gerufen worden. Francke, 1663 in Lübeck zur Welt gekommen, gründete eine Armenschule, um die Not von Kindern aus den unteren Bevölkerungsschichten zu lindern. Die Einrichtung genoss bald einen so guten Ruf, dass etliche Glauchaer Bürger ihre Kinder gegen eine geringe Schulgebühr in den Unterricht gaben. 1695 richtete Francke schließlich das Pädagogium als "Erziehungs- und Bildungsanstalt für Kinder aus dem Adel und dem reichen Bürgertum" ein. Zwei Jahre später kam eine Lateinschule hinzu, die Bürgerssöhne auf das Studium vorbereitete. Um die Kosten niedrig zu halten, ließ man Studenten unterrichten, die dafür freies Quartier, freies Holz und 16 Groschen Lohn erhielten.

Er ist von hoher, das gewöhnliche Maß überschreitender muskulöser Gestalt, Meister in den Leibeskünsten, begabt mit kräftigen Armen und derben Fäusten, auf die er sich verlassen kann und die zu gebrauchen er auch sofort bereit ist. Was sein Äußeres betrifft, so ist das ebenso vernachlässigt wie beim Alten Fritz, sein Leibrock ist meist staubig und zerrissen. Er ist ein in hohem Grade unruhiger Geist, der mehrmals in der Woche und oft einige Tage hintereinander durch die Gegend streift, einem hungrigen Wolf vergleichbar, wobei es bei ihm der pure Lebenshunger ist. Mir fehlen zumeist Zeit und Kraft, ihm zur Seite zu sein.

Die Wanderschaft ist die Bienenfahrt nach dem Honigtaue des Erdenlebens , hatte Jahn einmal in sein Tagebuch geschrieben. Da hatte er das Studium der Theologie bereits aufgegeben und sich der deutschen Geschichte, Sprache und Literatur zugewandt. Wobei er, wie zu Schulzeiten, keine Kolleghefte führte und sich keinerlei Aufzeichnungen machte. Seine Kommilitonen verspottete er wegen ihrer "Heftereiterei". Aufgrund seiner Intelligenz und seines außergewöhnlichen Gedächtnisses fiel er trotzdem nicht hinter die anderen zurück, im Gegenteil, den meisten war er überlegen. Auch saß er jetzt bei Professoren im Hörsaal, denen er großen Respekt entgegenbrachte und von denen er eine Menge lernte, so bei Matthias Christian Sprengel, einem Geographen und Historiker, und bei dem Philosophen Johann August Eberhard. Von ganz besonderer Bedeutung für Jahns ferneren Lebensweg aber war der Sprachforscher, Altertumswissenschaftler und Philosoph Friedrich August Wolf. Der vertrat in Halle a

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen