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Und ich war nie in der Schule Geschichte eines glücklichen Kindes von Stern, André (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2011
  • Verlag: ZS Zabert und Sandmann
eBook (ePUB)
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Und ich war nie in der Schule

Kinder lernen gern - wenn man sie in Ruhe lässt "Guten Tag, ich heiße André, ich bin ein Junge, ich esse keine Bonbons, und ich gehe nicht zur Schule!" So begegnete André Stern den Fragen, wenn er frei herumlief, während andere Kinder in der Schule waren. Der letzte Teil des Satzes sorgte meist für Aufruhr - und tut es heute noch. Jetzt erzählt André Stern, der nie eine Schule besuchen musste, vom Reichtum seines kindlichen Alltags ohne Stress und Leistungsdruck. Er berichtet, wie er mit drei Jahren lesen lernte und warum es in Ordnung war, dass er es erst mit acht richtig konnte. Er schildert, wie es kommt, dass er so ziemlich alles reparieren kann, welche Offenbarung die Kreiszahl Pi für die Konstruktion seiner Lego-Bagger war, wie das Werk von Marcel Proust seinen Charakter formte und wie er Informatik und Musik für sich entdeckte. Europaweit gibt es inzwischen eine Debatte daru?ber, ob die Schulen unsere Kinder in ein Korsett zwängen, das für die meisten zu eng ist und sogar krank machen kann. Zu dieser Debatte soll André Sterns Buch ein undogmatischer Beitrag sein. Es enthält kein Patentrezept, sondern einfach die persönliche Geschichte eines Kindes, das ungestört seine Talente entdecken und entfalten konnte. Heute ist Stern ein glücklicher, erfolgreicher, umfassend gebildeter Mann.Unter anderem dafür ist dieses Buch der Beweis. André Stern ist inzwischen ein gefragter Interviewpartner und häufig Gesprächsgast in Fernsehen und Radio. Sein Buch hat seit Erscheinen eine intensive Diskussion in den Medien ausgelöst. "Wer sich für die andauernde Debatte um Bildung und Pädagogik interessiert, sollte dieses Buch in seine Leseliste aufnehmen." ZDF Aspekte "Ein spannendes Experiment - mit erstaunlichen Ergebnissen" Stern "Trifft den Nerv der deutschen Bildungsdebatte" Stuttgarter Zeitung

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 183
    Erscheinungsdatum: 14.07.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783898833097
    Verlag: ZS Zabert und Sandmann
    Größe: 14093 kBytes
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Und ich war nie in der Schule

" Der Traum der Eltern (S. 169-170)

"Und wenn du nun Arzt, Anwalt, Ingenieur oder Architekt hättest werden wollen?" Ein weiterer Klassiker... Auf der Erde wimmelte es nur so vor Ärzten, Anwälten, Ingenieuren und Architekten, würde sich der Ehrgeiz aller Eltern verwirklichen. Die Tatsache, dass stets diese vier Berufe genannt werden, weist auf zweierlei hin: Erstens: Diese vier Tätigkeiten werden auf ein Podest gehoben, was stillschweigend und unvermeidbar eine Abwertung der übrigen Berufe nach sich zieht. Zweitens: Die Menschen, die andere Berufe ausüben, fühlen sich Ärzten, Anwälten, Ingenieuren und Architekten unterlegen.

Heutzutage wird es oft als Handicap angesehen, sein Studium weniger erfolgreich bestritten zu haben, ein weniger prestigeträchtiges Studium absolviert oder eine weniger gute Schule besucht zu haben. Mit diesem Stigma muss die Mehrheit der Menschen leben – "ach, mein Bruder hat was Besseres studiert als ich..." Als ich zu jener Fernsehtalkshow eingeladen war (die im Übrigen so großen Erfolg bei den Produzenten hatte, dass man uns – was noch nie vorgekommen war – bat, direkt im Anschluss daran eine weitere Folge für den nächsten Tag zu drehen), erlebte ich eine besonders amüsante Bestätigung dieses Geistes. Wie die meisten Live-Sendungen wurde auch unsere in Wirklichkeit zuvor aufgezeichnet. Während man uns vorbereitete, brachte ein offizieller "Chorleiter" das Publikum in Stimmung.

Er trug Kopfhörer, war verkabelt, so positioniert, dass er nicht ins Blickfeld der Kamera kam, und stellte sich dem "gemischten", doch in Wirklichkeit sorgfältig ausgewählten Publikum als sein Dirigent vor: "Behalten Sie mich immer im Blick. Wenn ich die Daumen hochrecke, dann applaudieren Sie. Wenn ich mit ihnen nach unten zeige, dann buhen, protestieren oder pfeifen Sie!" Nun ja, und als ich dann in der Sendung erzählte, dass ich Gitarrenbauer sei, senkte dieser Mann nach einem kurzen Blick auf seine Vorgesetzten die Daumen und leitete eine Woge enthusiastischer Buhrufe ein – trotz der nahezu mystischen Aura, welche den Instrumentenbau für gewöhnlich umgibt... ...und gleichzeitig werden in den großen multinationalen Konzernen für Computertechnik keine diplomierten Ingenieure, sondern blutjunge, noch minderjährige Script-kiddies zur Entwicklung der Software angestellt, weil diese das so virtuos beherrschen, dass die aus Legitimationsgründen anwesenden Ingenieure gestehen, dem Ganzen nicht folgen zu können.

Man macht diesen Jugendlichen den Weg frei, und niemanden interessiert es, dass sie keinerlei Ausbildung oder Abschluss haben. Was soll man von einer Gesellschaft halten, die mehr Architekten als Maurer ausbildet? Wenn ich Arzt hätte werden wollen, wäre ich Arzt geworden. Dafür hätten sich mir zwei Wege geboten: Erstens: das klassische Studium. Jeder kann zu welchem Zeitpunkt auch immer einen traditionellen Ausbildungsweg einschlagen, als Externer zu den Abiturprüfungen antreten usw. Ich kenne andere Menschen, die keine Schule besuchten und diesen Weg wählten.

Und wohlgemerkt mit Erfolg, denn es handelte sich um eine reife Entscheidung, das heißt, sie war von einem starken Interesse getragen und wurde in vollkommener Kenntnis der Sachlage sowie des zu erwartenden Parcours getroffen. Zweitens: die Entscheidung für eine nicht akademische Richtung der Medizin. Angesichts meiner Überzeugungen hätte ich wohl diesen alternativen Weg gewählt. Ich hätte mir die nötige Zeit genommen, eine solide Ausbildung zu machen, und ebenso wie in anderen Wissensgebieten meine Lehrjahre nicht damit zugebracht, irgendein Wissen einzupauken."

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