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Verliebt in Schweden Eine Geschichte ohne Elch, aber mit Herz von Bongertz, Christiane St. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Verliebt in Schweden

Im Juli ist Schweden ein Märchen: magisches Licht, überbordende Natur und fröhliche Menschen. Stella sucht hier Zuflucht, weil daheim alles den Bach runter geht: Job, Mann und Wohnung. Als sie ihrer Gastwirtin erzählt, dass sie bis zum Winter eine neue Bleibe gefunden haben muss, bietet die Schwedin ihr ein kleines Strandhaus an. Damit verändert sich Stellas Leben für immer. Denn sie verliebt sich in das skandinavische Land - und in Joakim, der ganz in der Nähe wohnt. Doch bis beide zueinander finden, muss noch einiges geklärt werden. Etwa warum das Reißverschlussverfahren den Schweden gegen die Ehre geht. Aber vor allem, warum sie sich zur Paarungszeit so merkwürdig verhalten -

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 21.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838726694
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1848 kBytes
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Verliebt in Schweden

Prolog
KNAPP VORBEI IST AUCH DANEBEN

Stella Es war in der ersten Hälfte der Neunziger, ein ausgesprochen sonniger Juni. Auf 19 Studentinnen der Kunstwissenschaft und eine junge Lehrbeauftragte namens Anja kamen bei unserer Exkursion nur zwei Vertreter männlichen Geschlechts. Das war einmal der sommersprossige Poldi, ein guter Freund meiner ebenfalls zur Reisegruppe gehörenden Freundin Julia. Poldi war extrem schüchtern und verbrachte die meiste Zeit damit, aus in der Regel unerfindlichen Gründen knallrot anzulaufen. Außerdem war Professor Kubitschek mit von der Partie. Kubitschek war ein liebenswerter älterer Herr, der vor spannenden Anekdoten nur so überschäumte. Das einzige Problem an ihm war, dass er, wenn er einmal anfing zu erzählen, nicht mehr aufhörte.

Die Exkursion drehte sich fachgerecht um den hohen Norden und dessen Kunstpreziosen. Als Hauptquartier sollte Kopenhagen dienen, von wo aus wir zu diversen Ausflügen aufbrechen wollten. Zu Wikingerausgrabungen und vor allem dem weltberühmten Louisiana-Museum für Moderne Kunst.

Das Ganze fing schon mal gut an: In Kopenhagen waren wir in einer Jugendherberge untergebracht, die durch ihre exklusive Lage am Wasser und ein sensationelles Frühstücksbuffet positiv auffiel. Ich weiß noch, wie ich mit Julia den massiven Käseklotz bestaunte, von dem man sich mittels einer Art drehender Drahtkonstruktion hauchfeine Scheiben abhobeln konnte, im Geruch allerdings etwas streng. Schon merkwürdig, an welche Kleinigkeiten man sich nach so langer Zeit noch erinnern kann.

Am ersten Tag ging es direkt nach dem Frühstück ins Louisiana. Das Museum liegt etwa 40 Kilometer nördlich der dänischen Hauptstadt im Örtchen Humlebæk, wo es auf einer Anhöhe am Meer thront.

Julia, Poldi und ich hatten schon im Bus verabredet, uns nach der Ankunft schnell aus dem Staub zu machen. Kubitschek hatte nämlich Julia und mich im Laufe der Fahrt als sein liebstes Publikum auserkoren. So gern wir ihm lauschten, das Museum wollten wir gern in Ruhe genießen.

Schon nach den ersten Ausstellungsräumen war klar: Dass das Louisiana als eines der bedeutendsten Museen der Welt gilt, ist berechtigt. Mit großen Augen wanderten wir vorbei an Giacometti-Skulpturen, Gemälden von Yves Klein, Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Picasso und Werken zahlloser weiterer internationaler Kunst- VIP s des 20. Jahrhunderts.

So viel stille Bewunderung und das Entziffern von Texttafeln, deren Schrift eigentlich nur unter der Lupe einwandfrei zu erkennen gewesen wäre, erwies sich allerdings als unerwartet anstrengend. Umso dankbarer waren wir, als uns mit einem Mal Kaffeeduft in die Nase stieg: Wir hatten das Museumscafé erreicht. Mit je einem dampfenden Becher in der Hand ließen wir uns kurze Zeit später auf den Rasen im sanft zum Meer abfallenden Park sinken, irgendwo zwischen Rhododendren, im Wind rauschenden alten Rotbuchen und Skulpturen von Joan Miró und Henry Moore. So saßen wir da, ließen die Kunst nachwirken und versanken im Anblick des Panoramas. Und wie jedes Mal irgendwo am Meer, begann ich mir auszumalen, wie es wohl wäre, hier zu wohnen. Jeden Tag diese Weite sehen, Meerluft schnuppern ...

"Unglaublich, oder?", sagte Julia plötzlich in meine Gedanken hinein. "Da drüben ist schon Schweden."

Sie zeigte in die Ferne, wo weit draußen ein grüner Streifen den wolkenlosen Himmel vom tiefblauen Meer trennte.

"Mhmmm", erwiderte ich und verlor mich in der Aussicht.

Eigentlich war mit unserem Besuch im Louisiana das Tagessoll an Kunstgenuss erfüllt. Doch als wir uns wieder vollständig am Bus eingefunden hatten, eröffnete uns Anja: "Wir machen noch einen kleinen Abstecher!"

Das Ziel desselben lag zwölf Kilometer nördlich: das Hamlet-Schloss Kronborg in Helsingør. Jenes Schloss, das Shakespeare 1603 zum Schauplatz seines Hamlet gemacht hatte, frei nach einer dänischen Heldengeschichte. Das

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