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Wenn ich auch nicht bei Dir sein kann ... Liebesbriefe von der Front 1940-43

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Wenn ich auch nicht bei Dir sein kann ...

"Ja Emma, wenn ich so zurück denke an unseren Urlaub, bekomme ich Heimweh nach Dir und die schönen Stunden, wo so rasch wie ein Traum vorbei flogen, aber die Erinnerung bleibt, und wenn es Jahre dauert, so werde ich sie nie vergessen. Es ist ja fast zum Weinen, wenn wir an unsere Jugend denken. Was haben wir davon gehabt, so viel wie gar nichts. Aber einmal muss für uns auch Frühling werden, wo wir dann unser eigener Herr und Meister sind, und das erst recht bald, wenn der Krieg zu Ende ist." Kurz nachdem der Bauer Georg Hopfer seine Angebetete Emma kennengelernt hat wird er zum Militär eingezogen, ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Denn von diesem Augenblick an ist es den beiden fast nur noch schriftlich möglich, miteinander zu kommunizieren und sich ineinander zu verlieben. Viele Hindernisse müssen dabei aus dem Weg geräumt werden, und oft liegen Wochen oder gar Monate zwischen den einzelnen Briefen.

Stefan Heikens wurde 1979 in Ostfriesland geboren, und interessierte sich schon früh für die Zeit des zweiten Weltkriegs. Da seine Großeltern wie so viele andere auch niemals über diese für sie so schreckliche Zeit sprachen begann er die Briefe und Geschichten von anderen Soldaten zu lesen, um so ein genaueres Bild dieser Ära zu bekommen. Dabei ging es ihm schon immer eher um die Einzelschicksale von Soldaten und ihren Familien, und der Wunsch diese Geschichten zusammen zu halten, bevor sie für immer verloren gehen, trieb ihn dazu mit dem Bücher schreiben zu beginnen. Er hält auch regelmäßig Lesungen ab unter dem Motto: "Gegen Rechts. Gegen das Vergessen." Klaus Kordon schrieb über Stefan Heikens, und sein Projekt: "Feldpostbriefe aus einer längst vergangenen Zeit? Ja! Was aber nicht heißt, dass sie uns Anfang des 21. Jahrhunderts nichts mehr zu sagen haben. Wie ich uns Menschen kenne, werden sie wohl ewig aktuell bleiben. Leider!"

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 10.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741267949
    Verlag: Books on Demand
    Serie: Feldpost .3
    Größe: 819kBytes
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Wenn ich auch nicht bei Dir sein kann ...

1940/1941

den 31.5.40.

Liebe Emma!

Habe Deinen Brief mit Freuden erhalten, besten Dank dafür. Das ist nun Wahrheit geworden, was Du geschrieben hast, wir sind nämlich nicht mehr am alten Platz. Nun heißt es von der Heimat fern geschieden. Die schönste Zeit ist zu Ende. Das macht aber nichts, die Hauptsache ist, daß wir alle noch beisammen sind.

Liebe Emma, sei nur froh, daß Du nicht hier Deine Heimat hast, es ist nämlich ein trauriger Anblick, wenn man so sieht wie die Menschen Ihr Hab und Gut verlassen müssen, und ins Landesinnere flüchten.

Neues gibt es weiter nicht, ich habe zum Andenken Dir ein Bildchen beigelegt, vielleicht kannst Du mir von Dir auch eines schicken, was mich sehr freuen würde.

In der Hoffnung, daß Dich dieses Brieflein gesund und munter erreicht grüßt Dich

Georg

Auf Wiedersehen! Schreibe bald wieder!

Osten, den 30.12.40.

Liebe Emma!

Will Dir nun Antwort geben auf Deinen Brief, welchen ich am 28. erhalten habe, besten Dank dafür. Wie ich daraus sehe bist Du nicht mehr zu Hause. Wie geht es Dir? Bist Du gesund und munter? Ist Dein Bruder Karl bei Dir zu Hause, weil Du fort konntest? Ja und nun zur Antwort. Ich hab schon viel Post bekommen in den

sechzehn Monaten seit ich fort bin, aber noch nie einen solchen Brief welcher mir so viel zum Nachdenken und Überlegen gab wie dieser. Ja, wenn ich abends in meiner Falle liege, kann ich stundenlang nicht einschlafen, gestern war ich um 12 Uhr noch wach.

Soviel ich weiß hab ich im September Dir meinen letzten Brief geschrieben, wartete immer auf Antwort, aber es kam nichts. Woche um Woche verging, und es war immer noch beim Alten. Nun kam auch noch der Urlaub! Nun, was tun? Ich sagte mir, die Emma will nichts mehr von Dir wissen, sonst hätte ich doch Antwort bekommen. Der eigentliche Grund war nämlich meine letzte Verabredung mit Dir. Zuerst kam Deine Schwester, und sagte mir einen schönen Gruß von Dir, und ich soll in einem Jahr wiederkommen. Weiter äußerte sie, meine Emma will einmal alleine bleiben. Wie wir so miteinander redeten kamst Du herein, und brachtest die Hühner in den Stall, wo Du mich fragtest ob ich mir das zu Herzen genommen hatte was Deine Schwester sagte. Emma, das traf mich so tief ins Herz, daß ich mir vorgenommen habe nie und nimmer so einen Gang zu machen. Wie es mir Sonntag darauf ging hab ich Dir ja geschrieben. Nur an Deinem letzten Brief habe ich mich immer aufgehalten, welcher doch ganz anders lautete. Hier stimmt etwas nicht, hier muß etwas dazwischen stehen, sagte ich mir immer wieder!

Ja, und noch etwas spielte mit. Bühler hat doch durch Deine Schwester erfahren, daß wir einander schreiben, ich dachte aber nichts dabei, denn wir waren immer gute Freunde. Leider kam es bald anders! Er war nämlich ein falscher Freund zu mir, wie ich von Hans Heinke erfahren habe, was ich Hans auch glaube. Er sagte nämlich zu Hans, daß zwischen uns beiden nie etwas daraus werde, ich sei schließlich Dir viel zu wenig. Das war natürlich sehr schwer für mich, wenn man so etwas von einem Freund hören muß. Bühler war immer freundlich ins Gesicht, aber sonst das Gegenteil! Ich glaube auch, daß er Deiner Schwester manches vorgelogen hat, und Du hast es ihr geglaubt. Emma, Du darfst es mir glauben, es war ein innerlicher Kampf welcher manche schlaflose Stunde kostete, trotzdem ließ ich nichts merken. Das geschah alles im Westen. In meinem Urlaub darauf besuchte ich Dich trotz alledem, wo ich aber leider nicht viel Glück hatte.

Ja Emma, so ging es mir, ich glaube, daß Dir manches neu ist, leider konnte ich Dir nie etwas davon sagen, denn die Zeit war immer zu kurz. Ich habe es Dir immer geglaubt, daß Du viel Arbeit hast, denn in einem solchen Haus gibt es viel Arbeit, überhaupt wenn die Mutter krank ist. Du wirst nun verstehen daß es so kam, und meine Geduld zu Ende ging obwohl ich immer große Ged

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