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Der Sommer der Oliven von Oliver, Sophie (eBook)

  • Verlag: Medion AG
Der Sommer der Oliven
eBook (ePUB)
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Der Sommer der Oliven

Eine Liebeserklärung an die schönste Insel im Mittelmeer!

Karla ist fassungslos: Die Villa auf Mallorca, die ihr nach der Scheidung von ihrem Exmann zugesprochen wird, entpuppt sich als absolute Bruchbude - wenn auch mit traumhaftem Meerblick. Doch ihr bleibt nichts anderes übrig, als kurzerhand dort einzuziehen, denn sie ist pleite. Ein Job muss her: Mit einem Online-Shop für mallorquinische Bio-Spezialitäten will sie in der neuen Heimat Fuß fassen und macht sich auf die Suche nach den Köstlichkeiten der Insel. Doch während sie über der Geschäftsidee brütet, steht plötzlich ihr Nachbar vor der Tür: geheimnisvoll, unverschämt attraktiv - und leider ziemlich eigenbrötlerisch. Zu allem Überfluss lernt sie auch noch den smarten Olivenölproduzenten Christoph kennen, der sie schamlos umgarnt. Hatte sie sich nicht geschworen, den Männern und der Liebe den Rücken zu kehren und den Neuanfang allein zu wagen?

Ein charmanter Sommerroman mit viel Gefühl auf Spaniens schönster Insel - so süß wie Mandelkuchen, so lockerleicht wie Orangensorbet, so samtig wie Olivenöl.

Produktinformationen

    Herausgeber: Medion AG
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 280
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783947177080
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Der Sommer der Oliven

Klara konnte nicht widerstehen und öffnete das Fenster des Taxis. Der Fahrer schien nichts dagegen zu haben. Warme Luft strömte herein, die ganz anders roch als in Deutschland. Die Fahrt vom Flughafen Palma de Mallorca nach Port d’Andratx dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Sie hatte es nicht eilig. Klara hätte sich den ganzen Tag über die Insel kutschieren lassen können, so sehr genoss sie es, hier zu sein. Daheim in München hatte es geregnet. Sie hatte ewig im Stau gestanden und schon befürchtet, ihren Flug zu verpassen. Die Leute hatten übellaunig in ihren Fahrzeugen gesessen, mit hängenden Mundwinkeln, ausdruckslosen Gesichtern – passend zum trüben Wetter. Wenn sie jetzt aus dem Fenster schaute, sah sie links und rechts der Autobahn pinkfarbene Oleanderbüsche blühen. Wobei »blühen« noch untertrieben war, sie wucherten regelrecht. Dahinter wechselten sich Olivenhaine mit hübschen Wohnanlagen ab, und gelegentlich erhaschte sie einen flüchtigen Blick auf das Meer. Da konnte man überhaupt nicht missmutig gucken! Außer man war von Haus aus ein schlecht gelaunter Schwarzseher wie Klaras Exmann Michael, der an allem etwas Negatives fand. Wie froh war sie, seine Dauernörgeleien nicht mehr ertragen zu müssen!

Lieber allein sein als mit diesem Miesepeter an meiner Seite, dachte Klara.

Irgendwann ging die Fahrt zu Ende, und sie tauchte aus ihren Gedanken auf. Nachdem der Fahrer Port d’Andratx durchquert hatte – es gab sicher schlechtere Wohnorte, wie sie sich grinsend eingestand –, ging es vom Hafen aus eine Anhöhe hinauf. Das Taxi bog in eine Wohnsiedlung ein, in der sich Ferienwohnungen und Protzvillen abwechselten. Im Gegensatz zu manchen deutschen Baugebieten schien es hier keine Vorschriften hinsichtlich des Aussehens der Häuser zu geben. Ein jedes bestand auf seine Individualität. Unterschiedlich hohe Tore und Mauern begrenzten die größeren Grundstücke, manche aus Stein, andere aus Stahl, und meistens befand sich auch eine Sprechanlage samt Kamera daran. Nicht überall gab es Zufahrten, ein paar der Hauseingänge waren nur durch wenige Stufen von der Straße beziehungsweise von einem schmalen Bürgersteig getrennt, auf dem Piniennadeln und Laub lagen. Die verstreut stehenden Bäume warfen Schatten. Klara fiel auf, dass viele der Eingänge mit Pflanzen geschmückt waren, deren Terrakottatöpfe einen deutschen Winter niemals unbeschadet überstehen würden.

Natürlich wusste sie, dass Port d’Andratx ein teures Pflaster war, und sie erwartete ein dementsprechendes Haus. Ihr Fahrer hielt vor einem Holztor, das die Zufahrt zum Grundstück versperrte. Ein Schild mit der Aufschrift Can Cargol hing windschief daran. Hier war sie richtig. Nervosität breitete sich in ihrem Magen aus. Mit einem Mal fühlte sie sich, als hätte sie zu viel Espresso getrunken. Rechts von ihrem Grundstück lag eine der wenigen noch unbebauten Parzellen der Siedlung, links schloss sich das Anwesen ihres Nachbarn an. Während die Einfahrt zu dessen Grundstück ordentlich gepflastert war, wirbelte Klara reichlich Staub auf, als sie auf dem Kiesweg ihrem neuen Zuhause entgegenmarschierte. Ihr schwerer Koffer hinterließ tiefe Schleifspuren. Nett wären Olivenbäume gewesen, die den Weg säumten. Leider gab es nur Gestrüpp, dort, wo sich kein verdorrtes Gras befand. Oder von der Sonne gelb gebackene Erde. Nicht gerade ein malerisches Bild, musste sich Klara eingestehen. Wenigstens bereitete sie die Zufahrt ein wenig auf das unschöne Gebäude vor, das nach einer Kurve vor ihr auftauchte. Nur teilweise verputzt, schien es schon ziemlich lange Zeit ein halber Rohbau zu sein. Ein architektonisch nicht gerade gelungener obendrein. Klara mühte sich mit dem Schlüssel ab, bis sie es endlich schaffte aufzuschließen. Beinahe hätte sie sich dabei einen Fingernagel abgebrochen. Abgestandene warme Luft schlug ihr entgegen. Sie trat in einen düsteren Flur mit einer Wandgarderobe, einem Schuhschrank und einem kleinen Spiegel darin. Es musste am angeschmutzten Spiegel liegen, dass ihr Haar darin eher aschig als blond aussah, beschloss Klara, strich es sich aus der Stirn und band es zu einem Pferdeschwanz. Müde sah sie aus, blass und gestresst, nur ihre hellblauen Augen stachen blitzend hervor. Um ihr Äußeres würde sich Klara später kümmern. Die letzten Wochen hatten an ihren Kräften gezehrt. Und nun dieser Neuanfang in einem fremden Land.

Eins nach dem anderen, dachte sie.

Klara schaute sich weiter im Flur um: Lediglich nichtssagende Möbel ohne Flair, aber die Fliesen auf dem Boden waren hübsch: Sie waren blau-weiß und wirkten wie ein glücklicher Flohmarktfund. Rasch trat sie in den offenen Wohnraum mit Essecke und Küche – und war sofort ein wenig zuversichtlicher. Nicht weil ihr die spartanische Einrichtung gut gefallen hätte – die zusammengewürfelten Restpostenmöbel setzten sich auch hier fort –, sondern weil sie durch die Glasfront auf eine großzügige Terrasse, einen noch großzügigeren Garten und hinaus auf das Meer sehen konnte. Sie öffnete die Verandatür – ein wenig frische Luft schadete den muffigen Räumen nicht – und lief hinaus bis ans hinterste Ende des Gartens, um dem Meer so nah wie möglich zu sein. Da ihr Grundstück am Hang lag, hatte Klara nicht nur einen herrlichen Blick über das Mittelmeer, sondern auch auf die Poolterrasse des unterhalb angrenzenden Nachbars. Allerdings nur, wenn sie sich auf die Zehenspitzen stellte und über eine Betonmauer spähte. Nachdem sie sein Anwesen ausreichend bewundert hatte, ohne dabei entdeckt zu werden, ging sie zurück ins Haus. Die restlichen bewohnbaren Räume waren schnell besichtigt: ein Badezimmer, eine separate Toilette und ein Schlafzimmer im oberen Stockwerk, in dem allerdings nur ein Kleiderständer aus Metall und ein Doppelbett standen, an dessen Namen sich Klara sogar erinnern konnte: MALM. Von IKEA. Weiß lackiert. Die Matratze sah aus, als hätte jemand mit einem Inkontinenzproblem darin geschlafen. Daneben gab es noch ein paar nicht ausgebaute Zimmer im Rohzustand.

Mit Tränen in den Augen setzte sie sich auf die Terrasse und atmete tief durch. Wenigstens stand hier eine Polyrattan-Garnitur, die nicht so übel aussah.

Wie sollte sie auch? Plastik brauchte Jahrhunderte, um zu verrotten, da war es keine Kunst, wenn diese Sitzmöbel noch den besten Eindruck machten.

Warum sie weinte, konnte sie selbst nicht genau sagen. Gründe dafür gab es viele.

Hier war sie nun, Klara Jung, vierunddreißig, frisch geschieden und mit einem Haus auf Mallorca abgefunden. Ihr Exmann Michael hatte mit Klauen und Zähnen darum gekämpft, es aber letztendlich an sie abtreten müssen. Laut Auskunft ihres Anwalts hatte Michael Can Cargol kurz nach ihrer Hochzeit erworben und seitdem als Ferienhaus vermietet. Klara schnaubte. Für jemanden, der keinen Wert auf wohnliches Ambiente legte, mochte dies ein Ferienhaus sein. Sie würde es eher als Dauerbaustelle bezeichnen. In den meisten Zimmern befanden sich unverputzte Wände und Estrichböden. Wenn sie bleiben wollte – was sie vorhatte, weil es keine Alternative gab –, musste sie schleunigst für ein geregeltes Einkommen sorgen, damit wenigstens peu à peu aus dieser Bruchbude ein richtiges Zuhause wurde. Klara fühlte sich verschwitzt und müde. Sie würde duschen und sich dann erst einmal hinlegen. Danach konnte sie immer noch darüber nachdenken, was aus ihr werden sollte, so allein. Nein, das Wort allein wollte sie aus ihrem Vokabular streichen.

Das Bad war erstaunlich schick. Anscheinend hatte der Bauherr hier zuerst investiert. Es gab eine gemauerte Dusche, eine Badewanne, ein Doppelwaschbecken, hell, mit großen Sandsteinplatten an den Wänden und Designerarmaturen. Erleichtert schlüpfte sie aus ihrer Jeans. Nach etwas Gurgeln und Spotzen kam tatsächlich klares Wasser aus der Leitung! Sie schloss die Augen und stellte sich unter die Regendusche. Als sie die Lider wieder öffnete, stieß Klara einen gellenden Schrei aus, der im gesamten Haus widerhallte. Einen Moment lang stand sie wie erstarrt da, dann flüchtete sie, so schnell es ging, aus der Dusche. Dabei wäre sie um ein Haar ausgerutscht. Zitternd und mit Herzrasen starrte sie an die Badezimmerdecke.

Plötzlich hämmerte es an der Haustür. Sie schlüpfte zurück in Jeans und T-Shirt und rannte die Treppe runter.

»Ja?«, stieß sie außer Atem hervor, nachdem sie die Tür geöffnet hatte.

Vor ihr stand ein großer dunkelhaariger Mann, leider so attraktiv, dass Klara schlagartig ihr triefnasses, bis über die Schultern hängendes Haar und die Wasserflecken auf ihrem T-Shirt bewusst wurden, die sich zügig in Richtung ihrer Brüste ausbreiteten. Während der Unbekannte sie eingehend musterte, hoben sich seine Augenbrauen in einer Mischung aus Belustigung und Sorge. Er war barfuß, trug Jeans und ein marineblaues Poloshirt, dessen Farbe mit seiner gebräunten Haut und dem kurz geschnittenen schwarzen Haar hervorragend harmonierte. Es saß so gut, dass sich eine muskulöse Brust darunter abzeichnete. Sein Dreitagebart passte zu ihm. Obwohl Klara glatt rasierte Männerhaut bevorzugte, fand sie das markante Stoppelkinn auf Anhieb anziehend.

»Ich habe einen Schrei gehört«, sagte er auf Deutsch mit einem schönen spanischen Akzent.

Klara trat verlegen von einem Fuß auf den anderen. »Das war ich«, erklärte sie unnötigerweise.

»Geht es Ihnen gut? Ist etwas passiert?«

»Nein, nein, alles in Ordnung.«

»Wohnen Sie jetzt hier? Oder machen Sie nur Ferien? Es war ziemlich lange niemand mehr im Haus. Ich bin Ihr Nachbar«, setzte er erklärend hinzu. »Xavier Cardona.«

»Klara Jung. Ich ziehe gerade ein«, stellte sie sich vor und streckte ihm die Hand hin. Dummerweise war auch diese noch feucht, sodass er sich seine nach dem...

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