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Bergkameraden und andere Erzählungen von Wichtl, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2016
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Bergkameraden und andere Erzählungen

Sechs in sich abgeschlossene Kurzgeschichten geben kurze Einblicke in Lebensabschnitte, die jedem von uns mit etwas Phantasie in ähnlicher Weise widerfahren könnten. Während sich bei den 'Bergkameraden' aus einer willkürlichen Begegnung auf der Almhütte ganz neue Perspektiven ergeben, ist 'der sonderbare Pilger' auf der Suche nach seinem Herzensglauben, zu dem er erst über eine ramponierte Christusfigur findet. Ein verunglückter Höhlenforscher landet dagegen in 'UGHA UA CHR/Das gibt es doch gar nicht' unerwartet in der Jungsteinzeit und muss feststellen, dass seine Sicht der Dinge eben der des 21. Jahrhunderts entspricht und nicht überall anwendbar ist. Einem 'geliebten Tagebuch' werden gute und nicht so gute Zeiten anvertraut, und 'der alte Jockele', ein einfacher Knecht, findet mit Hilfe des jungen Benjamin seinen geistigen Weg nach Hause. Welche 'gutgemeinten Ratschläge' am Ende aber ein Vogel einem Tierpräparator gibt - das müssen Sie schon selbst lesen! Franz Wichtl, Jahrgang 1939, verbrachte trotz der Kriegszeit eine glückliche Jugend. Er besuchte die Volks-, Haupt-, und Bundesfachschule für Kunst, Bau und Maschinenschlosserei in Bruck/M. Kurz arbeitete er als technischer Angestellter, dann kam er 1958 zum Bundesheer. Dort wurde er Beamter der Heeresverwaltung und machte 1972 die Beamten-Matura. Von 1981-1996 übernahm er zusammen mit seiner Frau die wirtschaftliche Leitung im evangelischen Bildungshaus Deutschfeistritz, bis das Haus zum Konzessionsbetrieb wurde. Es folge eine Phase der Neuorientierung, und Franz Wichtl nahm wieder eine Tätigkeit auf, die er schon in seiner Jugend geliebt hatte: malen und Gedichte schreiben. 2007 brachte er sein Leben in Buchform zu Papier, es folgen Kurzgeschichten, eine erotische Erzählung sowie mehrere Gedichtbändchen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 30.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990483565
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 695 kBytes
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Bergkameraden und andere Erzählungen

Der sonderbare Pilger

Es war ein kleines Dörfchen, eingebettet in einem Mischwald, das an der Sonnenseite einer Berggruppe in den Voralpen lag. Mit seinen knapp zwei Dutzend Einwohnern wäre es auch in keiner Landkarte verzeichnet gewesen, stünde nicht auf einer kleinen Anhöhe ein kleines, aus rohen Steinen gemauertes Kirchlein, welches schon aus der Zeit des frühen Mittelalters stammen sollte und auf einem ehemaligen heidnischen Kultplatz errichtet worden sei.

Dieses Kleinod, in dessen Inneren sich nicht mehr gut erhaltene, aber sehr alte Wandmalereien befanden, wurde von einem nahe gelegenen Landwirt betreut, auf dessen Grundstück sich dieses Kirchlein befand.

Mit zu der Ansiedlung gehörten noch zwei weitere Bauerngehöfte, ein sehr kleiner Gemischtladen und eine Gaststätte, die wohl wegen der Nähe zur nächstnäheren größeren Ortschaft gar nicht so schlecht besucht war, und das hauptsächlich zu den Wochenenden. Auch zwei Neubauten gehörten dazu, die zwar schon vor längerer Zeit begonnen worden waren, aber bei Weitem noch nicht fertig, geschweige denn bezugsbereit waren. Bei einem von diesen Bauruinen sah man, hin und wieder, ein oder zwei Menschen werkeln, aber sehr eilig schienen sie es nicht zu haben oder ihre finanziellen Mittel ließen eine schnellere Arbeitsweise nicht zu. Auch das übrige Leben in diesem Dörfchen plätscherte sehr gemütlich dahin, fernab jeder Hektik.

"Früher war das nicht so!", sagte die 84-jährige Altbäuerin Resi allen, die es hören wollten, und die mit vollem Namen Theresia Hebenstreit vulgo Holzbauer hieß, wenn man sie ansprach und sie mit einigen Ästen auf dem Buckel gerade vom Brennholzsammeln nach Hause kam. "Früher sind noch Kinder im jetzigen Extrazimmer des Gasthauses unterrichtet worden, als dieses noch eine Schulklasse gewesen ist. Ich selbst bin eine der Schülerinnen gewesen, die damals - noch vor dem letzten großen Krieg - von einem Lehrer, der auch ein Pfarrer war, unterrichtet wurden. Und von meinem Großvater weiß ich, dass, als im Berg noch nach Silber oder nach sonst was gesucht wurde, vier große Holzhäuser dort am Berg standen und die Knappen, mitsamt ihren Frauen und Kindern, darinnen gewohnt hatten. Ich selbst habe diese Holzhäuser nicht mehr gesehen, aber wenn man dort noch genau schaut, sieht man, wo sie gestanden sind. Ob sie abgetragen wurden oder abgebrannt sind, weiß ich nicht, nur dass der Stollen zugeschüttet wurde, weil darinnen einmal ein Kind ums Leben kam. Da waren die Bergleute aber schon lange weg." Sie hat dabei fest mit ihrem Kopf genickt, wenn sie so etwas sagte.

"Ja, früher!" Das sagte sie oft und lächelte so in sich hinein, verriet aber nicht, was sie damit meinte.

Der Gemischtwarenhändler Anton Braunschweiger, dessen Name ja selbst schon als Werbung für eine bestimmte Wurstsorte hätte dienen können, hatte mit seinen 75 Jahren auch schon bessere Tage erlebt, hielt sein Geschäft aber trotz seiner Pensionsberechtigung weiter aufrecht und war für seine Mitbewohner, wenn sie ihre Wünsche äußerten, ein sehr geschätzter Ansprechpartner. Auch er wusste zu berichten, dass es in früherer Zeit hier viel mehr Leute gegeben hatte. Schon wenn man an die vielen Mägde und Knechte dachte, die von den Bauern beschäftigt wurden, hauptsächlich zur Anbau- oder Erntezeit. "Heute", so meint er, "werden diese Hilfskräfte nicht mehr gebraucht, oder sie sind zu teuer. Alles wird mithilfe von Maschinen gemacht, denen man auch keinen Lohn zahlen muss für die Zeit, wenn sie nicht arbeiten. Sogar die Kinder, die einst am Hof mitgeholfen haben, sind nicht zu Hause geblieben. Sie sind in die Stadt gezogen und haben sich dort Arbeit gesucht und - Gott sei Dank - auch gefunden. Sie kommen nur noch sehr selten ihre Eltern besuchen, die sich aber immer wieder freuen, wenn sie wenigstens ihre Enkelkinder für eine kurze Zeit bei sich haben können. An die Hofübernahme denken nur g

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