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Chaos und Anfang Ein Poem von Kerschbaumer, Marie-Therese (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2016
  • Verlag: Wieser Verlag
eBook (ePUB)
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Chaos und Anfang

In dem Poem 'Chaos und Anfang' finden die Erkenntnisse der Weltraumphysik und die Erinnerung an mythische Dichtung ihren sprachlichen Ausdruck. In einer Zusammenschau zwischen lyrischer Prosa und Naturwissenschaft, zwischen Mythos und Gegenwart, versucht Marie-Thérèse Kerschbaumer eine metonymische Darstellung für das, was die Menschheit im Begriffe steht, mit den neuesten Mitteln zu erforschen. Forschen und Irren. Natur, die sich sucht und sich denkt. Der Blick in die Ferne, Punkt und Abstand, Zeit und Raum, und das Wunder der Geometrie. Die Erde wurde umfahren mit Papyrus und Holz, mit Segel und Sextant, mit Steuerrad und Quadrant. Als die christlichen Seefahrer nach Westen aufbrachen, um den Kapstürmen zu entkommen, und weil sie von Galilei wußten, daß die Erde rund ist, waren sie nicht die ersten auf diesem Kurs. Aber sie folgten noch einmal dem antiken Geheiß des Odysseus, den gefährlichen Weg durch die Säulen des Herkules, vorbei an Ceuta und Cadiz, durch die Straße von Gibraltar zu nehmen: Das war der Beginn der Neuzeit, und der Weckruf des Mythos ist seither nicht verstummt. Fernrohr und Mathematik. Objekt und Okular. Unbegrenzt der Raum und die Reise durch die Kuppel der Schädeldecke - und in ferner Zukunft - der Pioniere der Menschheit von Galaxie zu Galaxie. Marie-Thérèse Kerschbaumer: 1936 nahe Paris geboren; Studium der romanischen und deutschen Philologie in Wien (Dr. phil. 1973); seit 1971 freie Schriftstellerin und Übersetzerin; lebt in Wien. Werke (Auswahl): Der Schwimmer (1976), Der weibliche Name des Widerstands. Sieben Berichte (1980), Schwestern (1982), Für mich hat Lesen etwas mit Fließen zu tun (1987), Versuchung (1990), Bilder immermehr (1997), Die Fremde (1992), Ausfahrt (1994), Fern (2000), Neun Canti auf die irdische Liebe (1989), Orfeo. Bilder Träume (2003), Neun Elegien/Nueve elegías (2004), Wasser und Wind (2006); Calypso. Über Welt, Kunst, Literatur (2005); Gespräche in Tuskulum. Ein Fragment. Viertes Buch (2009); 13-bändige Werksausgabe mit einem Essay von Hans Höller (2007); zuletzt erschienen: Freunde des Orpheus (2011); Res publica - Über die öffentliche Rede in der Republik (2014).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 30.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990470657
    Verlag: Wieser Verlag
    Größe: 1977 kBytes
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Chaos und Anfang

ERSTER TEIL

1.

Gewaltig die Wasser über und unter tosend vereint im Sog der auf wallenden Fluten. Die Wellen der Wogen brausenden Brecher Massen der Wasser und abermächtigen Meere donnernden Ur- und Abermeere Ozeane und Aberozeane Welten brausender Gischt. Brüllend jagen die Hunde des Hades die Kräfte der Wellen weitab. Auf bäumt das Element sich krachend stürzt es hinab. Ohne Ziel ohne Richtung nicht Achse noch (Punkt?). Chaos die Heimat der Himmel die Himmel nicht sind. Sein wäre Anfang doch Anfang ist nicht. Nur Gischt und Bewegung nur Toben und - wüst und leer - und finster auf der Tiefe (1. Mose 1, 2.) - und Nichts. Dann schwebte Geist. Geist über Grund und lagen die Fluten jetzt still. Nebel stiegen Spiralen auf Flächen aus Gas aus Helle aus Dunst und Verdunstung aus Rand und aus Grenze: Und teilte Wasser von Land. Das war in der Zeit. Nach der Zeit ohne Zeit. Das war als Land Land hieß und nicht hieß Erde das war als Sagen nicht war als Zählen nicht war. Das war ehe Zählen begann.

Himmel waren geteilt Land war geteilt. Es waren Blöcke gewaltig. Auf stieg aus Wasser aus Dunst aus Nebel auf stiegen und stiegen die aus Krill und Kalk von gepanzerten Engeln gefügten Begriffe Götter Giganten Gestalten erste Wesen vom Grund. Ist Kosmos ist Raum ist Gesamtheit ist Ordnung ein lebendes Wesen sagen die Weisen. Das Urding der Feste den Fluten entstiegen Feste des Himmels heraus und hervor und kein Auge hat es gesehen kein Auge sah diesen Aufstieg gigantischer Dinge Riesen Leiber der Gäa Riesin Weltengebärerin Stern aus der Finsternis strebend zum Licht. Licht das vernichtet Licht das entbrannt ist auslöschest Nichts Not und Nacht. Da war nicht Nacht. Da war nicht Not. Da war nicht Nichts. Finsternis war und die Feste geteilter Himmel von Land das heißt Erde. Erde des Anfangs Erde des Lichts. Da schwebte Geist über Wassern. Licht werde Licht. Die Tiefe wollte Tiefe nicht sein und Licht wurde Tag und Finsternis Nacht. Und sah daß es gut war. Und schied das Licht von der Finsternis. Und die Tiefe floh aus der Tiefe und war eine Feste zwischen den Wassern und war aus Morgen und Abend der Tag und kein Auge hat es gesehen kein Ohr hat es gehört und ward aus Morgen und Abend der erste Tag. (1. Mose 1, 5.) Und war ein Unterschied und es geschah. Und sprach es sei. Und war ein Unterschied über der Feste und war über der Feste von den Wassern und es geschah. Und war die Feste ein Himmel und war aus Abend der Abend und aus dem Morgen ein Morgen. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. (1. Mose 1, 8.)

Am Anfang war. Und es ist nichts das so war und nichts das so ist. Und ist nichts gleich diesem Anfang so gleich daß es sich wiederhole daß es immer war und immer währet der Anfang das Wort. Wüst und leer. War der Anfang und der Geist schwebte über dem Anfang und nichts war gleich dem Anfang dieser Stunde die Stunde nicht war. Aberanfang vor Anfang vor dem Zählen vor aller Zahl. Und war kein Licht vor dem Anfang und am Anfang wollte es Licht. Licht wollte Licht und es ward Licht (1. Mose 1, 3.) und kein Geist aus der Tiefe war vor dem Licht und dieses gewaltige Licht wollte gut sein und das Licht sah daß das Licht gut war. Und es sammle sich Wasser an besondere Örter daß man das Trockene sehe. Und es geschah. Und war genannt Erde und die Sammlung der Wasser war genannt Meer. Da sind drei Seinsweisen des Wassers gefroren flüssig und Gas. Zustand Lage und Fall Regel Gefüge Wuchs und Gestaltung Blühen Gedeihen Liegen. Vorhanden geartet sein so. Und ließ aufgehen Gras und Kraut befahl es der Erde und befahl es den Bäumen daß sie sich besamen und Frucht tragen und haben den eigenen Samen bei sich auf dieser Erde und es geschah. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut das sich besame ein jegliches und nach seiner Art und die die Frucht trugen Bäume und hatten den eigenen Samen und so ges

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