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Der Talisman Posse mit Gesang in drei Akten (Reclams Universal-Bibliothek) von Nestroy, Johann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2012
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Der Talisman

Als Grundlage für die 1840 uraufgeführte Posse 'Der Talisman' diente das französische Stück 'Bonaventure', welches Nestroy um ein Vielfaches an Esprit und Witz übertraf. Die Geschichte von Titus Feuerfuchs - in der Uraufführung gespielt von Nestroy selbst - und seinen roten Haaren ist dank seiner Komik das meistgespielte Werk Nestroys. Text aus Reclams Universal-Bibliothek mit Seitenzählung der gedruckten Ausgabe.

Johann Nepomuk Nestroy (7. 12. 1801 Wien - 25. 5. 1862 Graz) war Sänger, Schauspieler und Theaterdirektor; er schrieb für sich über 80 Stücke, die als Possen, Parodien oder Komödien erfolgreich waren, deren treffender Sprachwitz aber auch auf Gesellschafts- und politische Kritik zielte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 117
    Erscheinungsdatum: 10.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159600215
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 480kBytes
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Der Talisman

[5] Erster Akt

Die Bühne stellt einen Dorfplatz vor. In der Mitte gegen den Hintergrund ein Brunnen mit zwei sich gegenüberstehenden Steinsitzen, links eine Gartenmauer mit einer kleinen offenstehenden Tür, welche in den Herrschaftsgarten führt .
Erste Szene

Bauernmädchen, darunter Hannerl, treten während dem Ritornell des folgenden Chores aus dem Hintergrunde links auf; Bauernbursche, unter ihnen Cristoph, Seppel und Hans .

Chor

DIE MÄDCHEN.
Au'm Nachkirtag tanzt man schon in aller Fruh',
Dort kommen die Burschen und holen uns dazu.

DIE BAUERNBURSCHE (von der Seite rechts auftretend) .
Wo bleibt's denn? Laßt keine sich sehn, das ist schön,
Au'm Tanzboden tut's drüber und drunter schon gehn.

DIE MÄDCHEN. Wir sind schon bereit.

DIE BURSCHE. So kommt's, es is Zeit.

ALLE. Es hat jeds sein' Gegenteil, die Wahl is nit schwer,
D' Musikanten, spielt's auf, heut' geht's lustig her.

CHRISTOPH (zu einem Bauernmädchen) . Wir zwei tanzen miteinand'!

HANS (zu einer anderen) . Wir zwei sein schon seit zehn Kirtäg' ein Paar.

HANNERL (zu einem Burschen) . Ich tanz auf der Welt mit kein' andern als mit dir.

CHRISTOPH (nach links in den Hintergrund sehend) . Da schaut's, da kommt die Salome.

HANNERL. Mit die baßgeig'nfarbnen Haar'!

CHRISTOPH. Was will denn die auf 'm Kirtag?

HANNERL. Eure Herzen anbrandeln, das is doch klar!
[6] Zweite Szene

Salome. Die Vorigen .

SALOME (in ärmlich ländlichem Anzug, mit roten Haaren, kommt aus dem Hintergrunde links) . Da geht's ja gar lustig zu; wird schon auf 'm Tanzboden gangen, nit wahr?

CHRISTOPH (kalt) . Is möglich!

SALOME. Ös werd't's doch nix dagegen haben, wenn ich auch mitgeh?

HANS. No ja - warum nit - hingehn kann jeds.

CHRISTOPH (mit Beziehung auf ihre Haare) . Aber 's is weg'n der Feuersg'fahr!

HANS (ebenso) . 's is der Wachter dort -

CHRISTOPH (wie oben) . Und der hat ein' starken Verdacht auf dich; du hast deine Gäns' beim Stadl vorbei'trieben, der vorgestern ab'brennt is.

HANNERL. Und da glaubt man, du hast'n an'zund'n mit deiner Frisur.

SALOME. Das is recht abscheulich, was ihr immer habt's über mich; aber freilich, ich bin die einzige im Ort, die solche Haar' hat. Für die Schönste wollt's mich nicht gelten lassen, drum setzt's mich als die Wildeste herab.

DIE MÄDCHEN. Ah, das is der Müh' wert, die wollt' die Schönste sein!

CHRISTOPH (zu Salome) . Schau halt, daß d' ein' Tänzer find'st.

SEPPEL (ein sehr häßlicher Bursch) . Ich tanz mit ihr, was kann mir denn g'schehn?

CHRISTOPH. Was fallt dir denn ein? Ein Kerl wie du wird doch wohl eine andere kriegen?

SEPPEL. Is auch wahr, man muß sich nit wegwerfen.

HANS. Vorwärts! Brodelt's nit so lang herum!

ALLE. Auf 'n Tanzboden! Juhe! Zum Tanz! (Alle rechts im Hintergrunde ab.)
[7] Dritte Szene

Salome .

SALOME. Ich bleib halt wieder allein z'ruck! Und warum? Weil ich die rotkopfete Salome bin. Rot ist doch g'wiß a schöne Farb', die schönsten Blumen sein die Rosen, und die Rosen sein rot. Das Schönste in der Natur ist der Morgen, und der kündigt sich an durch das prächtigste Rot. Die Wolken sind do

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