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Die Bücherfeinde Über Feuer und Wasser, Gas und Hitze, Staub und Vernachlässigung, Ignoranz und Engstirnigkeit von Blades, William (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Die Bücherfeinde

Feuer und Wasser, Gas und Hitze, Staub und Vernachlässigung, Ignoranz und Engstirnigkeit: Bücher können auf vielerlei Art zu Schaden kommen. William Blades schildert voller Humor und Liebe zum Buch die zahllosen Gefahren. Dabei sind es nicht nur Naturkatastrophen und politische Umwälzungen, die ganze Bibliotheken vernichten. Oft richten gerade die kleinsten (Buch-)Würmer den größten Schaden an. Übereifrige Dienstboten attackieren schweinslederne Bände mit dem Staubwedel, ?unschuldige? Kinder ruinieren teure Folianten im Spiel. Der englische Buchdrucker William Blades (1824-1890) spricht aus reicher Erfahrung, war er doch als Restaurator tagtäglich mit den Folgen unsachgemäßer Behandlung konfrontiert. In seiner Einführung lässt Hektor Haarkötter das Leben dieses ebenso besessenen wie kuriosen Mannes und die Geschichte der Buchschädlinge Revue passieren. Im angelsächsischen Sprachraum sind "Die Bücherfeinde" längst ein Klassiker. Jetzt liegen sie erstmals in deutscher Übersetzung vor!

Der englische Buchdrucker und -binder William Blades (1824-1890) war, wie zu seiner Zeit üblich, zugleich als Restaurator tätig. Er hat sich nicht nur handwerklich, sondern auch buchkundlich hervorgetan: In mehreren, im englischsprachigen Sprachraum gut bekannten Werken hat er sich mit der Geschichte seiner Zunft und den Regeln seiner Kunst beschäftigt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 01.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534727155
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 2572 kBytes
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Die Bücherfeinde

1. K APITEL

F EUER

Von Feuer zerstörte Bibliotheken

Es gibt viele Kräfte der Natur, die es darauf angelegt haben, Bücher zu beschädigen. Aber keine ist jemals auch nur halb so zerstörerisch gewesen wie Feuer. Es wäre müßig, die zahlreichen Bibliotheken und Bücherschätze aufzuzählen, die auf die eine oder andere Weise dem Feuerteufel zum Opfer fielen. Zufällige Feuersbrünste, fanatisches Zündeln, gerichtlich angeordnete Verbrennungen oder auch der häusliche Herd haben von Zeit zu Zeit Schätze genauso wie den Müll vergangener Zeiten ausgedünnt, so dass heute nicht einmal mehr der tausendste Teil an Büchern existiert, die je geschrieben wurden. Dieses Zerstörungswerk kann allerdings nicht ausschließlich unter der Rubrik große Verluste eingeordnet werden. Denn hätten nicht "reinigende Feuer" Berge von Ramsch aus unserer Mitte entfernt, dann wäre schon aus Platzgründen die Lust der Zerstörung eine Notwendigkeit geworden. Wo sonst hätte man so viele Bände aufbewahren sollen?

Vor der Erfindung des Buchdrucks waren Bücher vergleichsweise selten. Und da wir heute wissen, wie schwierig es selbst ein halbes Jahrhundert nach der Einführung der Dampfpresse ist, eine Sammlung von einer halben Million Büchern zusammenzubringen, müssen wir den Bemerkungen früherer Autoren über die Größe antiker Bibliotheken mit großer Skepsis begegnen.
Alexandria

Der Historiker Gibbon, selbst auf vielen Gebieten ein großer Skeptiker, glaubte ohne weitere Nachfrage die Legenden, die über dieses Thema verbreitet wurden. Die Manuskriptsammlungen, die über Generationen hinweg von den Ptolemäern in Ägypten zusammengestellt worden sein sollen, entwickelten sich im Laufe der Zeit zu den größten einst bekannten Bibliotheken. Sie waren weltberühmt für die Kostbarkeit ihrer Ausstattung und den Rang ihres unschätzbaren Inhalts. Zwei dieser Sammlungen gab es in Alexandria. Die umfangreichere lag im Stadtteil Bruchium. Deren Bücher waren, wie damals allgemein üblich, auf Pergament geschrieben und mit einer hölzernen Rolle an jedem Ende versehen, so dass der Leser immer nur einen Abschnitt nach dem anderen entrollen musste. Als Cäsar 48 v. Chr. Alexandria eroberte, ging die größere Sammlung in Flammen auf. 640 n. Chr. wurde sie wiederum in Brand gesteckt, diesmal von den Sarazenen. Damit war ein unschätzbarer Verlust für die Menschheit verbunden. Wenn allerdings behauptet wird, dass bei dieser Gelegenheit 500.000 oder gar 700.000 Buchrollen vernichtet worden sein sollen, spüren wir instinktiv, dass hier maßlos übertrieben worden sein muss. Genauso skeptisch müssen wir sein, wenn wir lesen, dass einige Jahrhunderte später in Karthago eine halbe Million Bücher verbrannt seien, oder andere ähnliche Geschichten.
Zerstörung von Manuskripten durch Paulus

Zu den frühesten Berichten über Buchzerstörungen zählt jener des Evangelisten Lukas, demzufolge nach einer Pauluspredigt viele Epheser, "die da vorwitzige Kunst getrieben hatten, die Bücher zusammenbrachten und sie öffentlich verbrannten und überrechneten, was sie wert waren, und fanden des Geldes fünfzigtausend Groschen" (Apostelgeschichte XIX, 19). Zweifellos sind solche Bücher heidnischen und alchemistischen Inhalts, über Zauberei und Hexenwerk, aus der Sicht derjenigen, die ihren Glauben in Gefahr sahen, zu Recht vernichtet worden. Und selbst wenn eines von diesen den Flammen entgangen wäre, hätte zweifellos keines bis in unsere Tage überlebt. Tatsächlich ist kein Manuskript aus dieser Zeit erhalten. Trotzdem muss ich zugeben, dass mich ein gerüttelt' Maß an Nervosität und Unbehagen packt, wenn ich daran denke, dass Bücher im Wert von 50.000 Denaren oder, sagen wir, schätzungsweise 18.750 Pfund 1 moderner Währung in Flammen aufgegangen sind. Welch bemerkenswerte Darstellungen frühen Heidentums, der Teufelsanbetung, der Schlangenverehrung, des Sonnenkults und andere

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