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Die Reden der großen Indianerhäuptlinge von Häuptling Seattle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2014
  • Verlag: Anaconda Verlag
eBook (ePUB)
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Die Reden der großen Indianerhäuptlinge

Die kraftvoll besonnene Rede des Duwamish-Häuptlings Seattle, mit der er 1854 vor den Gouverneur des Washington-Territoriums trat, ist das wohl berühmteste Dokument des Feiheitskampfes der Ureinwohner Nordamerikas gegen die Besiedlung ihres Landes. Hier versammelt sind die Reden von 16 großen Häuptlingen aus drei Jahrhunderten - beeindruckende Zeugnisse einer Weltsicht, die Autonomie und das Leben im Einklang mit der Natur in den Mittelpunkt stellt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 10.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783730690697
    Verlag: Anaconda Verlag
    Originaltitel: Great Speeches by Native Americans
    Größe: 1909 kBytes
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Die Reden der großen Indianerhäuptlinge

HÄUPTLING TECUMSEH (1811)

Wir haben uns heute Abend im heiligen Rat versammelt, um Fragen von größter Wichtigkeit zu besprechen. Wir sollten hier nicht darüber streiten, ob uns Unrecht und Schaden zugefügt wurden, sondern auf welche Weise wir uns rächen können. Denn unsere gnadenlosen Unterdrücker haben ihre Strategie von langer Hand geplant und ihre Angriffe sind nicht nur zu erwarten, sondern wurden und werden bereits gegen jene Angehörigen unserer Rasse geführt, die noch nicht Stellung bezogen haben. Wir wissen genau, mit welcher Taktik die Weißen auf dem Vormarsch sind und bei unseren Nachbarn einfallen. Sie wähnen sich noch unentdeckt und müssen gar nicht sehr kühn vorgehen, weil ihr so unaufmerksam seid. Die Weißen sind uns, selbst wenn wir uns verbünden, fast ebenbürtig und viel zu stark, als dass ein Stamm allein sich ihnen widersetzen könnte. Und wenn wir uns nicht verbünden und uns gegenseitig mit vereinten Kräften unterstützen, wenn nicht jeder Stamm einmütig zusammensteht und dem Machtstreben und der Gier der Weißen den Kampf ansagt, dann werden sie uns bald alle einzeln und getrennt voneinander besiegen und wir werden aus dem Land unserer Geburt vertrieben und in alle Himmelsrichtungen zerstreut wie Herbstblätter im Wind.

Aber besitzen wir etwa nicht genug Mut, um unser Land zu verteidigen und unsere uralte Unabhängigkeit zu behaupten? Werden wir seelenruhig mit ansehen, wie uns die weißen Eindringlinge und Tyrannen zu Sklaven machen? Soll man über unsere Rasse sagen, dass wir uns nicht vor den drei schlimmsten Übeln zu bewahren wussten: Torheit, Trägheit und Feigheit? Doch aus welchem Grund sollen wir über die Vergangenheit reden? Sie spricht für sich selbst und fragt: "Wo sind heute die Pequot? Wo die Narragansett, die Mohawk, die Pocanoket und viele andere einst so mächtige Stämme unserer Rasse?" Wie Schnee in der Sonnenglut sind sie verschwunden angesichts der Gewaltherrschaft und Gier der Weißen. In der vergeblichen Hoffnung, ihren alten Besitz allein verteidigen zu können, haben sie sich in Kriege mit dem weißen Mann hineinziehen lassen. Schaut euch ihr einst so schönes Land genau an – was seht ihr heute? Nichts als die Verwüstungen der bleichgesichtigen Zerstörer, soweit das Auge reicht. So wird es auch euch ergehen, Choctaw und Chickasaw! Eure mächtigen Waldbäume, unter deren weiten, schattigen Zweigen ihr als Kinder gespielt habt und als Jugendliche herumgetollt seid und unter denen ihr heute eure müden Glieder nach den Strapazen der Jagd ausruht, diese Bäume werden bald gefällt werden, um mit ihnen das Land einzuzäunen, das die weißen Eindringlinge ihr Eigen zu nennen wagen. Bald werden ihre breiten Straßen über die Gräber eurer Väter führen und ihre Ruhestätte wird für immer ausgelöscht sein. Wir stehen vor der Vernichtung unserer Rasse, wenn wir uns nicht alle gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind verbünden. Glaubt nicht, tapfere Choctaw und Chickasaw, dass ihr angesichts der Gefahr, in der wir alle uns befinden, untätig und teilnahmslos bleiben und unserem gemeinsamen Schicksal entgehen könnt. Auch euer Stamm wird durch ihren Gifthauch bald wie Blätter fallen und wie Wolken zerstieben. Auch ihr werdet aus eurer Heimat und eurem Stammesgebiet vertrieben werden wie Blätter im eisigen Sturm.

Oh Choctaw und Chickasaw, wiegt euch nicht länger in falscher Sicherheit und trügerischer Hoffnung! Unser weites Land entgleitet uns rasch. Die weißen Eindringlinge werden Jahr für Jahr gieriger, dreister, tyrannischer und herrschsüchtiger. Jedes Jahr gibt es neue Auseinandersetzungen zwischen ih

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