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Don Karlos, Infant von Spanien Ein dramatisches Gedicht (Reclams Universal-Bibliothek) von Schiller, Friedrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.09.2012
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Don Karlos, Infant von Spanien

Friedrich Schillers 'dramatisches Gedicht''Don Karlos, Infant von Spanien' hat eine ungewöhnliche lange Entstehungszeit und eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Die ersten Entwürfe stammen aus dem Jahr 1783, die letzten Änderungen reichen bis ins Jahr 1805. Erstmals publiziert und uraufgeführt wurde das Drama in Blankversen im Jahr 1787 - in Schillers Werk markiert es den Übergang vom Sturm-und-Drang-Drama zur Klassik. Vertrauen und Verrat sind die Leitmotive dieses höfischen Intrigenstücks, das Schiller zu einem politischen Kriminalfall gestaltet hat. Die Freundschaft zwischen dem Kronprinzen Don Karlos und dem Malteserritter Marquis Posa und ihre Sehnsucht nach politischer und persönlicher Freiheit im Weltreich Spanien Mitte des 16. Jahrhunderts scheitern an den Machtgelüsten ihrer Gegner, die selbst nur Marionetten einer allmächtigen Inquisition sind. Text aus Reclams Universal-Bibliothek mit Verszählung der gedruckten Ausgabe. Friedrich Schiller (seit 1802: von; 10. 11. 1759 Marbach a. N. - 9. 5. 1805 Weimar) bildet mit Goethe den Kern der Weimarer Klassik, der bedeutendsten deutschen Literaturepoche. Schiller begann als Aufsehen erregender Sturm-und-Drang-Dichter und prägte seit 1795 als Publizist, Theoretiker, Dramatiker und Lyriker das berühmte klassische Weimarer Jahrzehnt. Schillers Dramen gehören noch heute zu den meistgespielten der deutschen Literatur, seine Gedichte, z. B. die Balladen, zählten im 19. Jahrhundert und darüber hinaus zum festen kulturellen Kanon der deutschen Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 221
    Erscheinungsdatum: 06.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159600383
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 580 kBytes
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Don Karlos, Infant von Spanien

Erster Akt

Der königliche Garten in Aranjuez .
Erster Auftritt

KARLOS. DOMINGO.

DOMINGO. Die schönen Tage in Aranjuez

Sind nun zu Ende. Eure königliche Hoheit

Verlassen es nicht heiterer. Wir sind

Vergebens hier gewesen. Brechen Sie

5

Dies rätselhafte Schweigen. Öffnen Sie

Ihr Herz dem Vaterherzen, Prinz. Zu teuer

Kann der Monarch die Ruhe seines Sohns -

Des einz'gen Sohns - zu teuer nie erkaufen.

(Karlos sieht zur Erde und schweigt.)

Wär noch ein Wunsch zurücke, den der Himmel

10

Dem liebsten seiner Söhne weigerte?

Ich stand dabei, als in Toledos Mauern

Der stolze Karl die Huldigung empfing,

Als Fürsten sich zu seinem Handkuss drängten.

Und jetzt in Einem - Einem Niederfall

15

Sechs Königreiche ihm zu Füßen lagen -

Ich stand und sah das junge stolze Blut

In seine Wangen steigen, seinen Busen

Von fürstlichen Entschlüssen wallen, sah

Sein trunknes Aug durch die Versammlung fliegen,

20

In Wonne brechen - Prinz, und dieses Auge

Gestand: Ich bin gesättigt.

(Karlos wendet sich weg.) Dieser stille

Und feierliche Kummer, Prinz, den wir

Acht Monde schon in Ihren Blicken lesen,

Das Rätsel dieses ganzen Hofs, die Angst

25

Des Königreichs, hat Seiner Majestät

Schon manche sorgenvolle Nacht gekostet,

Schon manche Träne Ihrer Mutter.

KARLOS (dreht sich rasch um) . Mutter!

- O Himmel, gieb, dass ich es dem vergesse,

Der sie zu meiner Mutter machte!

DOMINGO. Prinz!

KARLOS (besinnt sich und fährt mit der Hand über die Stirne) .

30

Hochwürd'ger Herr - ich habe sehr viel Unglück

Mit meinen Müttern. Meine erste Handlung,

Als ich das Licht der Welt erblickte, war

Ein Muttermord.

DOMINGO. Ist's möglich, gnäd'ger Prinz?

Kann dieser Vorwurf Ihr Gewissen drücken?

35

KARLOS. Und meine neue Mutter - hat sie mir

Nicht meines Vaters Liebe schon gekostet?

Mein Vater hat mich kaum geliebt. Mein ganzes

Verdienst war noch, sein Einziger zu sein.

Sie gab ihm eine Tochter - O wer weiß

40

Was in der Zeiten Hintergrunde schlummert?

DOMINGO. Sie spotten meiner, Prinz. Ganz Spanien

Vergöttert seine Königin. Sie sollten

Nur mit des Hasses Augen sie betrachten?

Bei ihrem Anblick nur die Klugheit hören?

45

Wie,

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