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Ein Haus auf dem Land / Eine Wohnung in der Stadt Von einem, der zurückkam, um seine alte Heimat zu finden / Von einem, der auszog, um in seiner neuen Heimat anzukommen von Brandt, Jan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.05.2019
  • Verlag: DuMont Buchverlag
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Ein Haus auf dem Land / Eine Wohnung in der Stadt

NDR Buch des Monats! Ein Haus auf dem Land Als er in Berlin auf Wohnungssuche ist, erfährt Jan Brandt, dass das Haus seines Urgroßvaters in seinem ostfriesischen Heimatdorf Ihrhove kurz vor dem Abriss steht. Der Eigentümer, ein Bauunternehmer, sieht keinen Grund, das Alte zu erhalten, wo sich durch etwas Neues der Gewinn um ein Vielfaches steigern lässt. Jan Brandt droht der Verlust der Heimat - und er nimmt den Kampf auf, um den Gulfhof zu retten, das Symbol seiner Herkunft. Eine Wohnung in der Stadt Berlin hat sich verändert. Das bekommt Jan Brandt, der sich Ende der Neunzigerjahre vor der Provinz dorthin geflüchtet hatte, am eigenen Leib zu spüren - ihm droht der Rauswurf aus der Mietwohnung. Grund: Anmeldung von Eigenbedarf. Er begibt sich auf die Suche nach einem neuen Ort, an dem er bleiben kann, einer neuen Heimat. Und muss feststellen, dass sich die einstige antikapitalistische Utopie in eine Schlangengrube verwandelt hat, in der die Mieter nahezu alles für eine bezahlbare Wohnung tun würden - und müssen. Jan Brandt, geboren 1974 in Leer (Ostfriesland). Sein Roman Gegen die Welt Tod in Turin Stadt ohne Engel Der magische Adventskalender Ein Haus auf dem Land/Eine Wohnung in der Stadt

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 424
    Erscheinungsdatum: 17.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832184520
    Verlag: DuMont Buchverlag
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Ein Haus auf dem Land / Eine Wohnung in der Stadt

Dies ist die Geschichte von zwei Häusern und zwei Straßen - und von zwei Brüdern, die in die USA auswanderten, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten das Unmögliche zu erreichen: ihrer Herkunft zu entkommen. Sie zogen nach Newport, Rhode Island, in den "neuen Hafen" der Neuen Welt: eine kleine Stadt an der Atlantikküste, 115 Kilometer südlich von Boston, hügeliges Land, fruchtbarer Boden, mildes Klima, umgeben von weißen Stränden und steilen Klippen mit einem weiten Blick aufs Meer.

Der ältere Bruder blieb nur sechs Jahre, dann kehrte er in die Heimat zurück, nach Ostfriesland. Der jüngere blieb bis an sein Lebensende und war zumindest in Familien- und Gärtnerkreisen noch über seinen Tod hinaus berühmt. Und gefürchtet: Es heißt, er sei ein schwieriger Mensch gewesen, ein Perfektionist, dem man nichts habe recht machen können und der sich mit allen überwarf, weil er stets an seinen hohen Ansprüchen festhielt und ausfällig wurde, sobald man ihn enttäuschte. Der eine trägt meinen Namen - oder, um genau zu sein, ich trage seinen, Jan Brandt, denn er ist mein Urgroßvater; der andere war Arend, the Madman .

Es ist die Geschichte meiner Familie.

Und eine Reise an den Anbeginn unserer Zeit.

Es war der 26. April 2013, Freitagnachmittag, 18 Grad und sonnig, als ich auf dem Flughafen Boston Logan International landete, in einen silberfarbenen Chevrolet Cruze stieg und mich auf Spurensuche nach meinen Vorfahren begab. Im Gepäck hatte ich nicht viel mehr als ein paar Fotos und ausgedruckte E-Mails von Lokalhistorikern und ein halbes Dutzend Bücher: Max Frischs gesammelte USA -Texte, Geert Maks kolossalen Reisebericht Amerika , Harry J. Eudenbachs Studie über Hausgärtner in Newport, Thornton Wilders Erzählung Theophilus North und Edith Whartons Roman The Age of Innocence (beide spielen in Newport) sowie den großen US -Roman über Geld, Macht und Liebe: The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald. Insgesamt zweitausend Seiten, die, weil sie alle in mein Smartphone passten, nur 112 Gramm wogen.

Elf Tage nach den Bombenanschlägen war in Boston Normalität eingekehrt. Auf der achtspurigen Interstate 93 stauten sich die Autos, und es dauerte zwei Stunden, bis ich aus der Stadt heraus war. Kaum schwenkte ich aber auf den Fall River Expressway ein, wurde die Fahrt extrem entspannend. Ich glitt mit 110 Stundenkilometern dahin, vorbei an dichten Wäldern, blauen Seen und Buchten voller Boote. Bald überquerte ich die Mount Hope Bridge, die das Festland mit der Insel Rhode Island und die Gegenwart mit der Vergangenheit verband. Und dann war ich da: mitten im Frühling, alles um mich herum blühte in den schönsten Farben. Tulpen- und Kirschbäume, Rosskastanien und Silberahorne.

Meine Vorfahren kamen zur gleichen Jahreszeit an. Als der fast 24-jährige Jan Brandt nach zweiwöchiger Reise am 1. Mai 1869 mit dem Segelschiff Bremen in New York eintraf und von dort aus mit der Eisenbahn, der Stonington Line, nach Newport weiterreiste, dürfte er, was die Pflanzenvielfalt angeht, einen ähnlich starken ersten Eindruck gehabt haben wie ich, womöglich sogar einen noch stärkeren, schließlich stammte er aus einer der ärmsten, kargsten und am dünnsten besiedelten Gegenden Deutschlands, aus Vellage, einem Geestdorf an der Ems, in dem damals in 64 Häusern 249 Menschen lebten: Landarbeiter, Kleinbauern und Handwerker mit ihren Frauen und Kindern. Sein Vater war Schuhmachermeister und der Leiter der Armenverwaltung des Dorfes, der neun Morgen Land als Erbpacht bewirtschaftete und mit seiner Familie zur Miete wohnte. Jan sei, so heißt es in unserer Familie, ein "richtiger Rantanta" gewesen, mit dem man nur schwer hab

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