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Ein Leben voller Verhängnisse von Rose, Iren (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Ein Leben voller Verhängnisse

Rebecca ist ein ungeliebtes Kind und wird von ihrem Vater geschlagen und misshandelt. Mit 13 vergewaltigt und schwängert sie ihr Onkel - als sie sich ihrer Mutter anvertraut und diese sie als Lügnerin bezeichnet, reißt sie von Zuhause aus. Nach der Abtreibung haust sie in verlassenen Zügen einer Großstadt, in der Angst, ihr Vater könnte sie aufspüren. Rebecca geht auf den Strich und lebt von kleinen Diebstählen. Der junge Student Tom hilft ihr, von der Straße wegzukommen und Arbeit als Frisörin zu finden. Sie werden ein Paar und Rebecca erwartet ein Kind von ihm. Jedoch erleidet sie eine Totgeburt. Tom fängt an zu Trinken und Drogen zu nehmen. Betrunken hat er einen Autounfall, bei dem ein Passant wegen ihm stirbt. Toms Eltern werfen Rebecca vor, das Leben ihres Sohnes zerstört zu haben. Dann stirbt auch noch ihre Mutter, für Rebecca bricht wieder eine Welt zusammen.

Iren Rose wurde 1946 in Ungarn geboren und lebt seit 1968 in Österreich. Mit ihrem zweiten Mann ist sie seit 1987 verheiratet. Die leidenschaftliche Hobbymalerin und fünffache Großmutter sucht immer neue Herausforderungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990387344
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 286 kBytes
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Ein Leben voller Verhängnisse

1. KAPITEL

I ch war circa vier Jahre alt, als wir in einem ehemaligen Pferdestall wohnten, den mein Vater vom Gutsbesitzer, bei dem er damals Arbeit gefunden hatte, bekommen hatte. Wir richteten den Stall her und dann konnten wir dort wohnen. Es war ein größerer Raum, der einen komischen kleinen Vorraum hatte. Mutter, von welcher ich glaubte, dass sie meine Mutter war, und Vater putzten und malten alles weiß aus und jeder bekam sein eigenes Bett. Die Betten bestanden aus vier Strohhaufen, zwei kleinere und zwei größere. Mein Gott, war ich glücklich darüber, dass ich ein eigenes Bett bekommen hatte, auch wenn es nur aus Strohhalmen bestand. Mutter hatte von irgendwo grobes Leinenmaterial bekommen und machte daraus Leintücher und jeder bekam eine dicke Pferdehaardecke, die zwar ein bisschen kratzte, aber warm hielt. Außerdem gewöhnte man sich an alles. Wir durften sowieso nicht empfindlich sein, denn etwas anderes gab es einfach nicht.

Wir waren doch sehr arm. Trotzdem hatte ich wunderschöne Ohrringe. Das war wie ein Wunder. Niemand weit und breit hatte so etwas Schönes und Wertvolles. Sogar die gnädige Frau des Grundbesitzers bewunderte meine Ohrringe. Doch nach ein paar Jahren waren sie auf einmal verschwunden und waren nie wieder aufgetaucht.

Immer wieder fragte ich nach meinen Ohrringen, aber keiner gab mir eine andere Antwort als: "Sie sind verloren gegangen."

Wie gesagt, für mich war unsere kleine Hütte wunderschön, denn ich hatte jetzt ein eigenes Bett und musste es nicht mit dem Bruder teilen. Auch die Umgebung war herrlich. Niemand wohnte in der Nähe. Außer den Feldern und dem riesigen Herrenhaus war nichts zu sehen. Das Herrenhaus war ein wunderschönes, weißes Haus mit dunklen, grünen Fenstern und braunen Sockeln. Mein Gott, ich bewunderte das Haus jeden Tag. Oft wünschte ich mir, auch dort leben, oder wenigsten hineingehen zu dürfen. Aber ich wusste, dass dies nur ein kindlicher Traum war. Ich war zwar noch sehr klein, aber ich wusste schon, dass wir zu arm waren, um in einem solchen Haus leben zu können.

An unserer für mich wunderbaren Hütte war nur eine Sache schlimm. Die Tür bestand aus Brettern und hatte kein Schloss von innen und außen war auch nur ein Riegel. Den durfte man nur am Abend zuschieben. Ich war ein schrecklich ängstliches Kind und so ging ich mehrmals am Abend sicherheitshalber kontrollieren, ob der Riegel zu war. Wenn nicht, dann schob ich ihn sofort zu. Oft tat ich das, obwohl Vater noch nicht zu Hause war. Wenn er dann kam und die Tür zu war, bekam ich meistens Prügel.

Für mich waren zu dieser Zeit Prügel sowieso etwas wie das tägliche Brot. Wenn nicht Vater, dann schlug die Mutter zu, oder wenn Großmutter da war, dann schlug sie auch kräftig zu. Einer tat es immer. Meistens war es Vater. Ihm stand ich immer im Weg.

Mutter arbeitete als Wirtschafterin und kümmerte sich um die Tiere des Gutsbesitzers. Sie mussten gefüttert und die Ställe gereinigt werden. Vater arbeitete bei den Gutsbesitzern auf den Feldern. Er ging immer sehr früh weg und kam spät am Abend zurück, genau wie Mutter. Wir Kinder waren uns selbst überlassen, mittags jedoch kam Mutter immer heim und dann gab es etwas zu essen, meistens Polenta oder Pellkartoffeln. Viel anderes gab es nicht, außer dass sie am Abend manchmal Milch brachte oder etwas kochte. An der Tagesordnung standen Kartoffelsuppe oder Kartoffelgulasch und das war auch genau aufgeteilt. Man konnte nicht so viel essen, wie man wollte. Nie konnte man sich satt essen und von Fleisch konnten wir nur träumen. Wir Kinder wussten auch nicht viel über Fleisch, so ging es uns auch nicht ab. Da ich mich nicht satt essen konnte, raufte ich oft mit meinem Bruder ums Essen. Zu der Zeit ging es wenigsten dem Bruder nicht so schlecht, da Mutters Eltern in der Nähe wohnten und mein Bruder ging oft zu ihnen. Er war das erste Enkelkind und der Liebling aller. Sie waren zwar auch nicht reich, aber trotzdem gaben

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