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Ein Letztes von Herrn Meinrad & Co. Geschichten von Meinrads wundersamen Reisen von Aellig, Pierre E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2016
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Letztes von Herrn Meinrad & Co.

Um die Leere um sich herum zu füllen, beschließt Herr Meinrad, ein kleiner Mann im dunklen Mantel mit Hut und Spazierstock, auf Reisen zu gehen. So erlebt er auf dem Weg in die russische Hauptstadt Unwahrscheinliches, fährt mit einem Pferdegespann durch verschneite Dörfer, bereist bei minus 25 Grad mit der Eisenbahn Sibirien, trifft auf interessante Menschen und erlebt immer wieder spannende Situationen. Immer weiter führt ihn die Reise - auf einen 200-Meilen-Fußmarsch durch die englischen Hochmoore, in die Wüste, im Regenwald geht er gar verloren, und auch in mongolischen Jurten geschehen eigenartige Dinge. Herr Meinrad erscheint dabei wie eine antiquierte Person aus dem letzten Jahrhundert, eine anachronistische Figur, die sich durch die Ereignisse der heutigen Zeit schlängelt. Und irgendwie steckt doch in jedem von uns ein Herr Meinrad ...

Pierre Emile Aellig wurde 1934 in Murten (Schweiz), einem kleinen und romantischen Städtchen am Murtensee, geboren, wo er auch aufwuchs und die Volksschule besuchte. Die Ausbildung zum Primar- und Sekundarlehrer absolvierte er in Zürich und unterrichtete vierzig Jahre lang in ländlichen Verhältnissen in Gemeinden der Zürcherischen Landschaft. 1962 heiratete er, in den Sechzigerjahren wurden ein Sohn und eine Tochter geboren. 1987 verstarb seine Frau. An der Kunstschule Zürich ließ Aellig sich berufsbegleitend zum Maler, Zeichner und Druckgrafiker ausbilden. Zudem machte er an der Cornelia-Goethe-Akademie in Frankfurt das Schriftstellerdiplom. So verwundert es kaum, dass das Schreiben und das Zeichnen zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählen, zum Ausgleich macht er gerne Sport.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 162
    Erscheinungsdatum: 18.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990484265
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 771 kBytes
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Ein Letztes von Herrn Meinrad & Co.

2 Eine Bahnfahrt mit Hindernissen

Eines Tages, an einem kalten, unfreundlichen Dezembermorgen, packt Herr Meinrad das Allernotwendigste in seinen einzigen, kleinen Rollkoffer. Er zieht sich den Mantel an, setzt den Hut auf, nimmt seinen Stock zur Hand und verlässt sein Zuhause. Den Rollkoffer hinter sich her ziehend spaziert Meinrad gemächlich zum Bahnhof. Die meisten Menschen, denen er begegnet, kennen den unscheinbaren, weder kleinen, noch großgewachsenen Herrn im dunklen Mantel mit dem Schlapphut und dem Spazierstock. Sie grüßen ihn freundlich. Die anderen Leute, denen er begegnet und die ihn nicht kennen, denken, der Herr sei nicht von heute, sei ein Anachronismus in sich selbst.

Im großen Hauptbahnhof stehen viele Züge bereit. Herr Meinrad überlegt nicht lange. Er steigt in den erstbesten Zug, sucht sich einen passenden Platz in einem Zugabteil und macht es sich bequem.

"Wo wollen Sie hin?", fragt ihn der Schaffner.

"In die Hauptstadt", sagt Herr Meinrad.

"Soso, in die Hauptstadt. Und was wollen Sie dort?"

"Ich will mit der Eisenbahn ans Ende der Welt fahren", sagt Herr Meinrad.

"So, so, ans Ende der Welt! Na dann! - Gute Reise!"

In einer größeren Stadt besteigt er den Schlafwagen 264, wird vom Wagenbegleiter ins Abteil Nr.41 geführt. Es ist ein bequemes, sauberes Schlafabteil. Er kann es allein benützen.

Um 7 Uhr erwacht Meinrad. Er hat nicht allzu tief geschlafen, er fühlt sich trotzdem gut. Es ist noch dunkel draußen. Eine dünne Schneeschicht liegt auf den Feldern und den Dächern der Häuser. Es herrscht ein reger Bahn-Gegenverkehr. Mit etwas Verspätung treffen sie in einer großen Stadt ein. Es bleibt wenig Zeit zum Umsteigen. Im Gang unterhält sich Herr Meinrad mit einer Geschäftsfrau aus der großen Stadt, die in einem andern Land lebt und hier Geschäfte macht.

"Sie sind doch Herr Meinrad?", sagt sie plötzlich. Er schweigt. Welche Art von Geschäften sie tätigt, sagt sie ihm nicht. Beim Umsteigen auf einen anderen Bahnsteig ist sie ihm behilflich. "Also, Herr Meinrad, gute Reise!"

"Vielen Dank!"

Pünktlich verlässt der Zug den großen Bahnhof. Meinrad sitzt bequem in seinem Abteil des Schlafwagens Nr. 6.

"In 24 Stunden werde ich in der Hauptstadt sein", denkt er. Für den Transit durch einen anderen Staat muss er Formulare ausfüllen, die er nicht versteht. So beschließt er, das kyrillische Alphabet wieder aufzufrischen. Karasov, sein Herrenabend-Bekannter, hatte es ihm einst beigebracht.

"Ich werde es schnell wieder präsent haben", murmelt er vor sich hin. Aus dem Rollkoffer holt er Russisch für Anfänger hervor. Schnell hat er sich die kyrillischen Schriftzeichen angeeignet.

Sein Freund, Stadtschreiber Chübeli, würde sich als erstes russisches Wort Bier heraussuchen: = PIVO! Herr Meinrad denkt sich, ein Grußwort würde ihm sicher nützlicher sein. Hallo zum Beispiel: ! ZTRAVSTVUJTE oder so ähnlich müsste er es aussprechen können.

Sein einfaches Sprachstudium wird plötzlich unterbrochen. Die junge Frau, die mit ihrem Partner samt gewaltigen Gepäckstücken im letzten großen Bahnhof zugestiegen ist und im Abteil nebenan Platz genommen hat, kommt mit einer mächtigen Plastiktüte zu Herrn Meinrad herüber. Durch ihre Handzeichen merkt Herr Meinrad, dass sie die Tasche mit drei gefütterten Jacken auf der oberen Liege deponieren möchte.

"Platz hat es genug", denkt Meinrad und zuckt die Achseln. Ihm kann es ja egal sein. Sie deponiert die Tasche einfach und verschwindet wieder. In einem vorderen Abteil treffen sich die beiden Zugestiegenen mit a

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